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Die falsche Revolution

Die arabische Welt braucht zunächst einen moralischen, keinen politischen Aufbruch.

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Zerrbild einer Demokratie?

Die Grundbedingung der Demokratie ist die Achtung der Freiheit des Individuums. Dieses Individuum aber ist kein absolut egoistisches Individuum, das ausschließlich seinen eigenen Vorteil sucht, sondern ein Individuum, das seine Interessen im Rahmen der Interessen der Gemeinschaft sieht. Das folgt nicht zuletzt aus der Definition der bürgerlichen Freiheit nach Jean-Jacques Rousseaus Gesellschaftsvertrag. Das Individuum verliert durch den Gesellschaftsvertrag die absolute Freiheit, alles zu tun, was es kann. Dafür gewinnt es die bürgerliche Freiheit.

Diese Wahrnehmung des Individuums und seiner Freiheit ist die Grundlage der Demokratie. Zugleich ist diese Wahrnehmung das Ergebnis einer kulturellen und politischen Entwicklung, die in westlichen Gesellschaften stattgefunden hat. Leider gibt es keine Hinweise darauf, dass die arabische Kultur diese Entwicklung ebenfalls vollzogen hat.

Die Tatsache, dass in arabischen Gesellschaften (noch) keine kulturelle Basis für die Schaffung einer Demokratie vorhanden ist, ist der Grund, weshalb die Rufe nach demokratischen Regierungsformen ungehört verhallen müssen. Vor diesem Hintergrund sollten Vordenker und Entscheidungsträger nicht die Demokratie als Endziel eines Prozesses anstreben, sondern zuerst die Bedingungen schaffen, unter denen Demokratie praktiziert werden kann. Um Missverständnissen vorzubeugen: Ich bin kein Befürworter der Despotie oder der Tyrannei. Ich möchte jedoch eine sehr wichtige, oft vernachlässigte Frage genauer betrachten: die nach den Bedingungen für eine erfolgreiche Demokratie.

Das moderne arabischen Denken und vor allem die arabischen Gesellschaften insgesamt müssen die moralischen und gedanklichen Voraussetzungen identifizieren, die eine Demokratie ermöglichen, bevor Politiker und Intellektuelle die Schaffung demokratischer Systeme angehen.

Die Wahrheit, die wir, vor allem arabische Denker und Politiker anerkennen müssen, ist, dass die arabische Kultur die ethischen und politischen Konzepte der Individualität bislang nicht aufgenommen hat. Das aber sind jene Konzepte, auf denen die demokratischen politischen Systeme des Westens seit der „Glorious Revolution“ von 1688/89 und der Französischen Revolution von 1789 beruhen.

Demokratie ist ein Gesamtkonzept. Wenn nur Elemente wie etwa freie und geheime Wahlen herangezogen werden, aber die Gleichstellung von Männern und Frauen oder der Schutz der Menschenrechte des Individuums abgelehnt werden, wird Demokratie nicht funktionieren. Die Folge wäre das Zerrbild einer Demokratie, wie die sogenannten Volksdemokratien, die nichts anderes darstellen als Totalitarismus oder gar theokratische Systeme.

Auf den Laizismus kommt es an

Untersuchungen zeigen, dass die Demokratie in ihrer Idealform nur verbunden mit Laizismus, also der strikten Trennung von Staat und Religion, verwirklicht werden kann. Denn Laizismus repräsentiert ein politisches System, das sich mit dem Individuum befasst auf der Grundlage seiner Individualität und nicht auf der Grundlage seiner Zugehörigkeit zu einer homogenen Glaubensgruppe. Laizismus erfordert nach Catherine Kintzler ein System der „paradoxen Klasse“. Dies ist eine Kategorie, die einen Bereich repräsentiert, in dem sich das Individuum zugehörig fühlt und zugleich unabhängig von ihm ist. Es wäre ein Individuum, das trotz Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe seine Unabhängigkeit behält und die Freiheit des Glaubens genießt. Weder ein Mitglied dieser Gruppe noch die Mehrheit dieser Gruppe hat das Recht, ihm durch seine politische Macht einen bestimmten Glauben aufzuzwingen: das ist die Bedeutung einer paradoxen Klassenzugehörigkeit.

Die individuelle Unabhängigkeit von anderen und die Befreiung von jeder kollektiven Bindung ist eine kollektive Motivation für die Bildung der Republik und die politische Macht. Auf diese Weise wird das Recht, anders zu sein, zum Prinzip der Existenz des Einzelnen in der laizistischen Gemeinschaft.

Die Aussage „Ich bin nicht wie die anderen“ ist nicht nur eine mögliche Aussage, sondern in einer Gesellschaft auf die Zugehörigkeit zur Kategorie der paradoxen Klasse begründet. Sie muss für den Selbstentwurf einer Gesellschaft maßgeblich sein. Das heißt: Wenn der Einzelne einer Gesellschaft beitreten will, verlangt er von dieser Gesellschaft das Recht, nicht wie die anderen sein zu müssen. Allerdings besteht als einzige Verpflichtung, die Notwendigkeit Gesetze zu achten, die wiederum nichts anderes bezwecken, als diese Rechte zu bewahren.

In den arabischen Gesellschaften ist diese Form der Zugehörigkeit nicht vorhanden, da sie entweder durch die Logik der Blutsverwandtschaft oder die Logik der Zugehörigkeit zu einer geschlossenen religiösen Gruppe definiert wird.

Wie sollen diese Gesellschaften dem Muster der vollen und absoluten Zugehörigkeit zu einer Gruppe entkommen und gleichzeitig ein demokratisches System bilden? Wie können Politiker und Journalisten dieser Gesellschaften über Demokratie sprechen, wenn in ihren Gesellschaften die Hauptbedingung für eine Demokratie – die Individualität des Einzelnen und dessen Zugehörigkeit zur Kategorie der paradoxen Klasse – fehlt? Ist diese paradoxe Situation nicht die Grundbedingung für jede bürgerliche Freiheit, für jedes unabhängige Recht und letztlich für jede Demokratie?

Dieser Widerspruch zeigt sich in der arabischen politischen Szene, in der wir religiöse Parteien finden, deren Ideologien auf der Logik der homogenen Glaubensgruppe beruhen und die zugleich die Ausübung der Demokratie fordern. Es ist klar, dass diese Parteien nur einige Mechanismen der Demokratie übernehmen. Meist sind dies die freien und geheimen Wahlen, um die Wahl zu gewinnen, an die Macht zu kommen und schließlich nach der Logik des Siegers zu schalten und zu walten.

Das Individuum als Fundament der Demokratie

Trotz aller Kritik an der Demokratie ist sie das beste politische System für das Management der Beziehungen horizontal zwischen Individuen sowie vertikal zwischen den Individuen einerseits und der politischen Macht andererseits. Warum? Weil in der Demokratie davon ausgegangen wird, dass das Ziel des politischen Systems ein moralisches ist, nämlich der Schutz der Menschen und die Voraussetzungen für ihr Glück.

Doch auch im Westen ist der Begriff der Individualität nicht aus dem Nichts entstanden. Er war vielmehr Folge eines langen historischen Entwicklungsprozesses der wissenschaftlichen Revolution, der Demokratisierung des Glaubens und der Aufklärung. Wie steht nun die arabische Kultur zu diesen Gedanken? Wir können ohne Unterstellung sagen, dass die arabische Kultur bislang nichts davon begriffen beziehungsweise keine dieser Entwicklungen durchlaufen hat.

Dies ist schon daran zu erkennen, dass der Begriff für Individuum in der arabischen Sprache eher als Zählwort benutzt wird und die Bedeutung von Singularität vs. Pluralität ausdrückt. Die im westlichen Sprachgebrauch mitschwingende Bedeutung „persönliche Freiheit“ aber nicht beinhaltet .

Deshalb erfordert die aktuelle politische Situation in arabischen Gesellschaften nicht so sehr eine politische Umwälzung, die in einem historischen, sozialen, moralischen und gedanklichen Vakuum hängende lediglich formal-demokratische Regierungssysteme aufbaut. Was sie braucht, ist vielmehr eine Erschütterung der Grundlagen einer traditionellen Kultur, die verhindert, dass das Individuum Kern der gesellschaftlichen Dynamik wird. Was wir brauchen, ist eine moralische und keine politische Revolution.

Der Beitrag ist eine gekürzte Fassung der Ibn Rushd Lecture vom 19. Juli 2016.

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14 Leserbriefe

Roland schrieb am 03.09.2016
Der Autor hat bestimmt Recht, diese Betrachtung ist Leider nicht Komplet. Definieren Sie mir das Wort Demokatie,Sie meinen Sicherlich nicht die alten Griechen, wenn ja so sollten Sie sich mal durchlesen was hier durch Wahlen als Demokratie definiert wurde, das ist nicht meine Demokratie, einfach ich hätte kein Wahlrecht erhalten.
Es soll den Völkern überlassen werden welche Form Ihre Demokratie ist und wir sollten nicht alle bekämpfen, die eine andere Form pflegen. Genau liegt der Pferdfuss Unsere Amerkanischen Freunde haben eine Invasion im Irak gemacht, mit der Folge das ein Vakuum entstande, die führung wurde kommplet abgelöst, USA verliessen den Irak vorze, das Öl war gesichert. Dort konnte keine wie auch immer Demokratie entstehen.
R.Martin Nîmes
Roland schrieb am 03.09.2016
Zu meinem Leserbrief muss ich einen weiteren Kommentar beifügen.
In Frankreichj herscht Krieg dieser wurde von beiden Potagonisten bewusst gefördert.Die Pandora Büchse wurde geöffnet kein Mensch kann den Ausgang dieses Krieges das Ende zeigen.
Die jungen Menschen wissen nichts über Katholische zwänge, als vor ca. Jahren eine Frau zur Kirsche ging geschah das mit einem Kopftuch oder Frauen mussten sich, nach 40 Tagen zur Kirche gehen, hinlegen vor dem Altar der Priester verzieh die Erbsünde, nur weil ein Kiunde geboren wurde. Es gibt noch viele andere Beispiele die noch nicht lange abgebaut wurden.
Meine Meinung ist das nur die Frauen dafür Sorgen können das dieser Wahnwitzieger aufhört, was wiederum geht nur wenn Schulen für alle da ist. Genau das wird durch Geistliche, aber verhindert.
karim schrieb am 06.09.2016
herr mtimet kommt zu der Ergebnis dass die westliche demokratie die ideal ist aufgrund der lehre aus westlichen geschichte. was er vergessen zu erwahnen , dass die islamische geschichte und ihr expansion weltweit durch die prinzipien und die idealistiche weltanschaung des islam gefolgt ist.was die arabische welt jetzt braucht ist das vernuft und aufbau des kritischen denkens und ruckkehr nach dem ibn ruchd denksystem der nur aus rein vernuft und logik beruhrt.so kann man danach ein eigenes politisches system bilden und der auch nicht zu islam widerspricht. islam ist eine religion des denkens und zum allgemeinwohl hinfuhrt. laizismus in arabischen welt ist nur machbar wenn politische system mit prinzipien des islam eins ist. die trennung beider wird nur zum kaos und missbrauch fuhren.
Salvator schrieb am 08.09.2016
Eine Verodnung von demokratischen Systemen kann nicht funktionieren. Das hat sich u.a. in postkolonialen Staeten häufig auf traurige Weise bestätigt. Ich stimmedem Autor absolut zu, dass sich zunächst gesellschaftliche Denkweise in Stammes- oder in religösen Gruppenkulturen insoweit ändern muss, dass einen Gerechtigkeit entsteht, die Korruption und Vetternwirtschaft ächtet und ahndet. Es ist nicht nur das arabische Denken, das eine individuelle Freiheit schwer bis gar nicht ermöglicht, nein dieses Denken existiert auch in einzelnen Ausprägungen in einigen afrikanischen Staaten, China, Russland, Türkei, usw. Eben dort, wo es für sozialsierte Menschen mit anderer Hautfarbe, Weltanschauung, politscher Ansicht, anderer Religion oder sexuelle Orientierung schwer ist gleichberechtigt zu leben.
Jan schrieb am 09.09.2016
Das Wichtigste in Artikel und Leserbriefen zusammen ist die Betonung der Gleichberechtigung bei der Bildung. Ein weiterer genannter Aspekt ist, dass Demokratie ein gesamtheitlicher Zustand ist. Er darf zwar in Einzelschritten erreicht werden, aber sie müssen tatsächlich alle gegangen werden.
willi schrieb am 11.09.2016
@karim: Ihr Kommentar zeigt exemplarisch, dass Muslime m.M. der für eine Demokratie notwendigen Gedankengänge und somit ebenso der Voraussetzungen für eine Demokratie um Lichtjahre entfernt sind, leider!

Der Autor beschreibt m.M. hervorragend die grundlegende Problematik - die absolute Intolleranz des Muslim gegenüber dem Individual-Recht und damit einhergehend die Unfähigkeit unserer "Neubürger" sich in diese Demokratie einzufügen! Das sind Fakten die zur Kenntnis zu nehmen, sich unsere politische Kaste weigert! Warum - bliebe zu klären.
Arthur schrieb am 25.09.2016
"Die Tatsache, dass in arabischen Gesellschaften (noch) keine kulturelle Basis für die Schaffung einer Demokratie vorhanden ist, ist der Grund, weshalb die Rufe nach demokratischen Regierungsformen..." Ich hab eine Frage: Haben z.B. Die AfD-Faschisten oder Kremlin- Mafia und Schi'a-Banditen in Tehran solche kulturelle Basis? Hat Russland oder China solche kulturelle Basis? Oder brauchen diese beiden Staaten an Totale Dekolonisation und sogar Defaschisation? Was für die Rechte haben z.B. Nicht-Kurden unter Kurden in Irak oder Sunniten unter Schiiten und Aleviten? Die feste politische soziale auch kulturelle Basis für" z.B- Frieden in Syrien ist die Schaffung des Sunnitenstaates durch "Self Determination of Sunnites in Iraq & Syrien".
Hermann schrieb am 26.09.2016
Das Essay von Mohammed Abdel Mtimet ist ein berechtigter Beitrag zu dem Thema Demokratie in Islamischen Staaten. Die Frage ist die: Wie erreicht man dass ein anderes "Islamisches Land zu Verfassungen und Gesetzen kommt, die die Individualität schützen und fördern. Ich habe dazu keine "praktikable" Antwort, Herr Mtimet leider auch nicht. Über Kreditvergaberichtlinien, über Waffenexportbestimmungen, über Handelsabkommen vielleicht........aber Realpolitiker würden da bestimmt nicht zustimmen. Vielleicht müssen wir westliche Demokratien auf ein Versiegen der Ölquellen warten, damit die sunnitischen Hardliner in Saudi-Arabien und die schiitischen Hardliner in Teheran endlich gezwungen werden ihre Bevölkerung nach marktwirtschaftlichen Gesetzen arbeiten zu lassen.
J.N. Rensi schrieb am 27.09.2016
Prof. Mtimets Essay mahnt zu Realismus und Besonnenheit im Umgang mit politischen Revolutionen in der arabischen Welt und warnt meiner Ansicht nach davor, als Westen voreilig alles, was sich an Bewegungen "Demokratie" auf die Fahnen schreibt, zu unterstützen. Es ist erfreulich, endlich ein Bekenntnis zum notwendig säkularen Charakter der Demokratie zu lesen, während der postmoderne, relativierende Zeitgeist zahlreiche PolitikerInnen und WissenschaftlerInnen dazu bringt, Modelle für eine "islamische" Demokratie zu diskutieren. Absurd, denn es gibt auch keine "katholische" Demokratie, höchstens Demokratie in einem katholischen Land. Die Demokratie setzt nämlich in der Tat eine Emanzipation des Menschen voraus, eine geistige Entwicklung vom demütigen Geschöpf zum selbstbewussten Bürger.
Tuncay schrieb am 01.10.2016
Dieser Bericht ist nicht mehr als eine unverschämtheit,wir wissen inzwischen sehr genau wer überhaupt die Arabische Welt in diese lagen gebracht hat...seit dem Ende des Osmanischen Reiches wurde denn Arabern viel versprochen Grenzen wurden nach Englischen Vorlieben gezogen und zwar so das Konflikte wieder vorprogrammiert sind Bodenschätze wurden gegen Waffen getauscht und Europäische Werte wurden mit Gewalt aufgezwungen jedoch nie etabliert nur als Vorwand genutzt.Das erste was denn Europäern einfiel War es denn Menschen Bildung zu bringen auch das War nur eine Lüge um die Menschen nach Europäischen Vorlieben zu manipulieren und wirklich viel versprechende Talente wurden wieder vom Westen geraubt oder so ausgebildet das sie ihren idealen dienlich sind.Wir sind aufgewacht.
relief schrieb am 04.10.2016
Das Beste, das ich zum Problem der Demokratieunfähigkeit in der muslimischen Welt bisher gelesen habe. Diese Gedanken müssen zu Konsequenzen bei den Handlungen der pol. Verantwortlichen in der westlichen Welt führen. Da man davon bis heute nichts bemerkt, ist eine Erklärung dazu dringend erforderlich. Entweder diese Personen kennen diese Überlegungen nicht oder sie haben selbst keinerlei Interesse an einer wahren Demokratie. Das Reden von den Werten, die es zu verteidigen gilt, scheint bei unserer Polit-Elite zu einer Leerformel verkommen zu sein. Wohin wird das nur führen?
willi schrieb am 04.10.2016
@tuncay: Sie haben sicher Recht mit Ihrer kurzen und natürlich unzulänglichen (wei gez. Maßen kurzen) Darstellung der Historie im arabischen Raum. Eine Vorgehensweise des "Westens" die nicht nur dort den Samen für einen großen Teil der heutigen Probleme gelegt hat. Dennoch haben Sie m.M. gänzlich Unrecht wenn Sie schreiben die Muslime seien aufgewacht "wir sind aufgewacht" - das scheint mir ehr ein Wunschdenken denn Tatsachenbeschreibung zu sein. Die vermeindlich aufgewachten werden wieder nur für die Zwecke einiger weniger "Führer" oder sagen wir lieber Nutznießer missbraucht! Die menschliche Natur scheint es leider zu entsprechen die eigene Rasse (Mensch) zu manipulieren, zu misshandel, auszubeuten und ggf. zu massakrieren. Begriffen Wir uns als Rasse Mensch wäre das evtl. anders!
Franz schrieb am 12.10.2016
Sehr gut analysiert Herr Mtimet. Aber wie man an einigen Kommentaren sehen kann, dürften vor allem die von ihnen Angesprochenen, nichts davon verstanden haben. Immer die gleiche unreflektierte Schuldzuweisung gegen den Westen. Außer Hass und Drohungen nichts, es scheint so tief und fest verankert zu sein.
Und was mir jede Hoffnung auf eine Änderung raubt, ist die Tatsache, dass diese kulturelle Prägung selbst bei relativ hoher Bildung nur von sehr wenigen durchbrochen werden kann.
Kurt Theobald schrieb am 07.11.2016
Herr Mtimet liefert eine sehr gute Annalyse. Wenn man Deutschland etwas tiefer und detaillierter betrachtet wird man feststellen, dass auch in Deutschland die wesentliche Entwicklung menschlichen Denkens als Grundlage der Demokratie ueberwiegend fehlt. Unsere Schulen und Universitaeten werden immer mehr auf reine Ausbildungsinstitutionen fuer Berufe, zur Verwertung der "Ware Mensch" in der Wirtschaft, reduziert. Dabei bleibt die Reifung zum selbstbewussten, selbstaendig denkenden Menschen auf der Strecke. Dieser ist aber zur echten verantwortungsbewussten Teilnahme in der demokratischen Gesellschaft notwenidig. Die Entwicklung des Denkens muss aber jede Gesellschaft fuer sich leisten. Darueberhinaus traegt dann das jeweilige gesellschftliche Denken zur Entwicklung der Menschheit bei.