Kopfbereich

Bosporaus!

Der Putsch nach dem Putsch zeigt: Die Türkei hat in der NATO nichts mehr verloren.

Picture Alliance
Picture Alliance
Jetzt noch größer: Recep Tayyip Erdoğan.

Der Putschversuch der vergangenen Woche, die 6000 Verhaftungen in der Folge und die Aussichten auf eine weitere Verschärfung des türkischen Regierungskurses in Richtung Autoritarismus sollten uns daran erinnern, dass die Türkei der Gegenwart heute keinerlei Chance hätte in die NATO aufgenommen zu werden.

Angesichts all dessen, was Präsident Recep Tayyip Erdogan seit seinem Amtsantritt im Jahr 2003 unternommen hat, um Menschenrechte sowie politische und bürgerliche Rechte in der Türkei einzuschränken, ist Ankara nicht in der Lage, das erste Qualifikationskriterium des Membership Action Plan der NATO zu erfüllen.

Dieser Abschnitt fordert, dass „Kandidaten über stabile demokratische Systeme verfügen, sich um die friedliche Beilegung von territorialen und ethnischen Auseinandersetzungen bemühen, gute Beziehungen zu ihren Nachbarn unterhalten, sich für die Rechtsstaatlichkeit und für Menschenrechte einsetzen, eine zivile Kontrolle über die Streitkräfte einrichten, und eine Marktwirtschaft haben“.

Bei ehrlicher Betrachtung erfüllt Erdogan lediglich den letzten Punk auf dieser Liste, denn die Türkei hat in der Tat eine Marktwirtschaft. Was die restlichen Punkte angeht, scheint es fast, als ob Erdogan alles daran gesetzt hat, den Anforderungen einer NATO-Mitgliedschaft zu trotzen.

Er geht rücksichtslos gegen alle Parteien und Politiker vor, die seiner regierenden Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung im Weg stehen. Die Unabhängigkeit der Medien wurde beinahe völlig zerstört und fast nirgendwo sitzen so viele Journalisten im Gefängnis wie in der Türkei. Ankaras langer Krieg gegen die kurdische Minderheit wurde im letzten Sommer nach dem Zusammenbruch eines Waffenstillstands wieder aufgenommen. Über 1 800 Türken warten auf ihre Gerichtsverhandlung wegen „Beleidigung“ von Präsident Erdogan. Seit Erdogan an die Macht kam, hat er einen Großteil der traditionell beim Militär liegenden politischen Macht untergraben, allerdings ist das Ergebnis keine zivile Kontrolle, sondern gegenseitiges Misstrauen.

Dieses Misstrauen kulminierte am vergangenen Freitag in einem Putschversuch von Teilen des Militärs. Motiviert waren die Putschisten augenscheinlich von dem Bestreben, Erdogans beharrliche Islamisierung der Türkei zu verhindern und genau die Verantwortung zu übernehmen, die der Gründer der Republik Kemal Atatürk dem Militär als Hüter der säkularen Staates gegen religiösen Radikalismus überantwortet hatte.

In der Vergangenheit waren Putschversuche des Militärs dreimal erfolgreich. In diesem jüngsten Versuch jedoch, hielten hochrangige Offiziere zur Regierung. In einem bizarren Ausdruck des öffentlichen Willens strömten Menschen auf die Straßen, um Erdogan zu stützen – ihren demokratisch gewählten Kleindespoten.

In den Stunden nach dem Zusammenbruch des Putsches wurden 6 000 Soldaten und politische Widersacher verhaftet. Etwa 3 000 Richter und Staatsanwälte wurden von ihren Posten entlassen. Denn Erdogan ist der Auffassung, das türkische Justizwesen sei weitgehend von den Anhängern seines Widersachers Fethullah Gülen infiltriert, der sich in einem selbstgewählten Exil in Pennsylvania aufhält. Gülen streitet jede Verstrickung in den Coup ab. Doch Regierungsvertreter in Ankara haben bereits erklärt, eine Auslieferung in die Türkei beantragen zu wollen.

 

Ebenfalls kritisch: Der Beitritt zur EU

Vieles, was auf die mangelnde Qualifikation der Türkei für die NATO-Mitgliedschaft zutrifft, gilt auch für ihren mal-mehr-mal-weniger aktuellen Antrag auf einen Beitritt zur Europäischen Union (EU). Die erste in den „Kopenhagener Kriterien“ aus dem Jahr 1993 genannte Bedingung für die Mitgliedschaft in der EU spricht von „stabilen Institutionen, die die Demokratie, rechtsstaatliche Ordnung, die Menschenrechte und die Achtung von Minderheiten und ihren Schutz gewährleisten“.

So ist es nicht verwunderlich, dass die Türkei seit ihrem ersten Antrag auf die EU-Mitgliedschaft im Jahr 1987 nur eines der einschlägigen 33 „Kapitel“ erfüllt hat, die Antragsteller für eine Aufnahme erfüllen müssen. Dabei handelt es sich um Kapitel 25, das sich mit Wissenschaft und Forschung befasst. Was den Rest betrifft, sind die Verhandlungen nur im Fall von vier Kapiteln weit vorangeschritten.

Die Türkei kann sich glücklich schätzen, dass die Anforderungen an die Demokratie- und Menschenrechte bei ihrem NATO-Beitritt im Jahr 1952 noch nicht in Kraft waren. Der Membership Action Plan wurde 1999 für neue Mitglieder eingeführt, als einige der ehemaligen Satellitenstaaten der kollabierten Sowjetunion der NATO beitreten wollten. Er fordert eine unbelastete Vorgeschichte im Hinblick auf Menschenrechte sowie politische und gesetzliche Rechte.

Die strategischen Zwänge auf Seiten der NATO und Europa, die 1952 die Grundlage dafür bilden, dass die Mängel der Türkei in den Bereichen Menschenrechte und politische Rechte übersehen wurden, bestehen größtenteils auch heute noch. Die Türkei ist für die NATO immer noch unentbehrlich, um Russland im Schwarzen Meer und im Südkaukasus einzudämmen. Seit dem jüngsten Ausbruch der Unruhen im Nahen Osten – beginnend mit der von den Vereinigten Staaten angeführten Invasion des Irak im Jahr 2003 – wird die Türkei außerdem als ein wesentlicher Partner bei den Bemühungen zur Stabilisierung des Irak, der Beendigung des Bürgerkriegs in Syrien, der Zerschlagung des Islamischen Staat s und der Bewältigung der Flutwelle der Flüchtlinge, die Zuflucht in Europa suchen, erachtet.

Erdogan weiß, dass seine Verhandlungsposition stark genug ist, um die Aufmerksamkeit der Europäer von seinen Verstößen gegen die Zivil- und Menschenrechte abzulenken. Er ist sich allerdings bewusst, dass sein Vorteil begrenzt ist. Sein Abkommen mit Brüssel vom 18. März ist festgefahren. Es sah vor, dass die Türkei syrische Flüchtlinge auf ihrem Weg nach Europa aufhält und im Gegenzug 6 Mrd. US-Dollar, die Beschleunigung der türkischen EU-Beitrittsverhandlungen und den visafreien Zugang zu Europa für 75 Millionen Türken erhält. Das Abkommen kommt nicht voran, da einflussreiche europäische Politiker angesichts der offenen Verhandlungen mit einem Menschen vom Schlage Erdogans kalte Füße bekommen. Seine jüngsten Versuche, durch die Wiederherstellung der Arbeitsbeziehungen mit Russland und Israel eine zugänglichere Seite seiner Persönlichkeit zu zeigen, konnten diesen Vorbehalt bisher noch nicht ausräumen.

Erdogan ist seit seinem Amtsantritt als Premierminister im Jahr 2003 und besonders seit seiner Wahl zum ersten direkt gewählten Präsidenten der Türkei im Jahr 2014 um den Ausbau seiner persönlichen Macht bemüht.

So dehnt er beispielsweise die Reichweite von Anti-Terrorgesetzen auf Gesetzgeber, Wissenschaftler, Schriftsteller, Journalisten und Leiter zivilgesellschaftlicher Gruppen aus, die seine militärische Kampagne gegen Separatisten unter den 12 Millionen Kurden des Landes hinterfragen. Laut Aussagen von türkischen Staatsanwälten warten mindestens 1 800 Menschen auf eine Gerichtsverhandlung im Zusammenhang mit verschiedenen Gesetzesverstößen, die sich auf den Vorwurf einer Kritik von Erdogans Herrschaft stützen.

Am 4. März wurde die letzten verbliebenen unabhängigen Zeitungen – angeführt von „Today's Zaman“ – der redaktionellen Vormundschaft der Regierung unterstellt. Nach Aussagen des stellvertretenden Ministerpräsidenten der Türkei befinden sich derzeit etwa 70 Journalisten im Gefängnis. Die in London ansässige Organisation „Index on Censorship“ führt die Türkei in ihrem „World Press Freedom Index“ auf Rang 151 von 180 Ländern. Gemäß diesem Index rangiert sie zudem auf Rang 5 der Länder mit den meisten inhaftierten Journalisten.

Produktive Bemühungen zur Aushandlung einer Beilegung des langjährigen Kriegs zwischen Ankara und den kurdischen Separatisten scheiterten, nachdem die Kurdische Demokratische Partei bei den Wahlen im Juni 2015 80 Parlamentssitze gewann. Dieses Ergebnis schockierte Erdogan und der Waffenstillstand endete bald danach.

Erdogans Kurden-Dilemma unterstreicht seine abweichende Haltung gegenüber der Syrien- und Irak-Politik der NATO. Er befürchtet, dass diese Kriege zur Errichtung eines Kurdistans im Gebiet der Osttürkei, des Nordiraks und des nordöstlichen Syriens führen werden. Sein militärisches Engagement konzentrierte sich bis jetzt auf die Zerstörung von Basen der Kurdischen Arbeiterpartei im Nordirak sowie von Basen der mit ihr verbündeten Kurdischen Volksverteidigungseinheiten, die mittlerweile erhebliche, an die Türkei grenzende Bereiche im nordöstlichen Syrien kontrolliert.

Jede ernsthafte Erwägung, Erdogan unter Druck zu setzen, wird jedoch durch die von der NATO empfundene Notwendigkeit neutralisiert, auf Russlands militärische Expansion in der Region um das Schwarze Meer zu reagieren. Beim NATO-Gipfel vom 8. bis 9. Juli in Warschau wurde die Türkei zusammen mit den anderen küstennahen Mitgliedsstaaten, Bulgarien und Rumänien, und den Nicht-NATO-Verbündeten, Ukraine und Georgien, als den De-facto-Führer der Reaktion auf Moskau etabliert.

Wie üblich gilt die Devise: Pragmatismus vor Prinzip.

 

Dieser Beitrag stellt eine persönliche Meinungsäußerung des Autors dar und gibt nicht die Auffassung der Friedrich-Ebert-Stiftung wieder.

Hat Ihnen der Beitrag gefallen? Bestellen Sie hier den Newsletter.

38 Leserbriefe

Hardy Koch schrieb am 19.07.2016
Der Autor schreibt:
"Der Putschversuch der vergangenen Woche............ sollte uns daran erinnern, dass die Türkei der Gegenwart heute keinerlei Chance hätte in die NATO aufgenommen zu werden."
Das ist richtig, gilt aber auch für Länder wie Ungarn und Polen, in denen die Entdemokratisierung der Institutionen und gesellschaftlichen Verhältnisse voranschreitet. In den USA gilt die Todesstrafe und der Rassismus grassiert.
Der gescheiterte Putsch in der Türkei wirft ein kleines Licht auf die Türkei, aber ein blendendes Licht auf die NATO.
manfred fischer schrieb am 19.07.2016
Das ganze her und her mit der Türkei - NATO und EU - was soll es eigentlich?
Nicht einmal mehr für Erdogan und all sein Gefolge.
Wird Zeit, da nicht mehr weiter so herumzuwurschteln.
Erzeugt doch nur für beide Seiten erhebliches Kopfzerbrechen ......

Manfred Fischer
U.Walter schrieb am 19.07.2016
Ich stimme dem Artikel im Wesentlichen zu. Dennoch zwei Dinge: 1. Der NATO Vertrag von 1949 sieht keine Ausschlusskriterien vor, auch nicht ausgeschlossen zu werden. Dieser Punkt wurde nie beachtet. 2. Um die Basis in der Türkei zu verlassen, als Deutsche und Amerikaner, wenn dies nötig wird, reichen zwei Flugzeugträger aus, um die Arbeit zu leisten, so auch General a.D. Kujat.
Prof. Dr.+Lutz+Götze schrieb am 20.07.2016
Der Autor hat völlig recht:Die Türkei gehört nicht in die EU und sollte auch aus der NATO ausgeschlossen werden. Sie erfüllt keine einzige der Grundvoraussetzungen, die für beide Gemeinschaften gelten. Über andere Länder, für die das gleiche gilt (Ungarn, Polen etc.),muss danach geredet werden. Die USA dürften wohl eine Nummer zu gross sein!


Prof. Dr. Lutz Götze
manfred fischer schrieb am 21.07.2016
Die EU entscheidet doch nicht groß darüber , wer aus der NATO rausfliegt. Das sind vor allem die Amis.
Übrigens sind in der EU und NATO auch einige Länderkanidaten, die nicht ganz geheuer sind.
Auch ein Erdogan wird irgendwann seine Flügel streichen.....
Vielleicht schon bei der nächsten Wirtschaftskrise im eigenen Land?

Manfred Fischer
Murat Kara schrieb am 30.07.2016
Angenommen Putschversuch in BRD: Alle Sender, Flughäfen, wichtige Hauptstrassen werden besetzt. Panzer auf Strassen. Bundestag, Kanzleramt, BND u. BKA werden mit Jets bombardiert. Das eigene Volk welches dagegen auf die Strasse geht wird mit MP beschossen auch aus Hubschraubern aus der Luft. Viele tote u. Verletzte. Eine Spezialeinheit fliegt los um die Kanzlerin zu liquidieren. Sie entkommt den Attentat knapp. Alle Parteien sollten verboten werden, diesen drohen Hinrichtungen. Fast %50 der Generäle sind am Putsch beteiligt. Heuchler aus EU schreiben aus Wut u. Feindlichkeit weil die Türkei nicht wie Syrien geworden ist nur Mist. Das Volk hat den Putsch scheitern lassen. Die Menschenrechte, Meinungs-/Pressefreiheit sind doch politischen Kreisen aus EU völlig egal das sind nur Vorwände
FKassekert schrieb am 02.08.2016
Solange die uSA entscheiden, wer Mitglied und warum er Mitglied in der NATO ist, solange sind diese Spielereien der Journalisten unsinnig!
Sie stellen ja eh nicht die richtigeren Fragen zum weiteren Beitritt. Hauptsache sie erfuellen ihren strategischen Mitgliedsbeitrag. Kaufen Waffen und nicht zu wenig, Haben eine starke Armee und machen was man ihnen sagt und raet!
Hinterfragen, statt lamentieren. Hinterfragen aber diejenigen, die entscheiden. Die sitzen nicht in Ankara, und auch nicht in Ottawa oder Bruessel.
Felix Richter schrieb am 02.08.2016
ich schließe mich einigen Vorrednern an. Bevor die Türkei aus der Nato sollte, müsste man über ganz andere sprechen. Der gute Mann aus dem weißen Haus hat bisher knapp acht Jahre nur gelogen und die Menschen an der Nase rum geführt. Polizeiliche Willkür ist an der Tagesordnung, Folterlager werden immer noch benutzt, ganz zu schweige von der Todesstrafe und den ständigen Anfeindungen eines potenziellen Präsidenten gegen eine Glaubensrichtung.
Fakto ist aber, das die Türkei zu keinem Zeitpunkt in die EU sollte. Die Türkei bzw. Herr Erdogan ist null an einem vereinten Europa interessiert !
Ich würde mir sehr wünschen das Türken die hier leben ich einmal sachlich diskutieren und nicht immer alles als Verletzung ansehen!!!
Mustafa Beyaz schrieb am 05.08.2016
Weiter so liebe Europäer schiebt Erdogan weiter auf dem Schoß von Putin, dann werdet ihr sehen, was ihr davon habt! Das die Türkei jahrelang Bollwerk gegen kommunismus war, wegen westliche Interessen zweitgrösste Arme der NATO finanzieren müsste, habt ihr vergessen.. Sollte mir jemand undankbarkeit beschreiben, wenn das kein undankbarkeit ist......
U.Walter schrieb am 08.08.2016
Herr Beyaz, ja wir haben die Türkei immer unterstützt und das war richtig. Und wir werden die Gesprächskanäle offen halten. Wenn die Todesstrafe eingeführt werden sollte, ist es aber vorbei auf Jahrzehnte mit einer Mitgliedschaft in der EU. leiden wird die Türkei. Noch nie seit mehr als 25 Jahren hat die Türkei eine der Diktatur fast nahestehende Regierung gehabt, ein großteils bejubelt, teils, weil sie es müssen umd die Nachteiile abzumindern, anderseits aus Überzeugung. Wir im Westen haben andere Koordinaten im werte- und Grundverständnis im Zusammenleben der Menschen in der Gesellschaft. Wenn zwei Despoten, die sich im Lebenslauf her ähnlen, zusammen tun, ist dies ein akt der Verzweifelung die Isaolation befreien. Nur noch eins: Wer ist in dem Spiel Erdogan und Pution, Koch und Kellner
Florius Lupus schrieb am 08.08.2016
Aus strategischen Gründen kann die NATO nicht einfach so auf die Türkei verzichten. Ein Ausschluss oder ein freiweilliger Austritt der Türkei eröffnet auf jeden Fall wieder die Konstantinopel-Frage. Ohne NATO-Mitgliedschaft ist die türkische Präsenz in Konstantinopel und Zypern inakzeptabel. Die Türkei wird dafür weder den Rückhalt Russlands noch des Westens haben. Und die NATO benötigt den Luftwaffenstützpunkt am Bosporus.
Özkan schrieb am 09.08.2016
Hı, also hier wird von Allen Seiten geschossen. Wir haben es langsam satt! Entweder sind wir freunde, verbündete oder wir sind gegner! Ganz einfach formuliert. Europa war nie freund von Türkei besonders dem Deutschen haben wir viele negative erfahrungen und dreckige Spielchen zu verdanken!! DİE Türken sollten umdenken. Wer richtige freunde sind! Europa ganz bestimmt nicht.
Jipi schrieb am 09.08.2016
Wie wäre es, wenn die Nato komplett aufgelöst wird.
Tufan Pozan schrieb am 10.08.2016
Guter Bericht, nur einseitig und nicht ganz richtig. Die Türkei will nicht in die EU sondern das visafreie Reisen. Das hat zwei Gründe: 1. Die PKK Militanten würden ihre Waffen verkaufen und sich Tickets damit kaufen. Wir waerwn sie los und Europa haetten sie nichts zu kaempfen auser die paar Schmuggelfeindschaften im Berreich Drogen und Waffen. Hier in der Türkei will kaum jemand in die EU. Wir wollen uns einfach keine Normen aufzwingen lassen! Aus der Nato raus ist schon laenger ein Thema und wird sicher die Tage auch diskutiert werden. Putin ist uns einfach naeher und wirtschaftlich wichtiger als gesamt Europa. Also nichts verwerfliches....Nur eine neue Weltordnung:-)
Prof. Dr.+Lutz+Götze schrieb am 10.08.2016
Herr Pozan lässt die Katze aus dem Sack. Es geht Erdogan um die Vernichtung der Kurden. Das Elend in Syrien ist ihm egal. Obendrein hat er den IS über Jahre hinweg unterstützt, um sich zum Herrscher über den Nahen und Mittleren Osten aufzuschwingen. Am Horizont schimmert ein neues Osmanisches Reich.
Beim Treffen in Moskau haben sich zwei Verbrecher und Kriegstreiber zusammengefunden: Putin und Erdogan. Ihr Ziel: die Schwächung Europas und der ihnen verhassten Demokratie.

Lutz Götze
Dani schrieb am 12.08.2016
@Jipi: Recht haben Sie! Die NATO war das Gegenstueck zum Warschauer Pakt, der seit der Aufloesung der Sowjetunion nicht mehr existiert. Somit ist im Prinzip kein Grund mehr vorhanden, die NATO aufrecht zu erhalten. Weiters gibt es keinen Grund, die Tuerkei zur EU zuzulassen, denn 99% der Tuerkei gehoert nicht zu Europa sondern zu Vorderasien! Und schliesslich sollten die westlichen Nationen endlich aufhoeren, anderen Nationen zu sagen, was sie zu tun haben. Dies hat das ganze Elend im mittleren Osten verursacht. Die Destabilisierung des ME und Nordafrika hat der Westen, allen vorab USA, Deutschland, Frankreich, England zu verantworten. Deshalb ist es nicht mehr als Rechtens, dass diese Laender das Fluechtlingsproblem zu loesen haben.
manfred fischer schrieb am 13.08.2016
Warum regen wir uns eigentlich über Herrn Erdogan so auf.
.Das Volk hat ihn als ihren großen Führer gewählt und glaubt bis heute an ihm. Auch in der BRD.
Die Sache wird erst unangenehm, wenn Herr Erdogan sich bei uns oder bei der EU einmischen will, der er gar nicht angehört und das wohl so auf lange Sicht beiderseits nicht geschehen wird.
Oder täusche ich mich da?

Manfred Fischer
Tufan Pozan schrieb am 13.08.2016
@ Dr. Götze, nicht ganz richtig Herr Götze. In der Türkei leben knapp 20 Mio Kurden von denen 16 Mio. Erdogan waehler sind. Also mit der Kurdenvernichtung kommt es nicht ganz hin. Wenn es um Kurdenvernichtung geht müsste die Republikanische Partei unter Faşist Kılıçdaroğlu an die Macht kommen. Nein es geht rein nur um die Terroristen, die in der normalen Wirtschaft keinen Fuss fassen können. Die werden nach Europa kommen. Keine Sorge ich denke das sind gerade mil so 20-30000. Kann man gut verteilen. Ein Teil wird so wieso nach Brüssel in ihre zweite Heimat gehen. Betrifft Deutschland also nicht so sehr. Ganz nebenbei sitzen im Türkischen Parlament knapp 200 Kurden die gegen die PKK arbeiten ( sollte zum Allgemeinwissen gehören ) Ja am Horizont ist das Osmanische Reich.
Tufan Pozan schrieb am 13.08.2016
Ich meine auch, dass vielen Türken es auch logisch ist, dass Europa nicht an Syrien grenzen kann. Wir sind so helle aber viele in Europa nicht, die denken dass wir in die EU wollen. Die Türkische Regierung hat ganz sicher Waffen über die Grenze nach Syrien gebracht. Aber nicht wegen ISIS sondern wegen eben diesem osmanischen Reich um die Türkmenen zu untersützen. Ich denke Wirtschaftlich gesehen scheitert Europa so wieso die letzten 10 Jahre, da braucht es keiner Bemühungen durch die Türkei. Das macht Europa schon selber. Die Konzentration der Türkei liegt keines wegs auf Europa. Das ist es auch nicht Wert. Es geht eher um die Staaten im Osten, die uns beim Wiederaufbau brauchen. Laender die durch Deutsche, Französche, Englische und Amerikanische Waffen zerbombt worden sind. Da sind wir je
Salbars schrieb am 13.08.2016
Diese Meinung beruht ganz offensichtlich nicht auf Fakten und zeigt eine deutliche Unkenntnis des Autors.
Eine zweite Erklärung wäre das der Autor für bestimmte Interessengruppen eine Propaganda betreibt.
Zu Recht gibt es die folgende Bemerkung: "Dieser Beitrag stellt eine persönliche Meinungsäußerung des Autors dar und gibt nicht die Auffassung der Friedrich-Ebert-Stiftung wieder."
Hermine schrieb am 13.08.2016
Mir gefällt die meiste Berichterstattung in Sachen Erdogan und Türkei nicht. Wenige gehen korrekt und analytisch vor, um sich eine Meinung zu bilden. Was soll der Quatsch, die Türkei ist Gründungsmitglied der Nato und wir diskutieren ob sie Natofähig ist? Den Demokratiezuwachs in der Türkei wünsche ich mir für Europa und eine Pflege und Entwicklung derselben weltweit - vor allem in den U S A. Erdogan hat seinen Zenit überschritten, aber als Buhmann taugt er allemal. Ein Putschversuchs vor dem Hintergrund, dass die Regierung Erdogan die historische Wächterrolle des Militärs beschnitten und parlamentarischer Kontrolle unterstellt hat und dass die Justiz einer Transparenz in den Arbeitsabläufen und die Rechte z. B. Gefangener gestärkt wurden, gefällt den einstmals Privilegierten nicht.
Dr. Adam schrieb am 16.08.2016
Wahrscheinlich hätten sich die meisten gefreut, wenn der Putsch gelungen wäre und die Türkei wie schon so oft mit Militärputsch in die Knie gezwungen, ungewollter Politiker gehängt worden wäre.
Wie schade dass dies nicht so gut geklappt hat wie in Ägypten oder anderen Ländern in der Region.
Fast einen Monatelang gab es Ausschreitungen in Höchsten maßen in Frankreich, ich habe euch kaum etwas schreiben geschweige denn kritisieren gelesen oder gehört. Selbst als die Polizisten öffentlich die Frau brutal zusammengeschlagen hat. Willkommen in EU und NATO, Yes we can!
Man lügt dem Volke vor, das Erdogan seine Politischen Gegner auslöschen würde, aber man verschweigt, das alle Parteien zur Zeit geschlossen gegen den Putsch Protestieren und alle, Gegenparteien Erdogan öffentlich unterstützen....
manfred fischer schrieb am 16.08.2016
Erdogan versucht die bei uns die hier lebenden Türken für seine Ansichten zu vereinnahmen.
Man will gar nicht, dass sie sich hier groß in der BRD integrieren.

Hinzu kommt noch, dass fast 50% der hier schon lange lebenden Türken den Koran höher einschätzen als das Grundgesetz - Letzte TV Sendung von Hart aber Fair .....

Gerechterweise gilt im Christentum ähnliches - Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen .......

Ist das ganze Integrations - Gehabe bei uns letztlich nur ein wunderbarer Wunschtraum?

Manfred Fischer
Tufan Pozan schrieb am 17.08.2016
Was hat bitte Integration mit Religion zu tun??? das würde mich jetzt doch mal interessieren......Warum kann man einen glaeubigen muslim z.B. nicht integrieren?? Weil im Koran vieles nicht mit der Verfassung vereinbar ist??? Das ist es aber mit Bibeil und Tora auch !! Also was ist es?? Ich meine, nein ich bin überzeugt, dass in Deutschland die Grenze zwischen Integration und Assimilation gar nicht gegeben ist. Die Integration als solches wird in Deutschland weder angestrebt noch angewendet. Alles was die Medien und Konservativen bis Nationalistischen Zeitungen sind doch keine Probleme der Integration sonder reines Unverstaendniss gegenüber Menschen, die sich nicht assimilieren lassen wollen.
Ayhan schrieb am 17.08.2016
Warum schreibt ihr soviel?
Alles ist ein Kampf um Ressourcen ......mehr nicht.In den nächsten Jahrhunderten wird es nur anders verpackt und verschoben ,um es zu rechtfertigen.
manfred fischer schrieb am 18.08.2016
Erdogan ist nicht = Türkei.
Und die Türkei nicht = Erdogan.
Das gilt es sehr genau zu differenzieren.
Erdogan muss sich fragen lassen, ist es das, was ich da mit Anderen so veranstalte?
Ud wer das in Europa noch richtig nachvollziehen kann?

Manfred Fischer
Edgar schrieb am 19.08.2016
Murat Kara schrieb am 30.07.2016 , lieber Murat Bey, Angenommen .......nur es würde garnicht erst dazu kommen , weil die Grundvorraussetzungen in Deutschland gegeben sind. Meinungsfreiheit und Persönlichkeitsrechte , soziale Demokratie, alles das was z.Zt. in der Türkei mit Füßen getreten wird. Das da einige auf die Idee eines Putsches kommen ist nach meiner Meinung nicht demokratisch, besser ware es gewesen , bis zur nächsten Wahl und dann käme die Quittung, aber die kommt dann sowieso .
Nesat schrieb am 27.08.2016
Lieber Edgar,
Ich wundere mich, dass du behauptest, dass es trotz 500.000 amerikanische Soldaten in Deutschland Meinungsfreiheit gibt... Die Welt laesst euch nie, ein freies Land zu werden, weil ihr 2 Weltkriegen verursacht... Ihr versucht ja, mit EU ein Freiheitszone zu bilden. Mit Brexit wird es auch in Gefahr. Du kannst doch sicher sein, es gebe viel mehr Meinungsfreiheit in der Türkei oder in irgendeinem Land in der Welt ausser Deutschland. Aber ich anerkenne Deutschen disziplinvolle und Arbeitsethik habenden Menschen, und deutsches Kultur ist sehr wichtig für die Welt.Aber das heisst nicht, dass Deutschland ein freies Land gelassen wird. Die Welt kann so eine Risiko nicht nehmen.
manfred fischer schrieb am 29.08.2016
Deutschland ist in der Tat ein freies Land, weil keiner eingesperrt wird, der nicht die Meinung der Regierung vertritt.
Es gibt ein Grundgesetz in der BRD, was in dieser Welt im aller meisten als Vorbild gilt.
Und so auch von den Richtern vor Ort angewandt wird.

Manfred Fischer
Maria Nenova schrieb am 30.08.2016
Deutschland ist ein freies Land. Towarischt Putin und Herr Erdogan sind Dikatoren. Beide erinnern mich an den Genossen Todor Zhivkov, Erster Sekretaer der BKP und Vorsitzender des Ministerrates. Dieselben Handlungen, dieselbe Demagogie. Abgeschrieben von den Thesen der Kommunistischen Partei. Tja, wir sind wieder da wo wir schon frueher waren, leider.
Tufan Pozan schrieb am 31.08.2016
Für einen Südlaender ist Deutschland sicher kein freies Land. Ich hatte in Deutschland immer das Gefühl in einer Duckhaltung zu leben. Ducken vor der exikutive, legislative und judikative. Eine ungemeine Angst vor dem Staat und seinen Institutionen. Ein gehorsam wofür es in keinem anderen Land ein Beispiel gibt. Nicht mal in China. Die Demokratie in Deutschland ist mit so festen und dicken Mauern umzaeunt, dass es sich innerhalb dieser Mauern bewegt. Der Vorteil Deitschlands ist einzig und alleine das Gehorsam der Bevölkerung. Eigentlich eine von den Amis sehr gut eingerichtete Sache.......
Dani schrieb am 31.08.2016
@Tufan Pozan: Sie lenken ab vom eigentlichen Problem. Das ist irgenwie typisch. Das Kernproblem unter den Tisch wischen und anderes Thema anreissen. Ich bin zwar auch der Meinung, dass es ausser einem Land auf dem Globus kein weiteres Land gibt, das eine nahezu optimale Regierungsform und Demokratie hat. Deutschland und die USA dozieren zwar ununterbrochen Demokratie, in Wahrheit sind es "Leithammeldemokratien", denn nur in einigen wenigen Faellen wird das Volk gefragt und zuoberst ist eine alleinentscheidende Person (Praesident bzw. Bundeskanzler/-in), die entscheidet. Gilt uebrigens auch fuer Italien, Frankreich, UK etc. etc. Eigentlich koennte man von sanften Diktaturen sprechen... Ansonsten bleibe ich bei meinen Aussagen vom 12.08.
Morinek schrieb am 02.09.2016
Kommen wir noch mal zur Sache mein lieber Landsleute: Wer macht den Putsch?: Erdogan oder Putschisten?
Wer hat die tausende von Journalisten, Richter, Staatsabwaelten, Lehrer, Politzeibeamten, Geschaefsmaenner u.v.m. hinter der Gitter eingespaert.
Wer hat den Schief "Mavi Marmara" nach İsrail geschickt?
Wer hat nach Syrien Waffen geliefert?
Wer hat in miliarden höche Staatsgeld (Steuergelder vom Vollk) geklaut und frischer Tat ertappt worden?
Wer hat sein Sohn, Tochter, Schwiegersohn Abgeordnete dann Minister wählen lassen?
Wer hat protestierende 15 jähriger Schüler, am Ihre Balkon leere Schuhkarton zeigende Hausfrau wegen Beleidigung angezeigt.
Wer hat Twitter, Facebook usw. Verboten lassen.
Wer hat Gülen Anhänger in den Amtsgericht, Politzei, Army, Universitäten als Beamte eingesetzt
SeyhShamil schrieb am 03.09.2016
Der gescheiterte Putsch in der Türkei wirft ein kleines Licht auf die Türkei, aber ein blendendes Licht auf die NATO. Die Türkei war jahrelang Bollwerk gegen kommunismus , wegen westliche Interessen zweitgrösste Arme der NATO finanzieren müsste, habt ihr wohl vergessen ? Deutchland und die Kirsche in Deutschland sowie BND sind die groeste Unterstützer von PKK terroristen.
Wahrscheinlich hätten sich die meisten gefreut, wenn der Putsch gelungen wäre und die Türkei wie schon so oft mit Militärputsch in die Knie gezwungen, ungewollter Politiker gehängt worden wäre.Die Türken sollten umdenken. Wer richtige freunde sind! NATO und EU ganz bestimmt nicht.
.
manfred fischer schrieb am 05.09.2016
Anklagen helfen allen hier nicht weiter.
Und übrigens hat alles immer mehrere Ebenen.
Sondern es gilt genau zu analysieren, wie es soweit überhaupt kommen konnte?
Ohne gleich daraus wieder einen Buh-Mann zumachen.....
Und was das mit den Menschen in der Türkei plus Umfeld in der Welt so alles macht?

Manfred Fischer
Ali schrieb am 07.09.2016
Ich verstehe dieses Hin und Her nicht. Es wird gerade über Präsidenten gesprochen die demokratisch von mehr als 51% der Menschen gewählt worden ist, von diesen Werten träumen Politiker in Deutschland. Und was er macht das macht er Gut. Er hat Wohlstand gebracht. Ein richtiger Putschversuch wäre erfolgreich gewesen, das waren Terroristen die auf das eigene Volk schießen. Europa meint immer das höchste auf Erden zu sein. Die Türken wollen gar nicht in die EU und werden auch nie beitreten. Seit 20 Jahren labern die vom Beitritt. Also bitte wem will die EU Angst machen? Aus der Nato raus? Das wagt sich der Westen doch gar nicht. Wer soll dann die Drecksarbeit in den Krisenländern machen. Oder denken die Deutschen das bissl Soldaten was ihr zum Hügelüberwachen schickt ist ein Natoeinsatz??????
U.Walter schrieb am 07.09.2016
Ali, Sie denken zu kurz. Viel zu kurz. Die Türkei will in die EU. Leider erfüllt die Türkei die Kopenhagener Bedingungen zur Aufnahme in die EU nicht - vollständig. Deshalb wird verhandelt. Die Verhandlung gehen nicht seit 20 Jahren, sondern seit knapp 11 Jahren, bitte korkret sein. Das ist wichtig. Überheblichkeit gegenüber den Deutschen ist fehl am Platz. Auch wir wollen nicht beleidigt werden, wie die Türken auch. Oder anderes ausgedrückt wer austeilt, muss auch einstecken können.
Mr.Reason schrieb am 10.09.2016
Der Putschversuch in der Tuerkei wurde von den USA und deren NATO Kompliezen durchgefuehrt. Das hat Erdogan nicht gefallen. Allerdings beteiligte er sich an anderen Putschversuchen, in Syrien, Ukraine, um nur die letzten zu nennen. Damit kommen wir zum moralischen Status des Westens, der gegen internationales Recht ganze Regionen aufschaukelt. Das Leitmotiv ist die Erhaltung der Verknuepfung des Handels vom Oel nur gegen den US Dollar. Geld regiert die Welt. Die USA gehen da ueber Leichen, egal wer dazwischen spielt, Irak, Lybien, EU, vorallem jedoch Russland, wer nicht spurt wird direkt oder indirekt angeschlagen. Das Ende des Imperiums ist jedoch naeher gekommen. Langsam daemert es den Europaeern, dass sie nicht wieder in einen Krieg gegen Russla.d ziehen wollen.... MYFUTUREAMERICADOTORG

Hinweis

An dieser Stelle konnten Beiträge bisher kommentiert werden.
Wir sind derzeit damit befasst, diese Kommentarfunktion einer bewertenden Analyse und einer Überarbeitung zu unterziehen. Bis zum Abschluss dieser Maßnahme steht die Kommentarfunktion nicht zur Verfügung. Wir bitten hierfür um Verständnis.

Dessen ungeachtet sind Sie herzlich eingeladen, sich auf unseren Profilseiten in den sozialen Medien weiterhin an der Diskussion zu beteiligen: www.facebook.com/ipg.journal und twitter.com/IPGJournal.
Wir freuen uns weiterhin auf spannende Debatten.

Die IPG-Redaktion