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Winter is coming

Warum Finnland und Schweden in die NATO gehören.

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Alternative: Eine Drachenarmee.

Die Sicherheitslage im Ostseeraum und in ganz Europa hat sich nach der Ukraine-Krise und angesichts anhaltender Muskelspiele Russlands entlang der NATO-Grenzen rapide verschlechtert. Das hat Diskussionen über eine NATO-Mitgliedschaft Finnlands und Schwedens neue Nahrung gegeben. Es kann sein, dass beide Länder in den nächsten Jahren entweder allein oder gemeinsam in diese Richtung steuern. Diese Entwicklung ist natürlich wahrscheinlicher, wenn Russland weiter so herausfordernd in der nordisch-baltischen Region auftritt und die öffentliche Zustimmung in Schweden und Finnland zu einer NATO-Mitgliedschaft weiterhin langsam, aber deutlich wächst. Eine NATO-Mitgliedschaft würde Schweden, Finnland wie auch der nordisch-baltischen Region nützen und der NATO insgesamt. Doch noch ist keineswegs ausgemacht, dass die beiden Länder beitreten werden; der Weg zur Mitgliedschaft könnte länger und komplizierter sein als gedacht.

 

Die NATO-Mitgliedschaft Schwedens und Finnlands würde der NATO politische, strategische und militärische Vorteile bringen.

Der Nutzen einer NATO-Mitgliedschaft für Finnland und Schweden liegt auf der Hand: Damit würden die kollektiven Verteidigungs- und Abschreckungsgarantien des Bündnisses auf zwei kleine Länder ausgedehnt werden, die sich in einem Krieg mit Russland, einer bedeutend größeren Macht (wenn auch nicht mehr so mächtig wie die Sowjetunion) wohl kaum selbst verteidigen könnten. Zudem würden Finnland und Schweden künftig in Brüssel mit am Tisch sitzen und könnten die weitere Entwicklung des Bündnisses mitgestalten. Dazu sind beide Länder heute nicht in der Lage, obwohl sie eng mit der NATO kooperieren und sich in erheblichem Ausmaß auf das Bündnis als Garant für Frieden und Sicherheit in Europa verlassen. Die NATO-Mitgliedschaft Schwedens und Finnlands wäre wohl in erster Linie wichtig für die europäische Sicherheit, würde der NATO aber auch politische, strategische und militärische Vorteile bringen.

Finnland und Schweden sind bekannt als starke Demokratien mit gefestigten Institutionen; als Länder, die sich für Menschenrechte und Frieden einsetzen und Probleme pragmatisch angehen. Ihre Mitgliedschaft würde das Bild der NATO als Bündnis demokratischer Staaten, die gemeinsam wichtige Sicherheitsthemen anpacken, stärken. Dieser Punkt ist nicht zu unterschätzen, wenn man sich anschaut, wie es in manchen Ecken Europas heute um den Zustand der demokratischen Institutionen und Verfahrensweisen bestellt ist.

Die Mitgliedschaft von Schweden und Finnland hätte auch strategische Vorteile für die NATO und die transatlantische Sicherheit. Sie würde dauerhaft die nordöstliche Flanke des Bündnisses stabilisieren, wo es heute immer wieder zu Spannungen zwischen einem säbelrasselnden Russland und der transatlantischen Gemeinschaft kommt. Während Polen und die baltischen Staaten überzeugte NATO-Mitglieder sind, gibt es Befürchtungen, Finnland und Schweden könnten bei einem Konflikt oder einer Krise in der Region zu einer „Grauzone“ werden. Finnland und Schweden mögen aktive NATO-Partner sein, aber dieses Arrangement und ihre Begeisterung stellen keine echte Sicherheitsgarantie dar. Überdies setzt sich in den Hauptstädten der NATO-Mitglieder (und auch in Helsinki und Stockholm) zunehmend die Einsicht durch, dass die beiden skandinavischen Länder tatsächlich Schlüsselrollen bei der Verteidigung der baltischen Staaten spielen könnten. Verstärkung aus den Vereinigten Staaten und von der NATO könnte über den Luftraum und durch die Hoheitsgewässer Finnlands und Schwedens in die Region gelangen, sogar direkt über deren Häfen und Flugplätze. Das erfordert allerdings Planung, Koordinierung, Übungen und Vorbereitungen – und all das wäre sehr viel einfacher, wenn Schweden und Finnland Vollmitglieder der NATO wären.

Schließlich könnten Finnland und Schweden auch ganz konkrete Beiträge zu dem Bemühen der NATO leisten, ihre militärische Kampfkraft auf höchstem Niveau rasch auszubauen. Schweden und Finnland haben beide eine schlagkräftige Luftwaffe; Schweden führt gerade die neueste Generation seiner Kampfflugzeuge vom Typ JAS-39 Gripen ein, Finnland denkt über die F-35 als Ersatz für seine (solide, aber in die Jahre gekommene) F-18-Flotte nach. Schweden verfügt außerdem über U-Boote der Spitzenklasse, die ebenfalls ein wichtiger Faktor sein könnten, wenn Russland in der Ostsee zunehmend aggressiv auftritt. Beide Länder unterhalten bereits enge militärische Beziehungen mit ihren baltischen und skandinavischen Nachbarn, die weiter vertieft und besser genutzt werden könnten, wenn sie NATO-Mitglieder wären.

 

Einige NATO-Mitglieder könnten dagegen sein, neue Mitglieder aufzunehmen, die eng mit der zentralen Spannungszone zwischen Russland und dem Westen verbunden sind.

Doch trotz aller Vorteile ist es keineswegs sicher, dass Finnland und Schweden der NATO beitreten werden. Sollten sich Stockholm und Helsinki entscheiden, im aktuellen Sicherheitsumfeld in Europa die Annäherung an die NATO zu suchen, würde das mit Sicherheit den Zorn Russlands heraufbeschwören, und Moskau würde sehr wahrscheinlich auf beide Länder Druck ausüben, sich nicht um die NATO-Mitgliedschaft zu bemühen. Auch einige NATO-Mitglieder könnten dagegen sein, neue Mitglieder aufzunehmen, die eng mit der zentralen Spannungszone zwischen Russland und dem Westen verbunden sind. Sie könnten eine weitere Verschlechterung der Beziehungen zu Russland befürchten sowie die Gefahr sehen, dass damit zusätzliche Beistandspflichten für ein sowieso schon stark strapaziertes Bündnis entstünden. Deshalb ist anzunehmen, dass ein schwedischer und/oder finnischer Beitrittsprozess langwieriger sein würde, als viele derzeit erwarten. Und das Ziel der Mitgliedschaft könnte nur erreicht werden, wenn auf der einen Seite die Politik in Schweden und Finnland es entschlossen verfolgt und die Öffentlichkeit es klar unterstützt und auf der anderen Seite die tonangebenden NATO-Mitglieder, einschließlich der Vereinigten Staaten, sich dafür einsetzen.

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28 Leserbriefe

Jens schrieb am 25.06.2016
Am 11. Juni 2016 hat die schwedische Regierung verkündet, dass es die angeblichen russischen U-Boote nie gegeben hat, die vorgeblich 2014/2015 vor Schweden aufgetaucht seien. Es habe sich um ein deutsches und ein schwedisches U-Boot gehandelt. Siehe: http://blauerbote.com/2016/06/16/schwedische-regierung-gibt-bekannt-angebliches-russisches-u-boot-2014-war-schwedisches-u-boot/

Aufgrund der "U-Boot-Sichtungen" hatte sich der Wind in Schweden (und Finnland) in den letzten Jahren in Richtung NATO-Mitgliedschaft gedreht.
Nathan der Weise schrieb am 27.06.2016
Um welche Politik geht es eigentlich bei der Nato. Doch nur um die Bewahrung der globalen US-Vorherrschaft. Blicken wir doch zurück in die Geschichte. Im 2. Weltkrieg wurden ca. 6 Millionen Juden durch die Nazis ermordet und ca. 27 Millionen Russen. Die Konsequenzen: Die Sowjetunion rüstete massiv auf, damit ihr das nicht wieder passieren möge und begab sich damit automatisch auf Konfrontationskurs mit den USA. Seit dieser Zeit genießen die Juden einen besonderen Schutz, während die Nachfolger der Sowjetunion wieder auf der Abschussliste stehen, weil sie sich nicht dem globalen US-Diktat beugen wollen.
Die Aggressoren kommen mitnichten aus Russland, sondern aus der USA und deren Verbündeten. Wir sollten uns schämen, dieses Spiel auch noch mit zu machen.
Bernd schrieb am 27.06.2016
"... wenn Russland weiter so herausfordernd in der nordisch-baltischen Region auftritt ..." Gibt es denn auch noch Belege dazu?

Insbesondere in der schwedischen Armeespitze scheint es starke rechte, reaktionäre Kräfte zu geben. Die schwedische Bevölkerung/Regierung wäre also gut beraten, keine Nato-Mitgliedschaft anzustreben, um nicht in "Bündnisfälle" verwickelt zu werden, die durch die eigene Armee herbei provoziert werden.
Dr. Svensson schrieb am 27.06.2016
Ich bin ich Stockholm geboren und habe mich als Historiker intensiv mit der schwedischen Nachkriegsgeschichte beschäftigt. Die angeblichen sowjetischen U-Boote in den 80er Jahren dienten v. a. dazu, Palmes Friedensbemühungen zu beschädigen. Palme gehörte in Washington zu den am meisten gehassten Politikern des Westens, weil er z. B. mit Kuba Beziehungen unterhielt oder weil er es gewagt hatte, die Bombardierung Hanois an Weihnachten 1972 mit den Verbrechen der Nazis auf eine Stufe zu stellen. Daraufhin wurde der schwedische Botschafter aus Stockholm abgezogen. 14 Jahre später war Palme tot... Nun erleben wir, dass erneut ein antirussisches Bedrohungsszenario aufgebaut wird, um die beiden Neutralen F und S in die NATO zu integrieren. Es ist einfach nur traurig, wie wenig wir gelernt haben.
Matthias Tr schrieb am 27.06.2016
Zum Autor: "Stellvertretender Direktor des Brent Scowcroft Center on International Security am Atlantic Council. Er leitet Projekte des Centers zu den Themen transatlantische Sicherheit, die Zukunft der NATO sowie Nordisch-Baltische Sicherheit."

Das ist inzwischen wirklich keine Vertretung meiner Interessen. Seit Ende des kalten Krieg frage ich mich ob nicht die Nato der größere Säbelrassler ist.
Gerhard Stolz schrieb am 27.06.2016
Was für eine Desinformation! Wie schon die Vorredner angedeutet haben: Es ist dasselbe Strickmuster mit den vermeintlich russischen U-Boot-Bedrohungen wie zu Zeiten des kalten Kriegs. Nun, wer sich deteailierter informieren möchte schaue bei youtube "Ola Tunander zu angeblich russischen U-Booten vor Schwedens Küste". Brandaktuell!
Andreas von+Bülow schrieb am 28.06.2016
Irgendwie muss es der Friedrich Ebert Stiftung über ihre ipg Beiträge doch noch gelingen, die Wählerschaft der SPD unter die 20% Hürde zu drücken. Das hat doch nichts mit Wissenschaft aber alles mit Propaganda, Desinformation und Lügen durch Unterlassen zu tun!
Dr. Svensson schrieb am 28.06.2016
Danke, Hr. Dr. v. Bülow, für Ihre klaren Worte. Sie gehören zu der Generation führender Sozialdemokraten, die sich in letzter Zeit kritisch geäußert haben (Schmidt, Bahr, v. Dohnanyi, Schröder etc.). Ich würde mir wünschen, dass auch andere Sozialdemokraten den Mut fänden, sich gegen den Mainstream zu stellen.
Ich habe Ihr Buch über die westlichen Geheimdienstaktivitäten gelesen, das ich sehr gut fand. Zu Ihren Thesen passt das Buch des schwedischen Politikwissenschaftlers Ola Tunander von 2004, in dem er die angebl. sowjetischen U-Boote als Teil einer NATO-Kampagne entlarvt, die dazu dienen sollten, Olof Palmes Friedenspolitik zu konterkarieren (O. Tunander, The secret war against Sweden. US and British Submarine Deception in the 1980ies). Und im Moment erleben wir eine Neuauflage...
U.Walter schrieb am 28.06.2016
Völlig korrekt der Text. Beide Länder sind NATO reif. Die Bedrohung durch Putins-Russlands hat diese Überlegungen, die es seit längerem gibt, spruchreif gemacht. Eine veränderte Welt, erfordert veränderte Entscheidungen. Letzlich ist es aber eine Entscheidung in Schweden und Finnland. Diese sind wie andere, frei in ihren Entscheidungen. Putin muss lernen, dass in Europa es große Vorbehalte gegen die Moskauer Regierung gibt, nicht gegen das russ. Volk, insofern würde es sich erledigen, wenn Russland zurück kehrt in die berechenbarne Staaten und vertragstreu wieder wird. Dennoch Schweden und Finnland sind willkommen in der NATO: Bereits im Mai haben schwed. Truppen in Polen am Mannöver der NATO teilgenommen.
U.Walter schrieb am 28.06.2016
Übrigens auch Österreich gehört in die NATO. Auch dort gibt es kleinere Überlegungen.
Mangold schrieb am 28.06.2016
Es ist an den Leserkommentaren sehr interessant zu sehen, wie sehr öffentliche und veröffentlichte Meinung auseinanderklaffen. Und es ist m. E. kein Zufall, dass die Chefetagen der gr. dt. Tageszeitungen eng vernetzt sind mit diesen transatlantischen Denkfabriken; vielmehr sehe ich darin die Ursache für den fehlenden Meinungspluralismus. Dabei kann ich durchaus verstehen, dass die USA nach 1945 ein Interesse daran hatten, die öffentliche Meinung in Deutschland zu kontrollieren, aber ich halte es für problematisch, wenn auch heute noch die führenden Journalisten in Deutschland durch ihre Mitgliedschaft in diesen Netzwerken einseitig Position zugunsten US-amerikanischer Interessen beziehen. Und sobald jemand eine andere Meinung äußert, wird er mit Etikettierungen zum Schweigen gebracht.
Dr. Svensson schrieb am 29.06.2016
Während des Kalten Krieges hatte die schwedische und finnische Neutralität eine wichtige Funktion. Die Architekten dieser Neutralität in Schweden, die beiden Sozialdemokraten Tage Erlander und Prof. Dr. Östen Undén, hatten gute Gründe, ihr Land außerhalb der Militärblöcke zu belassen. Seit Kurzem wissen wir, dass Europa nicht nur während der Kuba-Krise kurz vor einem Atomkrieg stand, sondern auch 1983 (Able Archer). Die Expansion der NATO macht die Welt nicht sicherer, sondern erhöht das Risiko eines Krieges in Europa, den wir alle nicht überleben werden. Und von dem inszenierten Feindbildszenario profitiert allein die Rüstungsindustrie, deren Aktienkurse mit jedem Anschlag und jedem Krieg in die Höhe gehen. Und die USA, die bei der Eskalation die treibende Kraft sind, sind weit weg...
Josef Henn schrieb am 29.06.2016
Für mich sieht es so aus, als ob den Geist, den die EU rief, jetzt die NATO wieder in die Flasche kriegen soll? Putin ist mit Sicherheit kein Unschuldslamm. Wer kann aber wirklich beurteilen, das der (vermeintlich) demokratische Pluralismus, den er in seinem Land so vehement bekämpft, nicht in Teilen auch schon wirklich fremdgesteuert war? Was wissen wir wirklich und aus welcher Quelle stammt es? Sich als jahrelanges, neutrales Nachbarland der Sowjetunion und Russlands in einem weiteren Jahrzehnt der Desinformation auf ein solches Abenteuer einzulassen, wird ein besonnener Staatschef nicht ernsthaft in Betracht ziehen. Und was würde eine Annexion dieser und anderer Länder Putin wirklich nutzen? Andersherum: Was nutzt die Partnerschaft dem westlichen Bündnis und der westlichen Wirtschaft?
Dr. Svensson schrieb am 29.06.2016
Ich weise darauf hin, dass der Atlantic Council, für den Hr. Nordenman hier spricht, eine US-amerikan. Denkfabrik ist, die eine klare Interessenpolitik verfolgt (s. den Beitrag bei Lobbypedia). Der Atlantic Council steht für die gleichen Ziele wie Atlantik Brücke, German Marshall Fund, Aspen Institut usw., mit denen die meisten dt. Journalisten eng vernetzt sind. Natürlich ist es in einer pluralistischen Gesellschaft legitim, wenn sich einzelne Interessengruppen in Denkfabriken organisieren, nur sollten im Sinne der demokrat. Transparenz die ökonomischen und außenpolitischen Interessen dieser think tanks offengelegt werden. Es handelt sich beim Atlantic Council nicht um ein neutrales wissenschaftliches Institut, wie mancher Leser vielleicht denken könnte, sondern um eine Lobbyorganisation.
Dr. Svensson schrieb am 29.06.2016
In Deutschland sind die Eliten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Medien eng mit diesen transatlantischen Lobbyorganisationen vernetzt, und es wird in den USA sehr darauf geachtet, rechtzeitig junge Nachwuchstalente zu rekrutieren (z. B. die jungen Transatlantiker). Ich könnte mir vorstellen, dass man nach den Erfahrungen mit Olof Palme in Schweden versucht hat, die Eliten auch dort transatlantisch stärker einzubinden (der bekannteste schwed. Transatlantiker ist der konservative Politiker Carl Bildt). Ich sehe den Beitrag von Magnus Nordenman in diesem Kontext und halte es für wichtig, darauf hinzuweisen. Denn diese einflussreichen Netzwerke sind m. E. die wesentliche Ursache dafür, dass die Öffentlichkeit bei uns so einseitig aus US-Perspektive indoktriniert wird.
U.Walter schrieb am 29.06.2016
Dr. Svensson: Ich sage es noch deutlicher Schweden und Finnland sind geborene Länder der NATO. Was zeichnet sie aus? stabile politische und wirtschaftliche Verhältnisse, gleiches Wertesystem und freundschaftliche Bande zu den europäischen Partnern und den USA und Kanada. Mag sein, dass in Zeiten des Kalten Krieges die Neutralität wichtig war, insbesondere der Finnlands, auch aus leidvoller Erfahrung nach 1945. Dies ist in einer multipolaren Welt Geschichte. Ich lade zudem Österreich ein Mitglied der NATO zu werden.
E. Schwarze schrieb am 03.07.2016
Verbands- und Lobbyfunktionäre wie Herr Nordenmann sind eine Bedrohung für den Weltfrieden.
Es wird einem himmelangst wenn man diesen Leuten zuhört.
Es gibt nicht das geringste Indiz, das einen militärischen Angriff Russlands auf eines der baltischen/ osteuropäischen Länder auch nur ansatzweise im Bereich des Möglichen erscheinen lässt. Die Märchen von den russischen U-Booten wurden erst kürzlich wieder entlarvt und für Zwischenfälle bei Begegnungen der großen Militärmaschinerien sind beide Mächte gleichermaßen verantwortlich. Aber wenn sie es schaffen FIN u. S in die NATO zu ziehen, können sie ja wieder den russ. Expansionsdrang anprangern. Die NATO richtet die Pistole auf sein Gegenüber, lädt durch und beschwert sich dann wenn der Bedrohte langsam anfängt sein Holster zu öffnen.
U.Walter schrieb am 04.07.2016
Herr Schwarze: Wenn freigewählte Regierungen (im Gegensatz zu Rußland) und freie Parlamente (im Gegensatz zu Rußland) eine Entscheidung so treffen für eine NATO Mitglied ist dies legtim. Sie und andere und Russland haben diesen freien, demokratischen Staaten, die zudem wirtschaftlich und finanziell gesund sind (im Gegenstz zu Rußland) nicht ihre Politik vorzuschreiben. Diese Zeiten sind vorbei. Dies hat Rußland zu akzeptieren. Wenn Sie keine Bedrohung sehen, warum fühlen sich diese Staaten bedroht im Baltikum und Polen? Warum provoziert Russland den baltischen Luftraum ständig, der zudem NATO Luftraum ist????
Dr. Svensson schrieb am 04.07.2016
Helmut Schmidt hatte Recht, als er bereits vor Jahren feststellte, dass heute von Russland weniger Gefahr für den Weltfrieden ausgehe als von den USA, und dass die NATO in erster Linie dazu diene, geopolitische Interessen der USA durchzusetzen.
Wer sich mit den Fakten beschäftigt (die leider nur selten in der Zeitung stehen), wird feststellen, dass es sich in der Ukraine um einen provozierten Konflikt handelt, der allein dazu dient, Europa zu spalten (Helmut Schmidt hat das erkannt!). Nachdem Schröder, Chirac und Putin 2003 Nein zum völkerrechtswidrigen Irak-Krieg gesagt hatten, hatten die USA die Sorge, dass sich auf dem eurasischen Kontinent eine neue Allianz bilden könnte, die die US-amerikanische Vorherrschaft gefährden würde.
E. Schwarze schrieb am 04.07.2016
Sie haben vollk. recht Herr Walter, niemand hat das Recht anderen Ländern vorzuschreiben was diese zu tun oder zu lassen haben. Präs. Obama sieht das ganz ähnlich wenn er formuliert: "Manchmal wollen Staaten nicht tun, was wir wollen, dann müssen wir ihnen eben ein wenig den Arm umdrehen." Diese erfrischende Offenheit legte auch die Kanzlerin an den Tag, als sie Gespräche mit Janukovich für sinnlos erklärte, solange er nicht das EU-UA Assoz.Abk. unterzeichnet. Und wenn erst die Kubaner 1962 gewußt hätten, daß ihnen niemand vorschreiben darf, ob und wo und wessen Atomraketen sie auf Kuba stationieren, kaum auszudenken. Aber es ging ja um Schweden und die Nato, darum empfehle ich Ihnen höfl. die ARTE-Doku "Täuschung- Die Methode Regean". Leider hat sich seit den 80ern nicht viel geändert.
Galgenstein schrieb am 05.07.2016
Nur mal so zur Erinnerung. Als Finland von der Sowjetunion überfallen wurde, stand es ziemlich alleine da, was aber die meisten Poster hier nicht davon abhält, dafür zu plädieren, dass Finland gar nicht verteidigungsfähig sein dürfe,wenn man den Frieden nicht gefährden wolle. Verquere Logik. Warum sollte das, was 1939 schon nicht funktioniert hat, heute funktionieren?
E. Schwarze schrieb am 05.07.2016
Finland ist ein gutes Beispiel dafür, wie zwei ungleiche Nachbarn mit schwieriger Vergangenheit Differenzen überwinden und respektvoll zum gegenseitigen Vorteil koexistieren können. Das russissche Militär wurde von der Grenze abgezogen und mir ist aus den letzten Dekaden nicht bekannt, dass FIN und UdSSR/RUS irgenwelche größeren Probleme miteinander hatten. Und das mit der Verteidigungsfähigkeit ist so eine Sache, Herr Galgenstein. Ihnen ist schon bewußt, dass zumindest unser Kontinent nach dem nächsten großen Krieg kaum noch bewohnbar sein dürfte?! Wenn die USA "Russland in Europa bekämpft und besiegt haben" (Gen. Bredlove) ?
U.Walter schrieb am 06.07.2016
Ich stimme Herr Galgenstein zu. Herr Schwarze, nur zur Informationen, es gab immer wieder hin und wieder Probleme zwische der heutigen Grenze Finnland zur Sowjetunion bzw. Rußland. Dies ist wenig bekannt. Und noch was, keiner in der NATO oder in USA und auch nicht in Rußland redet von einem Krieg. Dazu ist allen bewußt, wie dieser Krieg ausgehen würde, insofern ist zwar die Kriegsgefahr seit der Besetzung und Annexion der Krim und den Kampf von regulären Truppen Rußlands in der Ukraine in Europa gewachsen, aber zu einem heissen Konfliktfall kommt es nicht. Klar aber ist, dass die europ. NATO Länder, ihre Verteidungshaushalte mächtig aufstocken müssen, eben wegen der Gefahr aus dem Osten und der Sicherheit im Süden unserer NATO Partner und Freunde. Beschluss in Wales beim letzten Gipfel.
E. Schwarze schrieb am 07.07.2016
Herr Walter, es wäre schön wenn Sie zu Ihren wenig bekannten Infos gelegentlich einen Hinweis auf Fakten hinzufügen könnten. Ansonsten bewundere ich Ihren Optimismus und wünsche uns allen dass Sie recht behalten und kein neuer Krieg beginnt. Inwiefern ein solcher Wunsch mit massiver Aufrüstung zu vereinbaren ist erschließt sich mir nicht. Als das letzte Mal Deutschland u. Verbündete zur "Vorwärtsverteidigung" gegen die "Gefahr aus dem Osten" aufmarschierte, waren 50 - 60 Mio. Tote das Resultat. Das propagandistische Vorgeplänkel damals ähnelt dem heutigen in erschreckender Weise. Nach dem nächsten Krieg könnte evtl. niemand mehr da sein, um die Toten zu zählen.
Was soll das . schrieb am 09.07.2016
Offensichtlich schreiben hier einige Menschen um Wahrheiten zu verdrängen . Die Nato rückt zu dicht an Russlands Grenzen ? Wo standen noch gleich die Russen als es den Warscheuer Pakt noch gab ? In den Mitgliedsstaaten des Warschauer Pakts wurden mehrere versuche sich daraus zu Lösen von den Russen niedergeschossen . Ich kenne keinen Fall in der Nato . Westeuropa hat so massiv Abgerüstet das man das schon als Fahrlässig bezeichnen kann , Russland hat seine maroden Waffen auf den Weltmarkt verschoben und ihre Armee Total Modernisiert . Der Westen ist voll auf die Schmeicheleinheiten von Putin reingefallen und steht nun vor einem Scherbenhaufen .Amerika steht vor 2 möglichen Gegnern Russland und China und beide haben die Waffen den Krieg ins Amerikanische Kernland zu bringen .
Nathan der+Weise schrieb am 11.07.2016
Ich habe auch einige Fragen. Wodurch ist der Warschauer Pakt entstanden ? Wie viele Russen haben ihr Leben durch Nazi-Deutschland verloren ? Ist es nur allzu verständlich, wenn man das in Russland nicht mehr erleben möchte ?
Aber es gibt noch weitere Fragen. Welche Strategie steckt hinter der Installation von Raketenabwehrstationen an der russischen Grenze und könnten diese evtl. auch für einen atomaren Erstschlag gegen Russland eingesetzt werden ? Was würde passieren, auch ohne konventionelle Aufrüstung, wenn Russland den Westen militärisch konventionell angreifen würde ? Wer bezahlt die Aufrüstung, wenn Billionen Dollar in Steueroasen legal versteckt werden ? Wer war der letzte US-Präsident, der vor dem militärisch industriellen Komplex gewarnt hat.
Ich kann noch viel mehr Fragen stellen
U.Walter schrieb am 11.07.2016
Was soll das. Sie haben Recht und das noch sehr freundlich ausgedrückt. Deutschland muss seine Verteidigungshaushalt erheblich steigern. Bisher stieg er nur 1,2% jetzt ist das mindestene 3,4%. Übrigens Beschluss der NATO in Wales. Russland hat vertrauen zerstört, was langsam aufgebaut werden muss. Dazu hat es auch Vorleistungen ui bringen, die bekannt sind. Und China ist ebenso nicht wesentlich anders und Europa ist in der Kuschelecke. ....
IPG-Redaktion schrieb am 13.07.2016
Liebe Leserschaft,

herzlichen Dank für Ihr reges Interesse. Die Kommentierung dieses Artikels wird nun beendet, weitere Kommentare werden nicht mehr freigeschaltet.

Mit freundlichen Grüßen,

Ihre
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