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Jetzt bewiesen: „Trump ist Faschist“
Slate über Donald Trump und Umberto Ecos Faschismusdefinition.

Man sagt das halt immer so: „Verdammter Faschist“ hier, „mieser Faschist“ dort. Bush als Faschist, Blair als Faschist und so weiter und so fort. Übersetzt bedeutet das natürlich meist nur: „Ich stimme mit den zu konservativen Wertvorstellungen dieses politischen Gegenübers nicht überein und zeige mich wehrhaft schockiert als prinzipientreuer und zugleich kritischer Oppositioneller“.

Das jedenfalls galt als Faustregel bis zum Eintreffen des Donald Trump. Der nämlich, zeigt nun Jamelle Bouie im US-Debattenmagazin Slate eindrücklich, ist tatsächlich, ehrlich, und ganz im Ernst, nun ja, eben ein lupenreiner Faschist.

Im Rückgriff auf Umberto Eco und seinen Faschismus Aufsatz im New York Review of Books bezieht sich der Autor auf eine Reihe von Indikatoren: Einen Kult des Handelns um des Handelns willen, die Bewertung von Nachdenklichkeit als Form der Entmännlichung, Intoleranz gegenüber analytischer Kritik, Furcht vor Unterschieden, den Aufbau einer nationalen Identität gegen innere und äußere Feinde, offene Verachtung von Schwachen und das Zelebrieren einer aggressiven und gewalttätigen Maskulinität. Soweit der eingedampfte Kriterienkatalog Ecos.

Was dann folgt ist der direkte Vergleich mit aktuellen Aussagen des republikanischen Präsidentschaftsbewerbers. Am Ende steht für den Autor der klare Schluss: "Für sich genommen und alleinstehend ist die Rhetorik Trumps nicht notwendigerweise faschistisch. Doch zusammen genommen und in der Person des Donald Trumps ist klar: Die Rhetorik des Faschismus ist da und zunehmend auch die dazugehörige Politik. Das einzige was fehlt, ist die Gewalt.“

Selbst das Team Jeb Bush scheint das übrigens so zu sehen.

Das muss merkwürdig sein: Von Familie Bush als Faschist beschimpft zu werden. DAS muss man erstmal hinbekommen.

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18 Leserbriefe

K. Smith schrieb am 04.12.2015
Trump ist kein Faschist. Er ist gegen illegal immigrante in the US und wird deshalb demonisiert.
G.Ataya schrieb am 05.12.2015
Mister Trump ist gegen Einwanderern, gegen Behinderte, gegen Frauen, gegen Muslime, gegen linke und Liberale, gegen die Meinungsfreiheit. Trump ist für militärische Aufstockung von Polizei und Armee, für Israel, für eine maskuline Gesellschaft aus alten Zeiten. Trump ist für Trump. Einem abgehobenem, verlogenen, selbstverliebten und extrem gefährlichen Elefant im Porzellanladen. Und leider ist er nicht besonders intelligent, was ihn noch unberechenbarer und gefährlicher macht. Trump ist auf jeden Fall nach den oben angeführten Richtlinien ein ausgemachter Faschist und Rassist.
BS schrieb am 06.12.2015
Diese Faschismus Definition trifft auch auf Putin, Erdogan, Chavez und noch in viel Stärkerem Maße auf Stalin, Mao, PolPot, Mugabe, Castro, Franko, Che Guevara etc.
erikamicron schrieb am 07.12.2015
trump versteht sich in erster linie als patriot. davon gibt es immer noch sehr viele in den us. ihnen wird von den medien standig eingeredet, dass patriotisch zu sein intolerant ist. viele der patrioten sind daher still geworden aber fuhlen sich unwohl und beklommen. trump hat ihnen ein sprachrohr gegeben ,und man ist ihm dankbar dafur, denn er sagt ,was viele gerne selber sagen wurden aber sich nicht trauen. deswegen verzeihen ihm seine anhanger buchstablich alle schnitzer. es ware klug ,wenn man in Europa darauf plante , dass trump ,der presse zum trotz , tatsachlich zum presidenten gewahlt wird. es ist gefahrlich trump fur dumm zu halten. er ist kein intellektueller aber er hat einen sehr guten naturlichen instinkt das richtige zu tun ,um seine ziele zu erreichen. z. b . er ist der einzige presidentschaftskandidat , der es geschafft hat, tagtaglich in den nachrichten zu sein ,ohne einen dollar dafur auszugeben. das ist eine sehr effektive form der kummunikation mit seine anhangern. kein wunder, dass seine umfragewerte so hoch sind.
vites schrieb am 08.12.2015
Trump sagt nur was das Volk denkt, auch das Europäische! Wohin wir mit der bisherigen Flüchtlingspolitik zB gekommen sind, sieht man ja.
Joachim schrieb am 08.12.2015
Wir haben ja unsere Gutmenschen in der Politik, mit deren Wortwahl alles durchsetzbar ist, von TTIP bis zu völkerrechtswidrigen Bundeswehreinsätzen.

Alle Ölländer im Krieg und Lybien, Irak und Syrien liefern sozusagen Öl gegen Waffen zum fast Nulltarif.

Eine falsche Politik wegen einer Öl-Pipeline macht in Syrien den Präsidenten innerhalb von zwei Monaten vom Doktor zum Schlächter.

Das billige Öl macht ja alles andere auch so billig, dass unser Draghi unentwegt Geld pumpen muss, damit wir nicht in die Deflation fallen trotz Negativzinsen.

Die Welt ist im vollen Witschaftskrieg und unsere Politiker sind zu schwach für Auswege. Danach folgt eben der richtige Krieg, das war ja schon immer so.....


Wie hat ein anderer amerikanischer Präsident es formuliert: "Ein starker Dollar ist in unserem besten Interesse."

Dies erreicht man auch mit einem schwachen Europa und dieses Ziel wurde in den letzten 10 Jahren erreicht, erst militärisch, in Deutschland Abkehr von der Wehrpflicht, dann finanziell durch die CDF- und Lehmann-Show und jetzt durch Krisen im europäischen Umland, das sozusagen systematisch Staaten zersetzt.

Der IS ist doch nur ein Produkt, wenn auch etwas größer als geplant.

Mit Trump kann es nicht schlimmer werden als mit Clinton und beide sind wohl abhängig von stärkeren Kräften mit eigener Agenda.
Henryk Stanke schrieb am 09.12.2015
Wenn D. Trump ein Faschist sein soll, wer war dann der viel gehrte US Präsident F.D. Roosevelt, der 1938 einen Passagierdampfer mit jüdischen Flüchtlingen zurück nach Deutschland schickte, obwohl er genau wusste, dass den Leuten der sichere Tod drohte? Und das nur darum, weil er Angst hatte, nicht mehr zum Präsidenten gewählt zu werden!

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carlos Ac liberal schrieb am 10.12.2015
Mr. Trump ist ein Anarchist und extremistische , aber wie in der Welt gerade jetzt ... wird gewinnen
LS_BB schrieb am 11.12.2015
Trump ist kein größerer Faschist als Merkel, Gabriel, Roth, Juncker, BanKiMoon ...
Ich finde, auch wenn Trump relativ provokant vorgeht (was mich nicht stört), so ist er eine Art letzte Hoffnung, dass die freie Demokratie überlebt.

Die Alternative Hillary ist eine wesentlich größere Gefahr für den Weltfrieden, denn sie folgt der zwanghaften Umerziehungsideologie des Genderwahns und political Correctness, die mit Wissenschaft oder Fortschritt gar nichts zu tun haben, mit freier Demokratie nicht vereinbar sind, sondern starke Züge einer extrem intoleranten Sekte aufweisen.

Die jetzigen Gutmenschen haben sich zur obersten moralischen Instanz erklärt und die gesamte Welt muss nach ihrer Ideologie umerzogen werden - wenn nötig mit täglicher Propaganda und Gehirnwäsche aus allen gleichgeschalteten Medien - damit ihr Weltbild stimmt. Ob es die Menschen wollen, spielt für sie keine Rolle.
Mario schrieb am 12.12.2015
Trump ist und war immer ein Wirtschaftsmagnat. ...weiß wie ein Konzern geführt werden muss.... mit Härte und kein platz für Hilfe gegenüber schwächeren ....Konzernchef ja ..großer Staatsdenker und Lenker NEIN !!
Sebastian schrieb am 14.12.2015
Trump spricht nur das offen und ehrlich an was schon längst in den Köpfen vieler Menschen in den USA ist bzw. gedacht wird. Das hat er ja auch immer so gesagt. Ich finde es deshalb nicht so schlimm wenn Trump sich so aufführt. Daran und an ihm, als Menschenfänger, können sich die US Amerikaner messen wenn es so weit ist.
AkDan schrieb am 14.12.2015
Trump sagt was das Volk denkt? 32-35% der Republikaner mit sinkenden Werten! Ueber 72% der Bevoelkerung hat sich bei Umfragen gegen seine Ideen ausgesprochen...Wenn er anfaengt seine Geschaeftspartner und Investoren aus den arabischen Laendern gleich zu behandeln koennen wir weiter diskutieren
jindra schrieb am 14.12.2015
Trump ist kein größerer Faschist als Merkel, Gabriel, Roth, Juncker, BanKiMoon ... Das werde ich jederzeit unterschreiben.
Georg schrieb am 15.12.2015
Trump,NY er,der Rest glaubt alles was popular ist.300 Million US Buerger,wissen wer Trump ist,nicht aber was er glaubt.me me me.
steph schrieb am 15.12.2015
Er lebt in den USA zu seinem Glück. In Germanien hätten Presse und "freie Medien" den Mann schon längst zerrupft und seinen Ruf zerstört.
Bernhard Keim schrieb am 28.12.2015
Trump ist der lebende Beweis dafür wie ordinär Reichtum sein kann.
Bernhard Keim schrieb am 28.12.2015
Beim durchlesen des Artikels musste ich an den sehr guten Artikel von Saratov über Putin denken, der hier vor einigen Wochen publiziert wurde: http://www.ipg-journal.de/rubriken/aussen-und-sicherheitspolitik/artikel/feindbild-komplexitaet-994/
Die Einstellung, dass Komplexität von Übel und Analysen überflüssig sind, scheint er ja mit Putin zu teilen. Nicht weniger als diesen Aktionismus der sich in einem "Handeln um des Handelns willen" ausdrückt. So unterschiedlich die Systeme, so ähnlich scheinen sich die Charaktere.
George Stock schrieb am 14.01.2016
Trump in Grossen Buchstaben,am Flugzeug,ect.wenn eine seiner Firmen pleite geht,achselzucken.man kann sich vorstellen wie er regieren will,seinTeam taubstumme Generale.