Eines ist neidvoll anzuerkennen: Keine Überschrift könnte besser sein.  „Japan, Land des Schwächelns“. Der Titel alleine schon wäre die 9,90 € für das von den Kolleginnen und Kollegen der Internationalen Politik herausgegebene Länderportrait Japan Wert. Doch das Heft hat ja noch mehr als eine Seite und leistet den verdienstvollen Service, die Aufmerksamkeit einmal von Peking loszureißen und ein paar Zentimeter (auf der Weltkarte) nach Osten zu verschieben.

Denn dort, so macht das Heft deutlich, passiert ebenfalls so Einiges. Nur eben ganz offenbar nicht immer das Richtige. Vorerst jedenfalls, sind die einzigen Kurven, die nach oben zeigen, die der demographischen Alterung und des japanischen Schuldenbergs. Das Spektrum der Beiträge reicht aber weiter und erstreckt sich vom ökonomischen Kulturwandel (schwierig), über Frauenförderung (ganz schwierig), Atomkraft (F-Wort), Familiendynastien (heikel) bis hin zur Einwanderung (Beziehungsweise zur vollständigen Abwesenheit von Einwanderung. Denn auch die – das wird klar – ist durchaus ein Problem). All das nett angereichert mit übersichtlichen Grafiken und Debatten-Munition in Tabellenform. Hilfreich. Und wie gesagt: Mal nicht China. Mit dem befasst sich dann übrigens wieder das nächste Länderportrait.

Das Länderportrait Japan finden Sie hier.