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Wie Trump seine Basis verliert
Die Stimmung in der Arbeiterschaft und dem ländlichen Raum offenbart die Krise des US-Gesundheitswesens. Viele sehen die Schuld bei Trump.

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Nicht alle, die 2016 ihr Kreuz bei Trump gemacht habe sind mit der Politik des U.S.-Präsidenten einverstanden.

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Der krasse Notstand des Gesundheitssystems, der für Arbeiterschaft und Landbevölkerung verheerende Auswirkungen hat, droht Donald Trumps politischer Karriere ein vorzeitiges Ende zu bereiten und verlangt nach einer energischen Reaktion der oppositionellen Demokraten. Ebenfalls liefert er lehrreiche Aufschlüsse darüber, wie man eine arbeitende Bevölkerung erreicht, die mit massiven Problemen zu kämpfen hat, und zwar unabhängig von der Hautfarbe.

So lautet mein Fazit aus den zahlreichen Fokusgruppen-Interviews, die ich für den US-Lehrerverband AFT (American Federation of Teachers) und das Voter Participation Center mit weißen Arbeitern durchgeführt habe, die abseits der Ballungsräume leben – im ländlichen Wisconsin, im Mahoning Valley in Ohio (auch Steel Valley genannt), im Norden des Bundesstaats Maine und im Macomb County, einer vorstädtisch geprägten Region im Großraum Detroit.

Die Erkenntnisse aus diesen Interviewrunden decken sich mit den Ergebnissen einer Telefonbefragung, die ich mit Wählern aus der Arbeiterschaft in den 16 meistumkämpften US-Bundesstaaten durchgeführt habe. Und zwar nachdem Kamala Harris von Joe Biden als Vizepräsidentschaftskandidatin nominiert worden war und der Parteitag der Demokraten begonnen hatte, aber noch bevor Biden am letzten Abend des Parteitags seine abschließende Dankesrede hielt.

2016 profitierte Trump von der Revolte der weißen Arbeiterschaft, die ihm bei den männlichen Wählern dieser Bevölkerungsgruppe unglaubliche 48 Prozentpunkte und bei den Frauen 27 Punkte Vorsprung bescherte. 2018 bei den Zwischenwahlen zum Repräsentantenhaus machte sich bereits die Ernüchterung bemerkbar: Dort schrumpfte der Vorsprung der Republikaner bei der gesamten weißen Arbeiterschaft um 13 Punkte. Nach neuesten Umfragen verlor Trump bei weißen Frauen, bei denen Biden nur acht Punkte hinter Trump zurücklag (mit 44 gegenüber 52 Prozent), weitere sechs Prozentpunkte. Auch wenn Trump seiner Basis die markigen Sprüche liefert, die sie hören will, ist Trumps Vorsprung bei der weißen Arbeiterschaft mittlerweile um weitere vier Prozentpunkte geschrumpft.

Auch wenn Trump seiner Basis die markigen Sprüche liefert, die sie hören will, ist Trumps Vorsprung bei der weißen Arbeiterschaft mittlerweile geschrumpft.

Zur Arbeiterschicht zählen weit überwiegend einkommensschwache Familien und viele Alleinerziehende. Die steigende Zahl von Drogentoten durch Opioide, das Leben mit Behinderungen und ein mörderisch teures Gesundheitssystem zehren an ihrer Substanz. Das war 2016 für sie eine wesentliche Motivation, für Donald Trump zu stimmen: Sie wollten, dass er Obamacare und der damit verbundenen kostspieligen Pflichtversicherung ein Ende bereitet und eine bezahlbare Krankenversicherung einführt. Nachdem er dieses Versprechen nicht einlöste, stimmten bei den Midterms 2018 viele von ihnen gegen die Republikaner.

Durch die Pandemie hat sich die Lage zusätzlich verschärft. Soweit ich mich erinnern kann, wurde noch nie so erbittert über die Probleme von Familien und ihren Kindern diskutiert, die mit gesundheitlichen Schwierigkeiten oder Behinderungen zu kämpfen haben, sowie über die Gefahren, denen sie am Arbeitsplatz ausgesetzt sind. Oder über die Aussicht, dass medizinische Versorgung und verschreibungspflichtige Arzneimittel künftig noch teurer werden. Dass der Präsident sich nicht für die „vergessenen Amerikaner“ ins Zeug legte, sondern für sich selbst, das reichste Prozent der Bevölkerung und die habgierigsten Großkonzerne, brachte das Fass zum Überlaufen.

Für die meisten Befragten war dies der Grund, Präsident Trump die Gefolgschaft aufzukündigen. Drei Viertel der Befragten hatten 2016 Trump ihre Stimme gegeben, aber nicht einmal die Hälfte von ihnen hat vor, ihn im November erneut zu wählen. Selbst die Fokusgruppen-Teilnehmer, die Trump die Treue hielten, protestierten nicht, als andere Teilnehmer sich darüber empörten, dass Trump gesundheitspolitisch die Hände in den Schoß legt, Hass und Rassismus schürt, das Land spaltet, sich auf die Seite der Wohlhabenden schlägt und im Umgang mit Covid-19 planlos agiert. Das alles sind für sie – wie für die meisten anderen Bevölkerungsgruppen in den USA – existenzielle Fragen.

Über Joe Biden äußerten sich die Befragten zurückhaltend. Er wirke alt und nicht gerade kraftvoll, stelle allenfalls geringfügige Änderungen des Gesundheitssystems in Aussicht und mache nicht den Eindruck, als wollte er die Macht des reichsten Prozents in Frage stellen. Ebenso wie viele andere Arbeiter wünschen sich die Fokusgruppen-Teilnehmer eine starke Führungsfigur, die das Gesundheitswesen grundlegend reformiert, die arbeitende Bevölkerung im Kampf gegen die Großkonzerne unterstützt und das Land eint, damit es die aktuelle Wirtschaftskrise und die Krise des öffentlichen Gesundheitswesens bewältigen kann.

Die Wut der Arbeiter auf das Establishment nach der Finanzkrise von 2008 reichte tief in die Wählerbasis der Demokraten hinein, zu der viele Schwarze, Hispanics, unverheiratete Frauen und Millennials gehören.

Die Wut der Arbeiter auf das Establishment nach der Finanzkrise von 2008 reichte tief in die Wählerbasis der Demokraten hinein, zu der viele Schwarze, Hispanics, unverheiratete Frauen und Millennials gehören. Viele waren zunächst skeptisch gegenüber Obamas Affordable Care Act und rührten bei allen folgenden Wahlkämpfen nicht mit voller Kraft die Werbetrommel für die Kandidaten der Demokratischen Partei. Das änderte sich erst, als die Demokraten bei den Zwischenwahlen 2018 mit dem Slogan „Health care, health care, health care!“ um die Wählergunst warben. Die Pandemie eröffnete für progressive Kräfte die Möglichkeit, für die arbeitenden Menschen gleich welcher Hautfarbe zu kämpfen.

Für die Arbeiterschaft und die Menschen im ländlichen Raum ist das Gesundheitssystem das alles beherrschende Thema. In den Fokusgruppen kamen die Teilnehmer sofort auf die persönlichen Gesundheitskrisen zu sprechen, die sie tagein, tagaus zu bewältigen haben.

„Meine Frau hat eine Behinderung“, sagte ein Mann aus Wisconsin. „Das Immunsystem meiner Tochter funktioniert nur noch zu 30 Prozent. Sie rennt von einem Arzt zum anderen und bekommt von meiner Frau ständig zu hören, sie solle ihr das Virus nicht ins Haus bringen.“ Ein anderer Mann aus Wisconsin sprach über seinen unheilbar kranken siebenjährigen Sohn. Eine Frau aus Maine berichtete, dass sie beinahe verblutet wäre und jetzt mit einer Krankenhausrechnung über 24 000 Dollar in der Kreide steht, die „für wer weiß wie lange in meinem Credit Record steht“ (der Credit Record gibt Auskunft über die Kreditwürdigkeit). Eine Frau aus Ohio hat zwei autistische Kinder. Der Enkel einer anderen Frau leidet unter Allergien und ist dringend auf einen EpiPen angewiesen – einen Auto-Injektor, der ihm im Notfall das Leben rettet. „Seit drei Jahren bekomme ich für ihn keinen EpiPen. Ich kann es mir einfach nicht leisten. Meine Versicherung übernimmt die Kosten nicht“, klagt die Betroffene. Die Preise für das Notfallmedikament sind in die Höhe geschnellt und verharren dauerhaft auf hohem Niveau.

Als ich das Gespräch der Zoom-Fokusgruppe verfolgte, fragte ich mich anfangs, ob die Teilnehmer anhand einer speziellen Liste zusammengestellt worden waren – bis ich mir die Volkszählungsdaten zu Behinderungen genauer ansah. Landesweit haben 12,6 Prozent der Bevölkerung eine Behinderung; im ländlichen Raum sind es 15,1 Prozent. Bei Schwarzen und amerikanischen Ureinwohnern ist die Behinderungswahrscheinlichkeit höher als bei Weißen. In der Altersgruppe der 65- bis 74-Jährigen hat jeder Vierte und bei den über 75-Jährigen jeder Zweite eine Behinderung. Beide Gruppen sind in den ländlichen Gebieten, in denen die Teilnehmer der Fokusgruppen leben, überrepräsentiert. Struktureller Rassismus spielt in diesem Zusammenhang eine gewichtige Rolle: Anfang des Jahres hatten nur 20 Prozent der Schwarzen mit Behinderung einen Job, während es bei Weißen und Hispanoamerikanern mit Behinderung 30 Prozent waren.

Anschließend nahm ich die Volkszählungsdaten für die Kongresswahlbezirke der Fokusgruppenteilnehmer unter die Lupe. Diese warfen ein ganz neues Licht auf die USA in der Pandemie. Im vorstädtisch geprägten Macomb County bewegt sich der Behindertenanteil mit 14 Prozent sowohl bei Weißen als auch bei Schwarzen in etwa auf dem Niveau des ländlichen Raums. Für den nördlichen Teil des Bundesstaates Maine weist die Statistik einen Behindertenanteil von 20 Prozent aus, wobei der Anteil bei der weißen Bevölkerung geringfügig höher liegt. Im 6. Kongresswahlbezirk von Ohio haben 20 Prozent aller Weißen und Schwarzen eine Behinderung, während in diesem Gebiet die Quote bei älteren Menschen noch höher liegt als bei anderen US-Amerikanern, die auf dem Land leben.

Für die Arbeiterschaft und die Menschen im ländlichen Raum ist das Gesundheitssystem das alles beherrschende Thema.

In der Covid-19-Pandemie werden die persönlichen Gesundheitsprobleme der Menschen durch das Versagen der Regierung noch verstärkt – mit der Folge, dass die emotionale Verbundenheit mit Trump schwindet.

Kaum lässt man das Stichwort health care fallen, bekommt man Entsetzliches zu hören: „16 000 Dollar Selbstbehalt“, Arbeitgeber, die ihre Beschäftigten aus der Krankenversicherung werfen, „irrwitzige“ Versicherungsbeiträge, eine aus eigener Tasche bezahlte 400-Dollar-Rechnung für ein Asthma-Medikament. Einige Befragte berichteten frustriert, dass sie für Medicaid (das US-Versicherungsprogramm für Einkommensschwache) zu viel verdienen und ihr Einkommen aber nicht ausreicht, um sich in der Mittelschicht zu behaupten. Sie erzählten von Menschen, die auf Behandlungen verzichten, weil sie sie nicht bezahlen können. „Unsere Gesundheitsversorgung ist einfach unfassbar“, meinte eine Frau aus Michigan. „Auf der einen Seite werden enorme Summen verschwendet, und andererseits treiben die hohen Arztrechnungen die Menschen in den Ruin.“

Viele der Fokusgruppen-Teilnehmer leben hart am Rande einer „Mindestlohnwirtschaft“, in der die Firmen sich nicht um ihre Beschäftigten scheren und nur auf den eigenen Profit bedacht sind. „Heute bist du nur noch eine Nummer“, resümierte eine Frau in Ohio. Sie und andere drehen jeden Dollar dreimal um und müssen feststellen, dass Donald Trump nichts unternimmt, um den Notstand des Gesundheitswesens zu beseitigen, von dem sie überrollt werden. Obendrein waren für die nicht von Armut betroffenen Arbeiterfamilien die gesundheitspolitischen Reformen der Demokraten — also Obamacare und die privaten Versicherungsalternativen, die man auf den bundesstaatlichen health care exchanges auswählen kann — auch keine große Hilfe.

Die Fokusgruppen-Teilnehmer diskutierten Obamas Affordable Care Act nicht mit der Ideologiebrille, sondern berichteten von ihren persönlichen Erfahrungen mit den Versicherungen, die auf den health care exchanges angeboten werden und – so formulierte es eine der Interviewteilnehmerinnen – „einen Haufen Geld kosten und viele Kosten nicht übernehmen“. Sie fühlen sich vom Gesundheitssystem im Stich gelassen und wollen, dass jemand dieses System in Ordnung bringt. Joe Bidens schöne Worte machen nicht viel Hoffnung, dass er große Veränderungen in Angriff nehmen würde. „In der Gesundheitspolitik bleibt er schwammig“, befand eine Frau aus Wisconsin. „Ich möchte wissen, was er konkret verbessern will.“

Die zur Arbeiterschaft zählenden und die auf dem Land lebenden Wechselwähler stimmten 2016 weit überwiegend für Trump, aber die Geschehnisse während der Covid-19-Krise haben ihr Trump-Bild tiefgreifend verändert. Sie glauben, dass Trump das Virus nicht ernst nimmt und in dieser für sie lebenswichtigen Angelegenheit nichts als Chaos angerichtet hat.

Joe Bidens schöne Worte machen nicht viel Hoffnung, dass er große Veränderungen in Angriff nehmen würde.

Auffällig ist, dass Trumps übliche Strategie der Ablenkung und Schuldabwälzung bei diesen Wechselwählern nicht mehr aufgeht. „Viele seiner Aussagen sind leicht widerlegbar“, meinte ein Mann aus Wisconsin. „Er nimmt einfach nicht zur Kenntnis, was Sache ist. Er hat den Kontakt zur Realität verloren“, sagt eine andere Frau. „Es ist einfach nur beschämend, dass wir als Land angeblich Weltspitze sein sollen und die meisten Corona-Fälle und die meisten Toten haben“, findet ein Mann aus Michigan. „In der Covid-19-Pandemie haben wir alles verkehrt gemacht.“

Die Fokusgruppen-Teilnehmer verzweifeln daran, dass es keinen US-weiten Aktionsplan gibt und „jeder sich selbst überlassen wird“. Entgeistert nehmen sie zur Kenntnis, dass der Präsident sich um seine Familienunternehmen mehr kümmert als um den Rest der Nation. Eine Frau spekulierte gar, er habe den Reiseverkehr im Inland deswegen nicht eingestellt, „weil er selbst Hotelbesitzer ist“. Die Gesprächsteilnehmer registrieren aufmerksam, dass Trumps Familienmitglieder Schlüsselpositionen in der Administration bekleiden und dass von Rettungsmaßnahmen und Krediten das familieneigene Firmenimperium, Trumps Kumpane und das reichste Hundertstel der Bevölkerung profitieren.

Sie hingegen müssen ums finanzielle Überleben kämpfen und haben Angst, mit etwas Pech in der Obdachlosigkeit zu landen. Als die Interviews mit den Fokusgruppen stattfanden, war der 600-Dollar-Bundeszuschuss zum Arbeitslosengeld bereits wieder ausgelaufen. Die Gruppenteilnehmer, die keinen Job hatten, fragten sich verzweifelt, wie sie ohne diesen Zuschuss über die Runden kommen sollen. 2016 hatten sie fast alle Trump unterstützt, weil sie dachten, er als Geschäftsmann würde für Wirtschaftswachstum sorgen.

Inzwischen wird ihnen angst und bange beim Blick auf den wirtschaftlichen Schaden, den er anrichtet. Trumps Bemühungen, den Wählern seine großen wirtschaftlichen Erfolge aus den Zeiten vor der Pandemie in Erinnerung zu rufen, fruchten nicht. Die Wirtschaftskompetenz, mit der er sich brüstet, entpuppte sich als Angeberei und zeigt in diesen desaströsen Zeiten keine beruhigende Wirkung mehr. „Ich sehe meinen Vater vor mir, dem die Tränen kamen, wenn er die Fernsehnachrichten sah, und mir geht es manchmal genauso“, gestand eine Frau aus Wisconsin. „Da dachte ich: Oh Gott, jetzt werde ich schon wie meine Eltern. Man kann nichts dagegen machen. Was man in den Nachrichten sieht, tut einem im Herzen weh.“

Sie glauben, dass Trump das Virus nicht ernst nimmt und in dieser für sie lebenswichtigen Angelegenheit nichts als Chaos angerichtet hat.

Wir baten jeden Fokusgruppen-Teilnehmer, eine E-Mail an den Präsidenten zu schicken. In den Mails wird spürbar: Die Aufbruchstimmung, die bewirkt hatte, dass sie sich der Revolte der Arbeiterschicht anschlossen, ist dahin. Manche haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben, Trump werde noch die Kurve kriegen, aber die meisten taten in ihren E-Mails ihre tiefe Enttäuschung kund. Dabei wurde deutlich, dass sie sich einen Präsidenten wünschen, der nicht das Land spaltet und nicht zulässt, dass die USA auf internationaler Bühne zur „Lachnummer“ werden, wie sich gleich zwei E-Mail-Schreiber ausdrückten. Sie wünschen sich einen Präsidenten, für den das Wohl der Menschen an erster Stelle steht und nicht die Interessen der Großkonzerne.

„Ich habe sie unterstützt, als Sie gegen Hillary Clinton antraten, aber jetzt zeigen Sie, dass Sie nicht für die Menschen da sind“, schrieb ein Mann aus Wisconsin. „Sie haben das amerikanische Volk über Covid-19 belogen“, schrieb jemand. „Sie verkörpern alles, was in Amerika im Argen liegt, und haben dieses Land erfolgreich ruiniert. Glückwunsch! Sie sind eine Niete“, schrieb eine Frau aus Ohio.

Besonders aufschlussreich ist, was die E-Mail-Schreiber nicht erwähnten: „Was war ich bloß für ein Depp, dass ich bei der letzten Wahl diesem Typen meine Stimme gegeben habe!“ Sie bereuten nichts und gestanden nicht ein, etwas falsch gemacht zu haben. Alle arbeitenden Amerikaner stecken seit dem Crash von 2008 in finanziellen Schwierigkeiten, und die sich verschärfenden Probleme im Gesundheitssystem, körperliche Behinderungen, die Kosten im Gesundheitswesen, Selbstbehalte sowie die gewachsene Macht der Versicherungs- und Pharmaunternehmen ergaben eine explosive Mischung. Das bewog 2016 viele Arbeiter, Trump zu wählen. Es war auch der Grund, warum viele nichtweiße Arbeiter, die mit den Demokraten sympathisierten, sowie zahlreiche Millennials 2016 und bei den Midterms nicht zur Wahl gingen und Obamacare somit nicht mit ihrer Stimme den Rücken stärkten. All diese Wähler hatten Gründe für ihre Entscheidung.

Covid-19 hat viele Existenzen erschüttert, aber auch scheinbar unüberwindbare politische Barrieren ins Wanken gebracht. Die große Mehrheit der arbeitenden Bevölkerung wünscht sich unabhängig von ihrer Hautfarbe eine Regierung, die sich nicht von der Pharmaindustrie gängeln lässt und das US-Gesundheitssystem möglichst beherzt reformiert.

Aus dem Englischen von Andreas Bredenfeld

Die Originalversion erschien bei The American Prospect.

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