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Politisches Minenfeld Gaza
Die International Crisis Group über die Gefahr einer Eskalation in Gaza.

Es sind beunruhigende Nachrichten: Am 11. März töten israelische Soldaten an der Grenze zum Gazastreifen drei Jihadisten. Es folgen - augenscheinlich mit der Hamas-Regierung koordinierte - Raketenangriffe auf Israel. Und zwar in einem Ausmaß, wie sie seit dem letzten Aufflammen des Konfliktes 2012 nicht mehr zu sehen waren.

Zu der brenzligen Lage hat die International Crisis Group nun einen neuen Report veröffentlicht. In dem (wie immer bei der Crisis Group) verdienstvoll recherchierten Papier erinnern die Autoren daran, dass der Gazastreifen mit seiner Vielzahl von Akteuren, Interessen und Konfliktlinien eine zentrale Rolle für die Zukunft des Konfliktes spielt. Das ist schon mal etwas. Denn regionale Schlagzeilen haben den Gazastreifen aktuell in ein mediales Scharzes Loch verwandelt - mit gravierenden politischen und sozialen Auswirkungen.

Die immer stärkere Isolation sowie die katastrophale ökonomische Lage der Menschen im Hamas-kontrollierten Gazastreifen könnten dabei zu einer gefährlichen Fehlkalkulation führen. Denn die Hamas-Regierung in Gaza könnte sich vor dem Hintergrund ihres Zerwürfnisses mit der ägyptischen Regierung und ihrer immer stärkeren internationalen Isolation dazu verleitet sehen, eine militärische Eskalation herbeizuführen, um über den Umweg der pan-Arabischen bzw. pan-Muslimischen Solidarität eine Verhaltensänderung in Kairo zu erwirken.

Bislang ist es noch nicht so weit. Doch begrenzte militärische Aktionen dürften auf kurze Sicht andauern. Eine Eskalation kann nur in dem Maße verhindert werden, "in dem die Hamas die Grundbedürfnisse in Gaza abdecken kann und so die verschiedenen Fraktionen auf den politischen Konsens verpflichten kann, den Großteil des Beschusses gegen Israel einzustellen".

Den Report in englischer Sprache finden Sie hier.

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