Kaum eine Partei hat den Verlauf des Konflikts zwischen Assad-Regime und syrischen Oppositionsgruppen entscheidender geprägt als die libanesische Hisbollah. Die International Crisis Group beleuchtet in ihrem Report „Lebanon’s Hizbollah Turns Eastward to Syria“ nun Ursachen und Auswirkungen des Einsatzes.
Klar ist: Das 2012 einsetzende Eingreifen der Hisbollah in Syrien hat eine drohende Niederlage des Assad-Regimes im Sommer 2013 vorerst verhindert. Erst die Unterstützung durch Hisbollah Milizen ermöglichte es dem syrischen Präsidenten, den rapiden Territorialverlust vor einem Jahr zu beenden und sich in der Folge diese Woche für weitere sieben Jahre im Amt bestätigen zu lassen.
Für die libanesische Hisbollah ist der Einsatz in Syrien eine Frage des Selbsterhaltes. „Der Fall Assads hätte die Gruppe eines vitalen Verbündeten beraubt und die regionale Machtbalance zu Ungunsten der Hisbollah rekalibriert“, stellen die Autoren fest. Aus diesem Grund unterstützt die „Partei Gottes“ mit Hilfe Teherans das Assad-Regime „mit allem, was sie hat“. Und das, obwohl sie ursprünglich starke Sympathien für die Bewegungen des Arabischen Frühlings hegte.
Die immer tiefere Verstrickung in den syrischen Bürgerkrieg hat dabei tiefgreifende Auswirkungen auf die Identität der Hisbollah und den Charakter des Konflikts. Vom originären Raison d’etre des Anti-Israelismus abgelenkt, ist die Hisbollah nun mit wachsenden konfessionellen Spannungen im Libanon und der Region konfrontiert. Ironischerweise hat sie zu deren Eskalation durch ihr Eingreifen in Syrien maßgeblich beigetragen. Die Folgen im Libanon: „Einst quer durch politische und konfessionelle Spektrum anerkannt, wird die ‚Partei Gottes‘ nun zunehmend als ‚Partei des Satans‘ wahrgenommen“. Diese wachsende Rivalität zwischen Sunniten und Schiiten lässt jedoch gerade für das fragile Gebilde des Zedernstaates nichts Gutes erwarten. „In einem Land, das politischen Stillstand oftmals beklagt hat, erhoffen sich viele nun eine Fortsetzung des Stillstands - als Best-Case Szenario.“
Den vollständigen Bericht der ICG in englischer Sprache finden Sie hier.



