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Volles Risiko in Davos
Der Global Risk Report des Weltwirtschaftsforums.

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Steht einer Einladung nach Davos entgegen: Wasserstoff- bzw. Atombombenzündung.

Den meisten normalsterblichen Erdenbürgern wird es in diese Woche genauso gehen wie Nordkorea: Der Zutritt zum Weltwirtschaftsforum in der Schweiz wird ihnen verwehrt bleiben – und das, obwohl sie weder Wasserstoffbomben noch reguläre Kernwaffen zu Testzwecken gezündet haben.

Da trifft es sich also gut, dass das Weltwirtschaftsforum nun den Global Risk Report 2016 vorgelegt hat, der die Gespräche der Hautevolee aus 44 Staats- und Regierungschefs und 2 500 Top-Managern zumindest teilweise bestimmen wird. So kann sich die weitere Öffentlichkeit zumindest dieselbe Vorbereitungslektüre zu Gemüte führen wie der Davos Jet-Set. Formal geht es dort wie jedes Jahr ganz explizit darum „den Zustand der Welt zu verbessern“. Diesmal konkret durch Befassen mit der „vierten industriellen Revolution“, worunter die Veranstalter das „Zusammenwachsen der New und Old Economy“ verstehen.

Für den Report haben 750 Fachleute insgesamt 29 globale Risiken untersucht. Arbeitsauftrag: Mögliche Auswirkungen und die Wahrscheinlichkeit ihres Eintritts über einen Zeitraum von zehn Jahren beleuchten.

Wenig überraschend dabei: Das Risiko mit der höchsten Eintrittswahrscheinlichkeit sehen die Experten in „unfreiwilligen Migrationsströmen“. Wer hätte das gedacht! Möglicherweise wäre auch ein kleinerer Kreis globaler Risikoanalysten zu diesem Schluss gekommen. Doch, schon klar, auch offensichtliche Wahrheiten gehören bisweilen ausgesprochen. Auf Rang 2 folgen „extreme Wetterbedingungen“ und auf Platz 3 ein Versagen der Weltöffentlichkeit in der Klimapolitik.

Besonders eindringlich warnen die Experten dabei trotz der hierarchisierenden Rangliste vor einer immer stärkeren Verknüpfung der identifizierten Einzelrisiken. So ist das Resümee des Reports auch eine Warnung: Seit Ersterstellung des Berichts vor elf Jahren sei die Weltgemeinschaft noch „nie mit einer so breit gefächerten Risikolandschaft konfrontiert gewesen“ wie heute. Es gibt also genug zu diskutieren in Davos - auch ohne Kim Jong Un.

Den Bericht des Weltwirtschaftsforums finden Sie hier.

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2 Leserbriefe

Ulrich Derigs schrieb am 19.01.2016
Was unbedingt zur Sprache kmmen sollte, sind die Erdbeben, die durch die Einleitung von Abwässern jeglicher Art in kiometertiefe Bohrungen erzeugt werden!
Gerd schrieb am 19.01.2016
Moin,moin
Was hat der Artikel mit der weltwirtschaft zu tun? Eine darstellung des Zusammenhangs bspw. zwischen Flüchtlingsströmen und Makroökonomie wäre wünschenswert.