Man sagt das halt immer so: „Verdammter Faschist“ hier, „mieser Faschist“ dort. Bush als Faschist, Blair als Faschist und so weiter und so fort. Übersetzt bedeutet das natürlich meist nur: „Ich stimme mit den zu konservativen Wertvorstellungen dieses politischen Gegenübers nicht überein und zeige mich wehrhaft schockiert als prinzipientreuer und zugleich kritischer Oppositioneller“.

Das jedenfalls galt als Faustregel bis zum Eintreffen des Donald Trump. Der nämlich, zeigt nun Jamelle Bouie im US-Debattenmagazin Slate eindrücklich, ist tatsächlich, ehrlich, und ganz im Ernst, nun ja, eben ein lupenreiner Faschist.

Im Rückgriff auf Umberto Eco und seinen Faschismus Aufsatz im New York Review of Books bezieht sich der Autor auf eine Reihe von Indikatoren: Einen Kult des Handelns um des Handelns willen, die Bewertung von Nachdenklichkeit als Form der Entmännlichung, Intoleranz gegenüber analytischer Kritik, Furcht vor Unterschieden, den Aufbau einer nationalen Identität gegen innere und äußere Feinde, offene Verachtung von Schwachen und das Zelebrieren einer aggressiven und gewalttätigen Maskulinität. Soweit der eingedampfte Kriterienkatalog Ecos.

Was dann folgt ist der direkte Vergleich mit aktuellen Aussagen des republikanischen Präsidentschaftsbewerbers. Am Ende steht für den Autor der klare Schluss: "Für sich genommen und alleinstehend ist die Rhetorik Trumps nicht notwendigerweise faschistisch. Doch zusammen genommen und in der Person des Donald Trumps ist klar: Die Rhetorik des Faschismus ist da und zunehmend auch die dazugehörige Politik. Das einzige was fehlt, ist die Gewalt.“

Selbst das Team Jeb Bush scheint das übrigens so zu sehen.

Das muss merkwürdig sein: Von Familie Bush als Faschist beschimpft zu werden. DAS muss man erstmal hinbekommen.

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