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Moskaus fünfte Kolonne

Die unerträgliche Blindheit der westlichen Putin Apologeten.

Picture Alliance
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Teil von Russlands "fünfter Kolonne": Marine Le Pen vom rechtsextremen "Front National".

In ganz Europa haben sich die Apologeten Russlands und der russischen Politik zu so etwas wie einer fünften Kolonne formiert. Diese in westlichen Hauptstädten entstehende Gefolgschaft - man könnte sie als „Putin-Partei“ bezeichnen -  ist eine überaus gefährliche Entwicklung und zwar deshalb, weil diejenigen, die ihr angehören nicht nur den üblichen Verdächtigen der extremen Linken oder Rechten zuzuordnen sind. Wer sind nun also die „Parteimitglieder“?

Zunächst handelt es sich bei ihnen um Personen, die ungeachtet ihrer jeweiligen Zugehörigkeit zu einer politischen Partei, kein kritisches Wort für den Staatsempfang fanden, den der russische Präsident Wladimir Putin vor kurzem im Kreml für den Mehrfach-Wiederholungstäter und Feind des Westens – sowie Schlächter seines eigenen Volks –, den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad ausrichtete. Hinzu kommen diejenigen, deren feige Erleichterung darüber, dass ein „starker Mann“ auf der Bildfläche erschien, um (seine) Ordnung in das syrische Chaos zu bringen, sie von der Einsicht abhält, dass die massiven und wahllosen russischen Bombardements in erster Linie den Flüchtlingsstrom in Richtung Europa beschleunigen.

Und da sind die vielen anderen, die das Motiv hinter Putins bewaffneter Diplomatie – nicht nur in Syrien –  einfach ignorieren: nämlich an jenen Rache zu nehmen, die in seinen Augen für den Untergang der Sowjetunion verantwortlich waren. Putin erklärte bekanntermaßen, dass der Zusammenbruch der Sowjetunion eine der „größten geopolitischen Katastrophen des [20.] Jahrhunderts” war und er hat nie aufgehört, den Vereinigten Staaten, der Katholischen Kirche (und ihrem polnischen Papst) sowie Europa die Schuld daran zu geben.

Die Putin-Partei zieht es allerdings vor, nicht zu erkennen, wie offenkundig isolierte Ereignisse vom Kreml zu Bestandteilen seiner Strategie der Vergeltung, Demütigung oder zumindest Destabilisierung Europas gemacht werden. Doch man muss schon beinahe vorsätzlich die Augen verschließen, um das große Ganze nicht zu erkennen, denn Putins Taktik – sich auf die geringsten Bruchlinien oder Anzeichen von Schwäche in Europa zu stürzen, um Zwietracht zu säen – hat schon bemerkenswert lange Bestand.

So teilte Putin dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko im September 2014 angeblich Folgendes mit: „Wenn ich wollte, könnten russische Truppen in zwei Tagen nicht nur in Kiew, sondern auch in Riga, Vilnius, Tallinn, Warschau oder Bukarest sein.” Im November desselben Jahres fragte er sich „was eigentlich schlecht“ am deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt aus dem Jahr 1939 war, jenem Abkommen also, das den Weg für Stalins Invasion in Osteuropa ebenso ebnete wie für die Annexion der baltischen Staaten, von Teilen Polens und Rumäniens. Und Ende Juni kündigten russische Staatsanwälte Untersuchungen im Hinblick auf die Rechtmäßigkeit der Unabhängigkeit der baltischen Staaten an.

Jenseits dieser revisionistischen Rhetorik kam es am 17. Februar zu einem Treffen zwischen Putin und dem Doyen der Putin-Gefolgschaft in der EU, dem ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán, (wobei dieses Treffen in den Straßen Budapests auf den Widerstand von Demonstranten traf, die befürchteten, ihr Land würde erneut zu einer „russischen Kolonie“ werden). Und da sind noch Putins wiederholte Kontakte mit dem griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras, der sich auf dem Höhepunkt der jüngsten Machtprobe mit der Europäischen Union nach Moskau begab, um angeblich 10 Milliarden Dollar für den Druck einer neuen Drachme zu bekommen. 

Überdies zu erwähnen sind die wiederholten Verletzungen des Luftraums angrenzender europäischer Länder durch das russische Militär. Und nicht zu vergessen die systematische Unterstützung des Kreml für populistische, nationalistische und unverhohlen faschistische Parteien, die in allen EU-Ländern unermüdlich auf die Demontage Europas hinarbeiten. 

Wohin sich Putin auch begibt, seine Partei folgt ihm. Wenn die ukrainische Zivilgesellschaft ihre Sympathie für die EU bekundet und Putin das als feindlichen Akt gegenüber Russland deutet, stellen sich die Parteimitglieder auf Putins Seite gegen Europa. Wenn Putin sprachlichen Nationalismus hervorkramt – Russe ist, wer Russisch spricht –, um seine Ansprüche auf die Krim und den Donbass geltend zu machen, halten seine Apologeten in Europa – wo die Nazis die gleiche Strategie im Sudetenland einsetzten – Deutscher ist, wer deutsch spricht – dies für eine Frage des gesunden Hausverstands.

Man zögert, die Putin-Partei als selbstmörderisch, masochistisch, von Selbsthass oder einer Vorliebe für den Verrat getrieben zu bezeichnen. Doch ihre Mitglieder schweigen, wenn der Kreml zum ersten Mal seit dem Kalten Krieg jene Grenzen mit Gewalt ändert, von denen die kollektive Sicherheit des Kontinents abhängt. Sie wissen nicht oder geben vor, nicht zu wissen, dass Putin ein Imperien-Erbauer ist, umgeben von Ideologen, deren Weltsicht – obwohl komplex und solide – in allen wesentlichen Bereichen derjenigen des Westens entgegensteht. 

Wir sollten uns daher im Klaren sein, wie diese Ideologie aussieht: Recht und Gesetz im Dienst von Stärke und Macht und nicht umgekehrt; Ordnung vor Freiheit; und die institutionalisierte Verfolgung von Homosexuellen und anderen „Abweichlern”, die für sie die Quintessenz eines durch das Gift des Kosmopolitismus entmannten, dekadenten Westens darstellen.

Entschlossen, eine „mannhafte“ eurasische Alternative zur westlichen demokratischen Kultur zu verkörpern, befindet sich Putin nun in der Offensive und stellt die Widerstandsfähigkeit seiner Nachbarn auf die Probe. Und bei den Werkzeugen, die ihm dabei zur Verfügung stehen, handelt es sich nicht mehr um jenes antiquierte, korrupte Militär im Auflösungsstadium, das er vor 15 Jahren erbte. Russlands neue Kalibr-Rakete, die man von Schiffen im Kaspischen Meer auf syrische Ziele abfeuerte, überraschten die Welt jüngst durch ihre furchteinflößende Präzision.

Die von den Mitgliedern der Putin-Partei an den Tag gelegte Blindheit – von Marine Le Pen aus Frankreich über Nigel Farage aus Großbritannien bis zu Geert Wilders in den Niederlanden – ist offenbar kein neues Phänomen. Die derzeitige Gefahrenlage ließ mich zu einem Buch von Thierry Wolton über die Geschichte des Kommunismus und die freiwilligen Unterwerfungen, die er über die Jahrzehnte mit sich brachte, greifen.

Irritierend ist allerdings das Ausmaß, in welchem das Wissen um die Vergangenheit tragisch ungenützt bleiben kann, um Jean François Revel zu zitieren – der ein Freund von mir und auch Wolton war –  und wie die gleichen Fehler und die gleiche vorsätzliche Ignoranz zurückkehren können – und das, ohne Marx nahetreten zu wollen, nicht immer als Farce.

© Project Syndicate

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32 Leserbriefe

Horst Mohammed schrieb am 03.11.2015
Zweifellos gibt es im Westen einige "nützliche Idioten", die sich für die Kreml-Propaganda instrumentalisieren lassen, und speziell unter den neu-rechten Euroskeptikern auch einige, die sich ganz profan kaufen lassen. Aber muss man vor dieser "fünften Kolonne" jetzt Angst haben? Die entsprechenden Partien sind zwar sehr lautstark, aber fast überall komplett marginalisiert. Der Front National und UKIP haben durch das in Frankreich und England praktizierte Mehrheitswahlrecht kaum eine Chance und jeweils nur eine Handvoll Mandate. Wilders' PvV ist etwas stärker, aber ebenfalls ohne Einfluss auf die Regierungspolitik. Tsipras kann sich viel von Moskau wünschen, aber am Ende bestimmen Berlin und Brüssel, die als einzige bereit sind, seine Rechnungen zu zahlen. Und die so oft geäusserte Befürchtung, die EU-Sanktionspolitik gegen Moskau könnte von dieser Seite unterlaufen werden, hat sich auch nicht bewahrheitet.
Genauso sieht es übrigens bei den ganzen anderen Muskelspielchen Putins aus, dessen Provokationen nur immer neue Länder in die Arme der NATO und USA treiben, und dessen neuestes Projekt darin besteht, sich mit Gusto in einen hyperkomplizierten Bürgerkrieg zu stürzen. Das mag am Anfang alles nach kraftstrotzender Großmachtpolitik aussehen, wird aber am Ende als ähnlich katastrophaler Flop in die Geschichte eingehen wie der vorgebliche US-Triumphzug nach Baghdad 2003.
Jack_Bauer schrieb am 03.11.2015
Ein Bernard-Henri Levy Text, der ohne Gleichsetzung von Putin mit Hitler auskommt? Oder hat da die Redaktion gekürzt?
Coqui schrieb am 03.11.2015
Schade, dass nun aus SPD Mitteln so etwas Hasserfülltes publiziert wird.
Hasstiraden erzeugen nur wieder Hass und sollten weit unter dem Niveau der fes sein. Ganz gleich ob der Hass sich gegen Putin oder andere Politiker in anderen Ländern richtet.
Hat das fes wirklich keine andere Sachbeiträge mehr?
Michael Quatz schrieb am 03.11.2015
Wo ist eigentlich der Beweis, dass Assad sein Volk mit Giftgas angriffen hat. Ist es nicht so, dass die Amis das Bündnis zwischen Iran und Syrien als Bedrohung betrachtet haben? Aus dem Irakkrieg wissen wir doch alle wie leicht sich " Beweise" konstruieren lassen.
Herbert Hensler schrieb am 03.11.2015
Ich oute mich hiermit als Putin Versteher. Als Willy Brandt und Erhardt Eppler Verehrer bin ich nach 25 Jahren SPD Mitgliedschaft aus dem Verein ausgetreten. Der ihnen nachfolgende Hang zur neoliberalen Wirtschaftsdemokratie hat mich vertrieben. Der Autor Bernard Levi und auch Jack Bauer scheinen den Westen, mit ihrer Lobpreisung, gründlich miss zu Verstehen. Sie müssten sich doch fragen, wohin wir mit diesen Staatswesen abgetriftet sind. Die Unterstellung dass beide Profiteure des Sysrems sind verkneife ich mir. Amerika und inzwischen die Willigen in Europa, sind im Zustand der dauerhaften Kriegführung im Kampf um Ressourcen. Korea, Indochina bzw. Vietnam, Afghanistan, Lybien, Syrien, ist dies im Sinne von Demokratie, überall verbrannte Erde zu hinterlassen? Sie wird angeblich am Hindukusch verteidigt, hier aber kampflos aufgegeben. Bestimmt der Wille zur Weltherrschaft die Regeln der Demokratie oder anders gefragt die Interessen der Kriegswirtschaft? In Europa herrschen die Regeln der Finanzindustrie und Wahlausgänge sei es in Griechenland oder Portugal werden einfach ignoriert.
Stefan Siewert schrieb am 03.11.2015
Welche Folgen es hat, wenn man auf Herrn Bernard-Henri Lévy hört, sieht man in Libyen: Staatszerfall, Flüchtlingsströme, moralische Bankrotterklärung. Ein solcher rhetorischer Text ist eine Horizontverengung und leistet dem Anliegen einen Bärendienst. Putin führt den Westen gegenwärtig vor, nicht weil Russland stark, sondern weil der Westen so schwach ist und Herausforderungen von allen Seiten hereinbrechen.

Nun vielleicht gehört es zum politischen Spektrum, solche extreme und undifferenzierte Meinungen im Portfolio zu haben. Dies mag daher das eigentlich beunruhigende Sein: Geht es uns wirklich zu schlecht, dass polarisierende und einseitige Meinungen den politischen Konsensus beeinflussen? Es hat etwas Beängstigendes wenn man in Redaktionen glaubt, durch Polarisierungen das Fehlen von Antworten auf komplexe Fragestellungen kompensieren zu wollen.

Und nebenbei: bei schierer Propaganda und politischer Mobilisierung hat Putin einen Vorteil.
Leser schrieb am 03.11.2015
Von Bernard-Henry Lévy könnte man eher erwarten, dass er sich zu den Ergebnissen der von ihm begrüßten militärischen Einmischung der USA, Frankreichs und Großbritanniens in den Libyen-Konflikt äußert. Das wäre dann natürlich nur in Form einer Selbstkritik möglich. Für Europa wäre es nützlich, wenn eine Konfrontation zwischen "dem Westen" und Russland nicht durch Ideologen wie es Lévy einer geworden ist herbeigeschrieben würde. Und für das ipg-journal wäre es fein, wenn die Redaktion keine Beiträge mit zweifelhaften Informationen, die mit dem Beiwort "angeblich" wohl richtig charakterisiert sind, veröffentlichen würde.
Joachim Spangenberg schrieb am 03.11.2015
Polemik, Verschwörungstheorie statt Analyse und unbelegte Zitate - wie tief ist IPG gesunken um so etwas zu veröffentlichen?
weissammer schrieb am 03.11.2015
Was sind denn das für "Neue Philosophen", die solch unausgewogene Hasstiraden produzieren, ohne auch nur mit einem Wort darauf einzugehen, was die USA zur derzeitigen Lage in der Welt beigetragen haben. Nur vor diesem Hintergrund ist Putins Handeln überhaupt erklärbar. Das Russland sich dem uneingeschränkten Weltmachtanspruch Amerikas wenigstens zu Teilen entgegenstellt ist auch deshalb nötig, weil sich Europa selbst zum reinen Befehlsempfänger degradiert hat.
Bernhard schiffel schrieb am 03.11.2015
Auch die USA und Israel brauchen nützliche Idioten ..
Oliver Wagner schrieb am 03.11.2015
Dieser Autor steht für viele Vertreter seiner Zunft. Er schreibt bei anderen ab, ohne selbst zu hinterfragen. Worte wie "angeblich" und "womöglich" sollten nicht zum Standardwortschatz eines Journalisten gehören, sie gefährden eine objektive Berichterstattung. Selbst Herrn Poroschenko halte ich nicht für jemanden, der Gespräche mit Putin über Journalisten in die Öffentlichkeit trägt. Bei Putin weiß Europa (hoffentlich), woran es ist. Bei einem politisch radikalen Nachfolger wären 40 Natomannöver im Jahr an der russischen Grenze ein offenes Spiel mit dem Feuer, aber eigentlich ist es das ja jetzt schon. Diese Hasstiraden sind unerträglich, da schließe ich mich meinem "Vorschreiber" an. Sie setzen Europas Zukunft aufs Spiel, dessen sollte sich der Autor bewußt sein.
Clemens Hüttler schrieb am 03.11.2015
Also Herr Levy, ist Ihr Rohr denn nie heißgeschossen? Levy-Lesern kann man nur empfehlen, regelmäßig zwischen zwei Levys ein Buch von Alain Benoist zu lesen. Die Wahrheit liegt - wie überall - auch in Frankreich immer irgendwo dazwischen.
Serdar Mazmanoglu schrieb am 03.11.2015
Ich bezweifle in diesem Zusammenhang, daß, durch die mit Gewalt weggebombten Diktatoren Saddam Hussein und Gaddafi und nun vielleicht auch Assad, die Situation in den Ländern besser geworden ist. Natürlich wünscht man sich, daß die Diktatoren nach friedlichen Protesten von sich aus zurücktreten. Das passiert natürlich nicht! Das ist übrigens nach den Gezi Park Protesten in der Türkei auch nicht passiert! Aber mit Gewalt von außen diese dann rauszuschießen, hat bisher leider auch kein Land befriedet. Nein! Ein Zwang zur Verhandlung entsteht nur, wenn es zwischen zwei Parteien ein ungefähres Gleichgewicht gibt, auch ein Gleichgewicht zur Vergeltung, und wenn beide Parteien durch Verhandlungen etwas zu verlieren, aber auch etwas zu gewinnen haben. Nochmal Nein, auch zu Putin! Aber ich habe schon den Eindruck, daß wir im Westen, die Freunde der Menschenrechte und der Demokratie in den Konflikten vor allem auch im Nahen Osten, Beispiel Yemen und Syrien, auf der falschen Seite sind. Und mit Saudi-Arabien und Qatar ganz sicher auch die falschen Verbündeten haben.
Pat schrieb am 03.11.2015
Man kann es Lesen oder es gleich lassen denn von welcher Couleur ist Herr Levy ?
Sein Wille zum Friedenschaffen erscheint Fragwürdig wenn man sich seine Biographie in Wiki einmal anschaut...
Afrikanische Konflikte

Anfang März 2011 reiste er nach Bengasi, um Kontakt zum libyschen Nationalen Übergangsrat aufzunehmen und (wie er selbst äußerte) „einen Krieg mit dem Kriegsziel, Gaddafi zu stürzen“, zu fördern.[17] Er begrüßte die Beteiligung Frankreichs am Internationalen Militäreinsatz in Libyen im Jahr 2011 und kritisierte die deutsche Zurückhaltung als schädlich für das deutsch-französische Verhältnis.[18] Sarkozy schlug er vor, den Nationalen Übergangsrat als einzige Vertretung Libyens anzuerkennen. Diana Johnstone analysiert Lévys Rat in einem Artikel der US-Zeitschrift Counterpunch als einflussreich für die französische Politik, kritisierte allerdings, dass Lévy entgegen seinem Einflussanspruch genauso wenig wie Gaddafi gewählt worden sei.[19] Kritisiert wurde Lévy diesbezüglich auch von dem Journalisten und Schriftsteller Kay Sokolowsky, der in ihm einen „Philosophendarsteller“ und „Wichtigtuer“ sieht.[20]

Im Januar 2013 veröffentlichte die Frankfurter Allgemeine Zeitung seine Stellungnahme zum Konflikt in Mali.[21]

Bei einem Kurzbesuch in Tunesien am 31. Oktober 2014 wurde er von Demonstranten, die den Hauptausgang des Flughafens blockierten, ausgebuht[22]. Er soll ein Treffen mit dem tunesischen Islamistenführer Ghannouchi und dem libyschen Dschihadisten Belhaj geplant haben[23]

Lévy gehört zu den 89 Personen aus der Europäischen Union, gegen die Russland im Mai 2015 ein Einreiseverbot verhängt hat.[24][25]
https://de.wikipedia.org/wiki/Bernard-Henri_L%C3%A9vy
Sylvia Priesnitz schrieb am 03.11.2015
Ich bin entsetzt, welch plakativ anti- russische schlecht recherchierte Haltung hier abgedruckt wird. Von Objektivität kann da keine Rede mehr sein!
Da schon die deutschen Journalisten hoffnungslos Amerika- hörig sind, braucht man dahingehend keine Verstärkung mehr aus Frankreich...,denke ich..
Wohltuend der Gedanke, dass es noch investigativen Journalismus gibt, wie z.B. Hintergrund.
Dort könnte Herr Levy nützliches Material beziehen, dass ihn seine Hetzschriften objektivieren lassen könnte.
Mal sehen, wer demnächst noch hier veröffentlichen darf....
josche schrieb am 03.11.2015
zu Jack_Bauer
eine berechtigte Frage!
und zu Coqui:
es ist nicht "schade", ich finde es ärgerlich bis empörend.
Ich muss endlich die Hoffnung begraben, dass von Seiten der SPD eigenständig reflektierte Beiträge veröffentlicht werden.
Mark Merz schrieb am 03.11.2015
Wenn diese website nicht zu einem Medium staatstragender Propaganda verkommen will, empfehle ich, Themen (oder/und Autoren) sorgsamer auszuwählen. Im Kontext "unerträglicher Blindheit" wäre es z.B. spannend gewesen, hier eine Analyse real- und machtpolitischer Strategien (und wenn die FES sehr mutig ist, auch eine Analyse der öffentlichen Rezeption der selbigen) im Vergleich USA/NATO-Russland-China zu lesen.

Dabei könnten dann der Tirade von Herrn Levy einmal folgende Fakten gegenüber gestellt werden:
- Der Militäretat aller NATO Länder beträgt in Summe mehr als 1.000 Mrd US$ pro Jahr. Russland gibt dagegen weniger als 100 Mrd Us$ aus. Wer bedroht wen ?
- Russland hat nach dem Ende des kalten Krieges die Patrouillienflüge seiner Luftwaffe im internationalen Luftraum VOLLSTÄNDIG eingestellt. Die USA hingegen haben ihre Patrouillienflüge in vollem Umfang wie zu Zeiten des kalten Krieges fortgeführt. Wer bedroht wen ?
-Die atomare Abschreckung (MAD), die im kalten Krieg verhinderte, daß er heiss wurde, beruhte unter anderem auf dem Verbot von Raketenabwehrsystemen, festgelegt im ABM Vertrag zwischen den USA und der Sowjetunion. Der ABM Vertrag wurde einseitig von den USA aufgekündigt. Wer bedroht wen ?
-Russland wurde bei der deutschen Wiedervereinigung - zugegebenermaßen nur mündlich - versprochen, daß die NATO sich nicht nach Osten ausdehnen werde. Seitdem wurden in drei Erweiterungsrunden bis 2009 insgesamt zwölf osteuropäische Staaten in die NATO aufgenommen. Hat sich also Russland nach Westen oder der Westen in Richtung Russland ausgedehnt ? Wer bedroht wen ?
Heinrich Triebstein schrieb am 03.11.2015
Wer von Russland spricht, darf von den USA nicht schweigen. Seit 1953 im Iran über 1973 in Chile spannt sich der Bogen hin zur Ukraine 2014 - einundvierzig Regierungsstürze. Seit der russiche Präsident den IS in Syrien bombardieren lässt, bewegen sich Regierungen der beiden Lager aufeinander zu und reden. Damit der Krieg endlich ein Ende findet. Hat Russland im Irak Krieg geführt? Hat Russland Libyen bombardiert? Hat Russland begonnen, die Syrer, ob Assad-Gegner oder Assad-Anhänger, zur Flucht zu zwingen? "Krieg ist die feige Flucht vor den Problemen des Friedens", heißt es bei Thomas Mann. Willy Brandt und Egon Bahr hatten den Mut, sich den Problemen des Friedens zu stellen. Der Friedensnobelpreiträger Obama ist Marionette an den Fäden der Rüstungsindustrie. Und die überdehnte Weltmacht kämpft auch nicht mehr selbst. Sie lässt kämpfen. Von Privatarmeen. Und deren Kämpfer finden im Krieg ihren Arbeitsplatz. Und je länger ein Krieg dauert, umso sicherer ist ihr Arbeitsplatz. Und in diesen Zusammenhang gehört auch der immer häufigere Einsatz von Kindersoldaten. Die erwachsenen Kämpfer müssen doch überleben, um ihre Familien zu ernähren, odd'r?
Friedrich Heppe schrieb am 03.11.2015
Hmmm; ein Mainstream-Artikel der absolut zur neuen politischen Ausrichtung der SPD passt. --> Wie kommentierte zutreffend ein Leser; Ein Bernard-Henri Levy Text, der ohne Gleichsetzung von Putin mit Hitler auskommt? Oder hat da die Redaktion gekürzt? ha ha ha
Uwe P. Tietz schrieb am 03.11.2015
Es ist schon erstaunlich, wie einseitig hier kommentiert wird und gar von Hass gegen Putin geschrieben wird ohne die Fakten zu beachten; wie blind sind die berühmten Putin-Freunde in der SPD eigentlich nicht die Unterstützung von Le Pen und anderen Rechten wahrzunehmen. Dabei ist es kein Zufall das Pegida-Anhänger Putin Hilf rufen(!!!). Die Annexion der Krim und das nachweislich Eingreifen von russischen Truppen in der Ukrainie, die Unterdrückung bis Ermordung von Oppositionellen sollten auch jeden Linken in der SPD aufwachen lassen.
Bernhard schiffel schrieb am 03.11.2015
Danke Herr Triebstein , wie kann man die Erinnerungen an die letzten 50 Jahre amerikanischer Geschichte wachhalten . Was steckt dahinter , ich vermute nicht das Volk der USA , denen geht es auch nicht besonders gut . Die sind medial so abgerichtet und merken nicht was unter ihrem Deckmäntelchen geschieht . Es ist kein Wunsch , Geschichte wiederholt sich .
Horst Schiermeyer schrieb am 03.11.2015
Kopiert das ipg-journal jetzt die "taz" und bringt ab und zu mal zum Wachrütteln eine kleine Provokation gegenüber der eigenen Leserschaft?
Heinz Schneider schrieb am 04.11.2015
Ich fühle mich mitten in den kalten Krieg zurückversetzt. Weil aber, zu meinem großen Glück, Willy Brandt und andere Breshnev - Versteher waren, durfte ich bisher in Frieden leben.
Prof. Dr.+Bruno+Schönfelder schrieb am 04.11.2015
Der Beitrag von Lévy trifft den Nagel auf den Kopf. Bravo! Leider ist die Fünfte Kolonne Putins im Osten Deutschlands fast allgegenwärtig. Sie ist ein großes Ärgernis. Höchste Zeit Widerstand zu leisten.
Bruno Schönfelder, Univ. Prof
Andreas von+Bülow schrieb am 04.11.2015
Die von der FES/SPD hier fortlaufend transportierte Propaganda der amerikanischen Plutokratie in ihrem Bestreben, sich die Bodenschätze der Erde untertan zu machen und niemand anderen hochkommen zu lassen, werde ich noch einige Zeit beobachten, dann ohne erkennbare Änderung jpg als spam kennzeichnen. Es hat keinen Sinn mehr. Die Stiftung verkommt. Ich fühle mich der Wertegemeinschaft nicht mit dem hier fortwährend verteufelten Putin verbunden sondern dem amerikanischen Volk und dessen klugen Verfassungsvätern. Die Amerikaner selbst urteilen vernichtend über die politische Kaste des eigenen Landes. Nur 83% meinen, der Congress vertreten die Interessen des Landes, der Präsident stürzt im Ansehen ins tiefe Minus, 60 bis 70% halten die Verwaltung des Landes für korrupt und 60 % sehnen sich nach einer dritten Partei. Mit diesen Amerikanern fühlen die meisten Deutschen sich verbunden, nicht mit den Hanseln, die in Syrien, Lybien, Irak über die Bewaffnung von Aufständischen mit Bombardierungen aus der Luft Regierungswechsel herbeiführen wollen.
gabriele schrieb am 04.11.2015
Ich finde es OK, ja wichtig, wenn auch ein solcher Text, dem ich überhaupt nicht zustimme, präsentiert und zur Diskussion gestellt wird.
Jannis Sakellariou schrieb am 05.11.2015
Der hinreichend bekannte, selbsternannte "Philosoph" BHL greift mal wieder alle, die nicht seiner Meinung sind, pauschal unter dem Titel "Die unerträgliche Blindheit der Putin-Apologeten" an.
Dabei bedient er sich einer wirklich unerträglichen verbal-Diarröe in einem Text, dem jegliche politische Analyse und Argumentation fehlt, der aber dafür reich an Beschimpfungen und Beleidigungen gegen alle ist. Der Klarseher BHL, erteilt diesmal seinen "blinden" Gegnern nicht einfach Lektionen, wie seine übliche Besserwisser-Art ist, sondern ernennt sie zur fünften Kolonne Putins. Er müsste eigentlich wissen, wie und von wem dieser Ausdruck geprägt und benutzt worden ist.
So viel und so gut zum "neuen Philosophen". Hätte er Argumente genutzt, so könnte man sich mit den Argumenten auseinander setzen, doch da er darauf völlig verzichtet hat, müsste sich eine Auseinandersetzung auf dem Niveau der Beschimpfungen und Beleidigungen des Herrn BHL stattfinden und da - gebe ich gern zu - ist der außer Konkurrenz.
Unglaublich, beschämend und unerträglich ist aber, dass die FES diesen Herrn um einen Beitrag bittet und diesen Beitrag auch veröffentlicht: So erfahren wir, dass z.B.die ehemaligen, sozialdemokratischen Bundeskanzler Helmut Schmidt und Gerhard Schröder, die Fünfte Kolonne Russlands in der Bundesrepublik bilden, selbst wenn sie vom Herrn BHL nicht namentlich genannt werden (oder hat die Redaktion den Beitrag hier kreativ abgekürzt).
Der Herr BHL hat das Recht diese und auch andere, ähnliche konstruktive und friedensfördernde Meinungen zu haben und auch auszusprechen. Eine andere Sache ist, dass die FES ihre Kolumne für diese unerträglichen Angriffe und Beschimpfungen zu Verfügung stellt.
Sollen wir in den nächsten Kolumnen, natürlich nur wegen der Verteidigung der Meinungsfreiheit, Beiträge von Pegida-Vertretern und sogar von Kämpfern des Islamischen Staates erwarten?
Ustin Groth schrieb am 08.11.2015
Dieser von sich selbst ergriffene Philosophen-Dandy zählt doch nur das auf, was uns die Presse schon seit Jahren vorkaut. Ich würde ihn als politischen Wiederkäuer bezeichnen, der seinen pseudo philosophischen Mageninhalt solange hochwürgt und durchkaut, bis daraus ein bräunlicher Brei wird.

Getret'ner Quark wird breit, nicht stark! Hat mal ein großer Mann gesagt...
Friedolin schrieb am 17.11.2015
Was Levy schreibt dient keinen Europäischen Interessent. Er sollte sich doch klar sein, dass Russland ein Teil Europas ist und dass eine friedliche wirtschaftliche Verbindung bloß deshalb abgelehnt wird, weil Europa dann zu mächtig werden könnte.
Vernunftbegabt schrieb am 22.11.2015
Diesem unerträglichen Autoren, der nicht zuletzt eine große Mitschuld an den heutigen Verhältnissen in Libyen hat, und der sich ungefragt und ohne irgendwelche Kompetenz überall einmischt, sollte keine Tribüne für seine "Philosophien" zur Verfügung gestellt werden. Der Mann und seine Thesen sind dumm und gefährlich für uns alle. Er sollte lieber schweigen oder sich auf seinen Blog beschränken.
Bernhard Keim schrieb am 25.11.2015
Ein schöner Text und höchst merkwürdige Reaktionen in einem sozialdemokratischen Forum. Irgendwie scheint man sich im Fahrwasser der Rechtspopulisten sichtlich wohler zu fühlen, als bei der guten alten SPD.

Da wird von manchem plötzlich Organ gefeiert, weil er Putin empfängt. Da wird Putin verteidigt, weil er Assad ein Staatsbankett gibt. Da werden russische Interessen als die eigentlich europäischen Interessen artikuliert. Da wird - wie üblich - wohlbegründete Kritik an Putin - als Hass abgetan.

Wenn Putin den Zerfall der Sowjetunion betrauert, fühlt man sich ihm verbunden. Die Frage warum die Völker der Sowjetunion von dieser nichts mehr wissen wollten, interessiert sichtlich nicht.

Nicht verbunden fühlt man sich mit jenen Ländern, die froh sind die SU verlassen zu haben. Verräter? Und einige machen einen politischen Schwenk bei der SPD aus, weil sie dem Neonationalismus anders als die Rechtspopulisten in Europa nichts abgewinnen kann.

Irgendwie scheint manchem das Koordinatensystem durcheinander geraten zu sein. Retrograde Amnesie? Hang zu starken Führern? Irgendwie scheint Putin für etliche hier alles richtig zu machen. Nur was das sein soll, kann niemand so recht sagen. Dass er einen Schlächter wie Assad unterstützt? Dass er uns gegen die USA in Position bringen will? Dass er Nationalismus wieder hoffähig gemacht hat? Das kann wohl nicht sein...