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Der ausblutende Kontinent
Warum fragt niemand Afrikas Staatsführer, weshalb sie außerstande sind, Verantwortung für ihre Bevölkerung zu übernehmen?

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Seine kaiserliche Majestät Bokassa der Erste, Kaiser von Zentralafrika. Damals wahrscheinlich auch "Garant der Stabilität".

Weder den entrückten afrikanischen Machthabern noch der Afrikanischen Union (AU) ist der tausendfache Tod im Mittelmeer besonderen Aufhebens wert. Warum fragt niemand Afrikas Staatsführer, weshalb sie außerstande sind, Verantwortung für ihre Bevölkerung zu übernehmen? Vielen afrikanischen Autokraten sei es schlicht egal, ob ihre Bürger im Meer ertrinken würden, sagte der kenianische Publizist Koigi Wamwere. "Sie sind weder am Allgemeinwohl interessiert noch daran, die Lebensumstände ihrer Bürger zu verbessern, sie wollen sich nur bereichern", ergänzt der Ex-Minister, der für seine kritischen Überzeugungen in Kenia elf Jahre im Gefängnis saß.

Die Autokraten, die ihr Mandat nicht als Auftrag auf Zeit, sondern als Lebensaufgabe betrachten, glauben offenbar, dass sich die Zustände in ihren Ländern durch Ignorieren aus der Welt schaffen lassen. Warum lädt die Afrikanische Union angesichts der dramatischen Entwicklungen im Mittelmeer nicht zumindest jetzt zu einem Sondergipfel, um die Notlage vieler Afrikaner zu debattieren? Die Afrikanische Union muss sich mit den Verhältnissen beschäftigen, die Menschen zur Flucht Richtung Mittelmeer treiben. Dann müssten sie allerdings über den eklatanten Mangel an Perspektiven und Hoffnungen für viele der jungen Menschen, die fast überall in Afrika ausgebremst werden, reden und feststellen, dass die herrschenden Klassen in Afrika ihre Länder schlecht regieren und keine Politik entwerfen, die den essentiellen Bedürfnissen vieler Menschen genügt.

Erst wenn afrikanische Staaten eine eigene Dynamik entfalten und die für einen Rechtsstaat nötigen Institutionen bauen, werden die Flüchtlingsströme vielleicht wieder kleiner.

Wir werden die Probleme Afrikas nicht lösen können. Eine Jahrzehnte währende Entwicklungspolitik hat das bis heute nicht vermocht. Unsere Entwicklungshilfe beruht auf dem Trugschluss, wirtschaftlicher, sozialer Fortschritt sei möglich ohne politische Entwicklung. Es gibt eine Reihe möglicher konkreter Maßnahmen, die zur Linderung der Probleme beitragen könnten. Die tief verwurzelte Kultur der Korruption, die feudal anmutenden Machtstrukturen, die vor allem den eigenen Reichtum maximieren, die bedrückende Bürokratie und die Missachtung des Rechts halte ich für die Grundlage der Misere. Ein Land kann sich nur entwickeln, wenn es ordentlich regiert wird.

Alle Erfahrungen der letzten Jahrzehnte haben gezeigt, dass man von außen keine im Elementaren funktionsfähige Staatlichkeit aufbauen kann. Wir müssen in diesen Ländern öfter bereit sein, den Hahn zuzudrehen, wenn Dinge schief laufen. Wir sollten uns auch nicht mehr mit hunderten von Projekten verzetteln. Wie Länder erfolgreich sein können zeigen z. B. Botswana, Kap Verde, Namibia, Mauritius, Ruanda, und Senegal. Dort wurde erkannt, dass auch die breite Bevölkerung eine gute Schulbildung und solide Ausbildung braucht, wenn das Land als Ganzes vorankommen will.

 

Die Flucht der Talente aus Afrika schadet dem Kontinent

Dass die "Migration den Politikern sogar gelegen kommt" wie einige meiner afrikanischen Bekannten meinen, ist sicher nicht ironisch gemeint. Da es die Unbequemen sind, sehen Afrikas Herrschende sie nur zu gerne ziehen. Präsident Paul Biya (ununterbrochen seit 33 Jahren an der Macht) hat zu meiner Zeit als Botschafter in Kamerun gar öffentlich das Recht auf Migration nach Europa gefordert.

Wer geht, geht häufig für immer. Das kommt die Länder mittelfristig teuer zu stehen. Viel wichtiger als weitere Entwicklungshilfe wäre Druck auf die autoritären afrikanischen Staaten, damit die Jugend ihre Länder nicht mehr verlassen muss. Sie suchen bessere Chancen im freiheitlichen Rechtsstaat und wirtschaftlichen Aufstieg im vielgescholtenen Kapitalismus. Sie kommen aus halbfeudalen, clanmäßigen, korrupten Strukturen heraus in ein Leben mit einem durch Aufklärung geprägten Staat. Seit zwanzig Jahren emigrieren z. B. afrikanische Ärzte vor allem nach Europa, USA, Kanada, Australien, Neuseeland, in die Länder des Golf oder nach Südafrika. Etwa 30 Prozent der afrikanischen Ärzte haben ihr Heimatland verlassen. Nach dem Studium kehren nur 10 Prozent in ihr Land zurück. Es gibt mehr Ärzte aus Sierra Leone in Chicago als in ihrer Heimat und mehr als 20.000 nigerianische Ärzte in den Vereinigten Staaten. 95 Prozent der angolanischen Ärzte sind in Portugal. Während die Weltgesundheitsorganisation einen Arzt für 1000 Bewohner empfiehlt. Sind es in Mosambik 1 zu 38.000, in Ghana 1 zu 17.000 und 1 zu 13.500 in Kamerun. In Kenia und Tansania sind bis zu 60 Prozent aller Stellen im Gesundheitsbereich unbesetzt. Gründe für die Auswanderung sind ein neues Verständnis von Freiheit, schlechte Arbeitsbedingungen und Bezahlung, verfallende Krankenhäuser und Bildungseinrichtungen.

 

Die Zeitbombe tickt

Die Jugendarbeitslosigkeit in den afrikanischen Ländern ist die höchste in der ganzen Welt. Stabilität wird es in Afrika nicht geben, solange diese Menschen keine Arbeit finden. Ohne ein Mindestmaß an Rohstoffveredelung und produzierendem Gewerbe dürfte es in Afrika kaum eine industrielle Revolution nach dem Vorbild Asiens geben. Qualifizierte und gut bezahlte Arbeitsplätze bei der Veredlung entstehen woanders. Der Wohlstand geht so an den meisten Menschen in Afrika vorbei. Korruption, Arbeitslosigkeit und das starke Wohlstandsgefälle zwischen den Städten und dem Land sorgen dafür, dass Millionen von Afrikanern auch in den über 20 reichen Ländern in Armut leben. Länder, die, wie Äthiopien und Ruanda, Wachstum auf der Grundlage eines florierenden Agrarsektors aufgebaut haben, haben gezeigt, dass dieser als ein starker Katalysator für integratives Wachstum und Armutsminderung fungieren kann. Das große Potential der afrikanischen Länder in den Bereichen Land- und Fischwirtschaft, in der Forst- und Viehwirtschaft könnte für verarbeitende Industrien, für die Exportwirtschaft genutzt werden, um neue Arbeitsplätze zu schaffen und die Armut zu vermindern. Afrika importiert heute Nahrungsmittel von über 30 Mio. Euro statt agrarische Rohmaterialen in den jeweiligen Ländern zu verarbeiten.

Die Unzufriedenen, die reale Veränderungen wollen, werden sich in nicht allzu großer Ferne kraftvoll zu Wort melden.

In Afrika hat ein Brain drain eingesetzt, angetrieben von der Überzeugung, die besten Arbeitsplätze des Landes seien jenen mit den besten Beziehungen vorbehalten. Neben den Armutsflüchtlingen gibt es eine nicht zu leugnende Emigration von Fachkräften. Die Flucht der Talente kommt die Länder mittelfristig teuer zustehen. Der schmerzliche Aderlass in den ausblutenden Ländern bedeutet, dass sie noch weniger den Anschluss an das besser gestellte Europa finden werden. Der Kontinent verliert nicht nur seine wenigen Facharbeiter, Techniker, Ärzte, sondern auch engagierte und leistungswillige junge Menschen. Erst wenn afrikanische Staaten eine eigene Dynamik entfalten und die für einen Rechtsstaat nötigen Institutionen bauen, werden die Flüchtlingsströme vielleicht wieder kleiner.

 

Kein Sonderstatus mehr für afrikanische Autokraten

In dem Bericht der Pariser Nationalversammlung vom Mai 2015 über die zwanzig frankophonen Staaten Afrikas steht: "Unser Land hat sich bisher von der Klasse dieser Machthaber (die wir immer unterstützt haben) nicht distanziert und sie hat vor allem keinen Kontakt zu der jungen Generation, die das Afrika von Morgen schaffen wird.”

Auch wir werden uns deutlicher positionieren müssen. Es reicht nicht, mit Appellen sorgenvolle Miene zum bösen Spiel zu machen und einfach weiter Entwicklungshilfe zu gewähren, wobei von vornherein bekannt ist, dass es keine Reformbereitschaft, unternehmerische Initiativen, effiziente Verwaltung und Gerichtsbarkeit gibt. Die Bildungsmisere ist die Ursache der Probleme vieler afrikanischer Staaten, weil die Regierungen nicht in die menschlichen Fähigkeiten investieren. Sie verweigern ihren Bürgern einen gerechten Zugang zu Bildung und Gesundheit. Das Recht auf vollwertige Bildung symbolisiert berufliche Aufstiegsmöglichkeiten, den Schutz vor Ausbeutung, die Chance sich zu emanzipieren, die Möglichkeit sich weiterzuentwickeln und eine Grundlage zu schaffen für ein besseres Leben. Die Unzufriedenen, die reale Veränderungen wollen, werden sich in nicht allzu großer Ferne kraftvoll zu Wort melden.

 

Kein Land hat das Recht, Zustände zuzulassen, die die Bevölkerung zur Ausreise drängen. Es gilt also: maximaler diplomatischer, politischer und wirtschaftlicher Druck ist erforderlich. Den afrikanischen Autokraten sollte nicht weiter ein Sonderstatus eingeräumt werden, der scheinbar jegliche Kritik verbietet. Die Frage, ob das viele Entwicklungsgeld in solchen Staaten sinnvoll verwendet wird, darf nicht weiter verpönt sein.

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17 Leserbriefe

W schrieb am 01.06.2015
Die Analyse der Situation in vielen afrkanischen Ländern trifft zu. Bildung sollte außerdem der Kern von Entwicklungsprojekten sein. Afrikanische Autokraten werden jedoch auch unter Druck nicht sofort einlenken und der Stop von Geldern und Unterstützung schadet nur den Menschen, die es am dringendsten brauchen. Meiner Meinung nach ist das nicht die Lösung des Problems.
Dr. Sabine Grund schrieb am 02.06.2015
"Unsere Entwicklungshilfe beruht auf dem Trugschluss, wirtschaftlicher, sozialer Fortschritt sei möglich ohne politische Entwicklung."
Richtig - aber wer hat denn die politische Entwicklung ständig hintertrieben?
Die Morde an Patrice Lumumba, Thomas Sankara, Melchior Ndadaye, Juvenal Habyarimana, Cyprien Ntaryamira u.a. sowie die direkte oder indirekte westliche Unterstützung machten es ja sehr attraktiv, politische Entwicklung für das eigene Land zu planen.
Leser45 schrieb am 02.06.2015
Die Analyse ist zutreffend, die Feststellung: "Wir werden die Probleme Afrikas nicht lösen können" unzureichend. Würden die ehemaligen Kolonialmächte endlich ihre "Vorzugsstellung" bezüglich Ausbeutung von Bodenschätzen, Auftragsvergaben, Ablösesummen, Einmischung in die inneren Angelegenheiten der Staaten etc. aufgeben und statt dessen wirkliche Entwicklungshilfe und fairen Handel betreiben, würde sich - wenn auch sicherlich nicht von heut auf morgen - wirklich etwas entwickeln können. Unter dem Deckmantel von TTIP wird jeder faire Handel der Entwicklungsländer im Keim erstickt. - Leider wird zu viel und zu oft die aus der Kolonialgeschichte herrührende Bindung der afrikanischen Staaten an europäische "Vorgaben" ausgeblendet bzw. nicht bewusst gemacht!
Kamerun schrieb am 02.06.2015
Dort wo mangelnder politischer Wille und Korruption Entwicklung verhindert, hilft alles Geld der Welt nicht. Die Frage ob das viele (deutsche) Entwicklungsgeld in autokratischen Staaten sinnvoll verwendet wird, kann ich auch aus meiner eigenen Erfahrung in Zentralafrika nur mit "leider meist nein" beantworten. Es geht häufig nur um Mittelabfluss ohne genaue Analyse der Situation und ohne Evaluation des Impacts, von Nachhaltigkeit gar nicht erst zu sprechen. Spricht man allerdings die verantwortlichen Personen auf diese Kritik an, so bekommt man doch einen Eindruck der Interessenslage: Wenn wir kein Geld geben, wer gibt dann das Geld? Wollen wir wirklich, dass China u.a. in Afrika weiter an Einfluss gewinnt?...
Heiko von Thaden schrieb am 02.06.2015
Hier liegen einige Fehler in der Beurteilung vor. Erst einmal ist die Lage in den Ländern Subsaharas sehr unterschiedlich. Die eigentlichen Probleme der Länder sind die mangelnden ökonomischen Aussichten für ihre Bevölkerung. Ursache ist im wesentlichen eine mangelnde Infrastruktur. Die von den Kolonialherren übernommene führt immer nur zu den Häfen. Eine Vernetzung des ganzen jeweiligen Landes ist nicht oder nur mangelhaft vorhanden. Eine Vernetzung zu den Nachbarländern existiert nur in einem rudimentären Umfang. Fluglinien fliegen nur die Nachbarländer des gleichen ehemaligen Kolonialherren an. Über die geleistete Entwicklungshilfe und deren Sinnhaftigkeit wird ja andernorts gestritten. Aber ernsthaft zu glauben, das humanitäre Projekte Auswanderungsbemühungen stoppen würden, halte ich für verfehlt.Genauso anachronistisch ist der Bezug auf die Kolonialzeit. Wichtig wäre, in ausgewählten Ländern wirtschaftliche "Leuchtturmprojekte" wie zum Beispiel bei der Zusammenarbeit deutscher und ghanaischer Hochschulen zur Züchtung von dürreresistenter Pflanzen etc. Da kann vieles Nachhaltige getan werden.
R. Hoeren schrieb am 02.06.2015
Ein notwendiger und gut geschriebener Beitrag. Allerdings nur 50% der Problemsituation: weitere 25% sind Kriege, grösstenteils Stellvertreterkriege und mindestens 15% sind auf die Ausbeutung und Landaufkäufe durch weltweite, vor allem westliche Xstra, Dan Gertler, Leopolds II. Kongo, Ermordung Gaddafis, afrikanische Tribalmentalität und monotheistischer ( moslemischer, jüdischer, christlicher) Sklavenhandel
MfG. R. Hoeren
H.G.Weiß schrieb am 02.06.2015
Das Problem der viel zu schnell wachsenden Bevölkerung wird leider nicht einmal erwähnt.
Bei Geburtenraten von z.B. fünf Kindern je Frau kann sich die Situation nicht zum Guten wenden. auch sind die beschäftigungslosen jungen Männer schnell beim Krieg-Spielen.
Umgekehrt: Wenn die Bevölkerungzahl etwa gleich bliebe, würde der auch in Afrika meist vorhandene Produktvitäts-Zuwachs schnell zu erträglichen Lebensverhältnissen führen.
Das gilt übrigens nicht nur für Afrika, sondern auch für Syrien und andere arabische Länder.
Geburten-Verhütung wäre in all den armen Ländern vorrangig.
Leider gibt es diesbezüglich in Deutschland eine Art Denkverbot.
gabriele schrieb am 02.06.2015
Gute Frage! Aber eigentlich wissen wir die Antwort......im Übrigen fließen netto immer noch weit mehr Mittel aus dem "globalen Süden" in den "globalen Norden" als umgekehrt, trotz "Entwicklungshilfe". Und wie wäre es, wenn Europa endlich aufhört, Diktaturen zu unterstützen, und dem Export von subventionierten Waren, Waffen und Giftmüll sowie dem Land Grabbing und der Ausbeutung von Bodenschätzen einen Riegel vorschiebt?
Ernest schrieb am 02.06.2015
Vielleicht gelingt die Perspektivenerweiterung vom zurecht helfenden Europa (siehe Bettina Rühls, 27. Mai-IPG), zum Europa, das massiv von Afrika Verantwortung fordert, beeindruckend von Volker Seitz (in heutiger IPG, 2. Juni) klargemacht. Darf Schlussbemerkung meines Comments zu B. Rühl wiederholen, von Europas und unser aller Gutmensch-Reaktionsmuster, als sei Afrika vom andern Stern und die Flüchtlingsströme wie vom Mars anflutend. Rühl- und Seitz-Punkte gehören in einen konkreten, umsetzbaren, standardsetzenden, druckausübenden Maßnahmenkatalog. Nicht unsinnige Auffangswartelager nach EU-Gipfeldenken, sondern multinationale Schutz-, Hilfs- und Ausbildungszentren außer in Europa auch in Afrika selbst, geleitet und geschützt von exekutiv umsetzungsfähigen Gremien aus EU-Unesco-Kirchen-NGOs und der Afrikanischen Union! Europa der Regionen, das muss, nur als Beispiel, Modell auch für ein Afrika der ethnisch und religiös konflikttrennenden Regionen werden. Noch einmal: realistische Standards - politisch-menschenrechtlich, wirtschaftsethisch - setzen, wäre Teil erster Maßnahmen.
Nagod schrieb am 02.06.2015
@R.Hoeren, man kann ihnen nur zustimmen!

Raus mit den sog.zivilisierten Europäern (= Blutsauger) aus Afrika und ihrer im Westen ausgebildeten und geförderten Lakaien/Diktatoren. Mehr braucht die Bevölkerung nicht.
liekedeeler schrieb am 03.06.2015
Der Kolonialismus hat nie aufgehört, im Gegenteil, er wird heute bei schwindenden Weltrohstoffvorkommen wieder neu betrieben.
Man denke nur an Mali 2013, plötzlich marschiert Frankreich, weil von der dortigen "Regierung" zu Hilfe gerufen" dort ein, um Dschihadistengruppen zu bekämpfen...
Diese hat Frankreich aber mit seinen Anglo-Freunden selbst ins Leben gerufen (Afghanistan) und ausgebildet und ausgerüstet bis heute.
Im Herzen des Kontinents geht es um Erz und im Norden um Energie Oel und Gas.
Afrika wird an seiner Entwicklung bewusst gehindert und entzweit, um der
Gier willen...
Jan Hus schrieb am 03.06.2015
wie recht sie haben herr seitz,aber es gibt nuancen.
ich habe 21 jahre im kongo/zaire,angola,ruanda,burundi,uganda zentralafrika gelebt und war dort als geschaeftsmann taetig.ich habe bei den unruhen im zaire im september 91 ALLES verloren und im jahre 93 habe ich nach dem genozid in ruanda (unterstuezt von der UNO und dem westen-finanziert von frankreich mit dem segen von francois mitterand)ebenfalls meine firmen und meine mitarbeiter verloren.
die situation haben wir westliche bevormunder selber verursacht.es began 89 als auf einmal der westen, die westlich unterstuetzten diktatoren(mit der damaligen begruendung ,dass sie ein wall gegen die russisch ,cubanische invasoren in angola,aethiopien,mozambik,angola bilden wurden),nach den fall der mauer fallen liessen und die laender mit gewalt in die demokratie zwingen wollten.die frueher beliebten diktaoren wurden erpresst:nur noch hilfe gegen demokratie,in laendern in denen es gearde mal ein embryo an wirtschafliche strukturen existierte.weiterhin hat man keine ruecksicht auf die stammesstrukturen genommen:als mobutu schliesslich freien wahlen zustimmte,meldeten sich 321 parteien.das land war gerademal 28jahre unabhaengig(minus 10 jahre kriege),es gab 10 universitaetsabgaenger.wer soll da fuer demokratische strukturen sorgen?die konsequenz:buergerkrieg ,genozide,bis heute.wir sind an dem chaos selber schuld und es wird auch noch mindestens eine generation andauern .als uns bewusst wurde was wir angestellt haben,haben wir afrika abgeschrieben.wer wundert sich ,dass unter diesen umstaenden die sog elite das land verlaesst?die einzigen,die seit geraumer zeit die bedeutung afrikas erkennen sind die chinesen,aber nicht aus altruismus,sondern als ausbeuter und zerstoerer der umwelt,als diebe der rohstoffe gegen hohe schmiergelder an die potentaten.sie haben sogar mehr als 200millionen ha land "gepachtet"fuer landwirtschaftliche nutzung.die flaechen wurden den bauern gestohlen,teilweise gewaltsam.
ich habe die ausbeutung der minen im kongo durch die chinesen verfolgt:mondlandschaften haben sie hinterlassen,es sieht aus als waere attila vorbeigekommen.Nutzen fuer die bevoelkerung:ZERO.
und wir schauen zu ,bis heute.man will es sich nicht mit ihnen verderben,da sie unsere kunden sind.
was fuer ein zynismus.
Es folgt jetzt eine retroaktive kolonisation:die einwanderer holen sich bei uns das zurueck was uns mit der ausbeutung afrikas reich gemacht hat.haetten wir uns frueher um afrika gekuemmert und mit investitionen dafuer gesorgt,dass die leute dort bleiben,wuerden nicht soviele afrikaner ihr land verlassen.wir haben alles falsch gemacht.
Volker Seitz schrieb am 03.06.2015
@ W Ich stimme Ihnen zu: Mit Bildung werden die Bürger selbstbewusster und selbständiger. Sie hinterfragen etablierte Strukturen und erkennen immer mehr, wie die Politik in ihren Ländern abläuft und nicht unbedingt jede Entscheidung die bestmögliche für möglichst viele ist, sondern in den Personen liegender und dem Gemeinwohl zuwiderlaufender Faktoren sie beeinflussen.
Das größte Kapital mancher Länder sind nicht der Boden oder die Rohstoffe. Es ist die arme Bevölkerung, denn sie sorgt dafür, dass weiter Entwicklungshilfe ins Land fließt. Bei den afrikanischen Eliten gibt es einen gerne benutzten Spruch “You pretend to help us and we pretend to develop”.”Die Armen seien eine Goldmine, allerdings nur für die Regierungen der Dritten Welt und die westlichen Entwicklungsbeamten”, schrieb schon Lord Peter Bauer in den 80 er Jahren des vorherigen Jahrhunderts.
Es überrascht mich, mit welcher Vehemenz unsere Politiker an einer mildtätigen Entwicklungspolitik festhalten, die inzwischen viele Afrikaner für falsch halten. Immer mehr junge Afrikaner haben mich gefragt, warum wir wider besseres Wissen die korrupten alten Männer, die teils jahrzehntelang Macht und Kontrolle über die Bevölkerungen hatten, weiterhin unterstützen.

Um den überfälligen Kurswechsel in der Entwicklungspolitik einleiten zu können, braucht es unabhängige Kontrolleure deren Ergebnisse im Internet offen gelegt werden. Unsere Harmonie mit den Autokraten in Afrika, die immer mehr Geld fordern und auf Reformen pfeifen, muss gestört werden durch hartnäckiges Fragen nach der Wirksamkeit des bisherigen Mitteleinsatzes. Warum werden die Fehleranalysen so ängstlich vermieden? Man erwartet von uns, dass wir das Wohl der Machteliten weiterhin nicht durch unbequeme Fragen nach dem Volkswohl stören. Was wir bei unseren eigenen Regierungen für selbstverständlich erachten und kritisch beobachten, fordern wir in Afrika nicht ein: Zu einer guten Regierungsführung gehört zu allererst, die eigene Bevölkerung nicht zu missachten.
Die politischen Eliten müssen das Schicksal ihres Landes selber gestalten wollen. Das macht ihre Souveränität aus. Das Entwicklungskonzept muss der Staat vorgeben und sich dementsprechend Unterstützung suchen und nicht umgekehrt. Ich habe immer wieder erlebt, dass die Entwicklungsländer ihre Strategiepapiere nicht selbst erstellen. Den Regierungen erspart die Betreuungsindustrie eigene Vorstellungen zu entwickeln wie ihre eigene Entwicklung aussehen soll. Deshalb sitzen Berater ausländische Helfer in den Ministerien und schreiben Papiere, die dann den Zentralen der Geber vorgelegt werden.
Gerne wird übersehen, dass fast alle mit staatlicher ausländischer oder privater Hilfe errichteten Projekte nicht mehr weitergeführt werden, wenn ausländische Subventionen versiegen. Entwicklungshilfe schafft Abhängigkeiten und lässt die Afrikaner Eigenverantwortung-die angeblich durch Entwicklungshilfe gestärkt werden soll- und eigene Anstrengungen verlernen.
Volker Seitz schrieb am 03.06.2015
@Heiko von Thaden "Wichtig wäre, in ausgewählten Ländern wirtschaftliche "Leuchtturmprojekte" wie zum Beispiel bei der Zusammenarbeit deutscher und ghanaischer Hochschulen zur Züchtung von dürreresistenter Pflanzen etc. Da kann vieles Nachhaltige getan werden." Das sehe ich genauso.Es wird zu wenig in Forschung in höhere Agrarproduktivität investiert. Durch verbesserte Anbaumethoden und Schutz vor Erosion und Versalzung könnten die Erträge leicht verdoppelt werden. Der schleichende Verlust der Bodenfruchtbarkeit könnte etwa durch die Terra Preta Technologie( schwarze Erde) , ein Konzept der Indios, das wiederentdeckt wurde und z.B. von Technischen Universität Hamburg weiter entwickelt wird. Eine Selbstversorgung mit Nahrungsmitteln ist auch in Afrika möglich. Äthiopien, Malawi, Ruanda haben es vorgemacht.
Dr. Gerald Baraza schrieb am 03.06.2015
The western world is partually responsible for problems in Africa.The African does nit fit ib a capitalist system. Development a assustance to Africa what for. Wjo manufactures weapons and atms for war in Africa? Europe abd America. Who supports African dictators Bokasa-france, Mobutubof Zaire'CIA, SASO NGWESO, France support. Who exploits minerals and oil from Sfrica-America, Europe and China. So Afrucan Problems cannot be dolved by Europeans politics and ideologies. Lsiser Fair is responsible for rxtreme povertybib Africa through poir wages oaid by multibationals who are running mines farns snd infustries in Africs-cheap labour. EUROPE is a part of the african Problem and not a solutions provider. Money stolen by african leaders through corruption is wire trasnsfered to eurozone banks swizz brussels paris london geneva. Africa needs to solve own problems with hone grown grassroots solutions. European Unoon and bretton woods institutions have failed to oull Africa out of poverty with their eurozentric idrologies and policies
Heinrich Triebstein schrieb am 12.06.2015
Im Bundestagswahlkampf 1969 verteidigte der damalige Entwicklungshilfeminister Hans-Jürgen - Ben Wisch - Wischnewski die Entwicklungshilfe mit dem Argument, die gezahlten Beträge kämen in Form von Aufträgen an die deutsche Industrie zurück. Daniela Dahn, Sozialdemokratin und Mitglied der Humanistischen Union, verdanke ich die Einsicht, dass das Sechsfache dessen, was der globale Norden dem globalen Süden an Entwicklungshilfe zahlt an eben diesen Norden zurückfließt. Was die "Strukturanpassungsnmaßnahmen" von IWF und Weltbank über die Jahre angerichtet haben, kann man bei Maria Mies und Vandana Shiva nachlesen. Was die "Wirtschaftsattentäter" über die Jahre in den Ländern des Südens angerichtet haben, wissen wir von John Perkins aus seinen "Bekenntinissen eines Wirtschaftsattentäters" [Vorsicht! Wer "John Perkins" googelt, landet inzwischen auf einer Sexseite.] Und die Autokraten in Afrika sind deshalb so zählebig, weil sie, auch wenn sie "Bastarde" sind, immer "unsere Bastarde" sind. Da muss mehr her als nur Bildung. Da hilft vielleicht der Gedanke weiter, den John Maynard Keynes 1944 in Bretton Woods eingebracht hat, der aber gegen die oben erwähnten Geldsauger der USA keine Chance hatte: Einen Internationalen Ausgleichsfonds schaffen, in den Länder mit Handelsbilanzüberschuss einzahlen und aus dem Länder mit Handelsbilanzdefizit Unterstützung erfahren. Bert Brechts Vierzeiler aus "Alfabet" trifft auch auf Länder zu: "Reicher Mann und armer Mann / Standen da und sahn sich an / Und der Arme sagte bleich / Wär ich nicht arm wärst du nicht reich."
Victoria schrieb am 26.06.2015
Das Einstellen von jeglichen Entwicklungshilfezahlungen in Geld ist der EINZIGE Weg. militärisch und diplomatisch vorgehen will kein westliches Land, weil die Politiker insgeheim richtig begeistert sind von den unmenschlichen Behandlungen in afrikanischen Ländern, anders kann man sich die vorsätzliche Unterstützung dafür nicht erklären.
Man darf keinen einzigen Cent an Entwicklungshilfe in die Hände irgendeiner staatlich auch nur ansatzweise nahen Organisation geben. KEINEN EINZIGEN Cent. Stattdessen muss man das tun was man seit Jahrzehnten vorlügt zu tun, nämlich helfen. Keine Regierung auf der Welt hat jemals vor gehabt zu helfen. Nur private Organisationen helefen, und oh Wunder, DAS funktioniert, aber leider nur im Kleinen. Man muss vor Ort helfen, Projekte selbst aufziehen, ohne staatliche influssnahme und explizit darauf hinweisen, dass der jeweilige Staat NICHTS dafür getan hat. Und es ist wichtig das jeglicher Diebstahl durch den Staat sofort geahndet wird. Viele, wenn nicht die meisten Hilfslieferungen werden dort beschlagnahmt oder gestohlen und von Regierungstruppen auf dem Schwarzmarkt verkauft, mit Wissen und breter Unterstützung westlicher Politiker.
Man kann nur helfen, wenn man helfen will, und das geht nur an der Regierung vorbei direkt vor Ort bei der Bevölkerung. Aber da man hierfür mit einem Zehntel der derzeitigen Entwicklungshilfe das HUndertfache erreichen würde haben alle westlichen Politiker Angst davor, denn es könnte tatsächich etwas bewirken. Der Hass auf glückliche Afrikaner ist in den westlichen Ländern so tief verwurzelt dass es in 100 Jahren nicht passieren wird. Es wird weiterhin nur Lügerei geben man wolle und werde helfen...und man schickt den Machthabern weiterhin Geld für Privatjets und Goldpaläste.