Die Anhänger von Bernie Sanders wollen eine politische Revolution. Sie könnten eine bekommen. Aber nicht die, die sie sich erhoffen. Denn es ist ausgerechnet ihr Enthusiasmus, der Hillary Clinton jetzt die Präsidentschaft kosten und Donald Trump den Weg ins Weiße Haus ebnen könnte. So jedenfalls lautet die Sorge, die in Washington zunehmend formuliert wird.
Das kann nicht passieren? Es ist schon einmal passiert. Im Jahr 2000 spaltete der unabhängige Kandidat und Bürgerrechtler Ralph Nader die US-Linke in zwei Flügel. Auf der einen Seite – wie heute – die jungen und optimistischen Anhänger von Nader. Auch sie fühlten den „Bern“, nur nannten sie es anders. Auf der anderen Seite der hölzerne Kandidat der US-Demokraten: Al Gore. Am Ende unterlag Gore gegen George W. Bush, weil ihm im US-Staat Florida ganze 537 Stimmen fehlten. Nader hatte dort zehntausende Stimmen auf sich vereint. Was folgte, waren acht Jahre Bush, Irakkrieg und Bankencrash. Diese historische Erfahrung sollte all jenen bewusst sein, die jetzt Hillary Clinton für absolut unwählbar halten, weil sie ein Freihandelsabkommen unterstützt, das sie selber ablehnen. Oder weil sie in Libyen einen Fehler gemacht hat. Oder weil ihr Emailserver damals im Außenministerium… na, Sie wissen schon.
Sicher. Hillary ist alles andere als eine optimale Kandidatin. Sie ist nicht nur dem Establishment verpflichtet, sie ist das Establishment des Establishments. Und wirkliche Meisterschaft hat sie bislang nur im Wechseln ihrer Überzeugungen an den Tag gelegt. Doch richtig ist auch: Sie ist allemal, wirklich allemal, besser als Trump. Und – wie Jay Carson nun in einem Wahlapell an die Sandernistas in der New York Times schreibt – sie ist nunmehr tatsächlich das Einzige, was zwischen uns steht und einem apokalyptischen Präsidenten Donald Trump.
Den Beitrag von Jay Carson lesen Sie: hier.




3 Leserbriefe
Angeblich hat er die besseren Chancen, sollte man den Umfragen glauben.
Winni