Weniger als zwei Jahre ist es her, dass in Bangladesch der Brand in einer Textilfabrik mehr als 100 Menschenleben forderte. Es war längst nicht der erste Unfall, der vor allem auf schlechte Sicherheitsstandards und fehlende Brandschutzvorkehrungen zurückzuführen war. Diese Fabrik - wie viele andere auch - produzierte zeitweise auch für den deutschen Markt und machte auch deutsche Konsumenten zu passiven Förderern einer sozial schädlichen Produktionspraxis. Bereits damals wurden von vielen Seiten Rufe nach Transparenz über Produktionswege und Produktionsprozesse laut.

Während einzelne Hersteller durch freiwillige Zertifizierungen (wie etwa die Kampagne für Saubere Kleidung) Engagement für eine nachhaltigere und menschlichere Produktion signalisieren, will Bundesentwicklungsminister Gerd Müller bis Ende des Jahres ein einheitliches Siegel für umwelt- und menschenrechtsverträgliche Produktion im gesamten Textilbereich einführen.

Die Welt-Sichten stellen hierzu die zentrale Frage: Wie kann der Balanceakt zwischen den Interessengruppen der großen Produzenten auf der einen Seite und den zivilgesellschaftlichen Initiativen auf der anderen Seite gelingen? Denn nur, wenn ein für beide Seiten akzeptabler Kompromiss gefunden wird, kann das Siegel den Massenmarkt erobern und tatsächlich dazu beitragen, dass Unfälle, Ausbeutung und Umweltverschmutzung in der Textilproduktion nachhaltig abnehmen. Ob das Siegel also tatsächlich faire Kleidung ausweisen wird, dürfte nicht zuletzt durch eine kritische Begleitung dieses Aushandlungsprozesses (mit)entschieden werden.

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