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Die schwarze Logik der Gewalt
Der Anschlag auf Boris Nemcov war ein Anschlag auf das andere Russland. In Moskau herrscht ein Klima der Angst.

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„Die europäische Zukunft Russlands kann nicht ermordet werden.“

Die Saat ist aufgegangen. Ein professioneller Mörder hat Boris Nemcov im tiefen Schatten der Kremlmauern erschossen. Mit ihm sollte das andere Russland hingerichtet werden: Das Russland der Öffnung, der Demokratie, der Liberalität. Wer den Ermordeten hat kennen lernen dürfen, dem wird ein Streiter für europäische Werte in Erinnerung bleiben. Gestochen und auch hart konnte er, analytisch begabt, die Krankheiten der russischen Übergänge bloß legen: Von der kommunistischen Diktatur bis zur immer mehr zur Farce verkommenden „gelenkten“ Demokratie. Er kannte die Machtgier des russischen Präsidenten. Korruption und Verachtung, die wahren Insignien der russischen Präsidentschaft, erzeugen seit der zweiten Amtseinführung Putins mehr und mehr ein Klima der Angst. Ob befohlen oder vorauseilend befolgt: diese Exekution soll Schrecken verbreiten.

Eine Blutspur politischer Morde begleitet Putins Weg als Präsident der Russischen Föderation. Sie begann mit Sergej Yushenko, einem aufrechten Sozialliberalen, der klug und entschlossen einen Weg der inneren Reform in der Duma gehen wollte. Als früherer Militär kannte er die Gefahr, die aus dem Krieg in Tschetschenien für die innere Entwicklung Russlands drohte. Sergej wurde im April 2003 erschossen. Kaum ein Jahr verging seither, dass nicht ein unbequemer Gegner Putins eines nicht natürlichen Todes starb. Welcher schwarzen Logik folgt diese Gewalt? Außerhalb jeder Verschwörungstheorie scheint klar, welches Ergebnis die eiskalt durchgeführte Operation am Herzen des russischen politischen Systems haben soll – Zensur durch Töten. Kritische Journalisten, Politiker, die sich dem Regime Putins nicht unterwerden wollen, zivilgesellschaftliche Gruppen – sie sollen eingeschüchtert werden.

Kaum ein Jahr verging seither, dass nicht ein unbequemer Gegner Putins eines nicht natürlichen Todes starb.

Die Feinde im Innern sind gezeichnet. Wer sich gegen die Herrschaft der gelenkten Demokratie wendet und das von der Verfassung verbürgte Recht auf das freie Wort wahrnimmt, wird bedroht. Gegenüber der Agentur Sobesednik sagte Boris Nemcov am 10. Februar 2015: „Ich fürchte, Putin wird mich töten.“ Er war davon überzeugt, dass Putin den Krieg in der Ukraine frei gegeben hatte. Die Annexion der Krim schien ihm eine Blaupause der Aggression im Osten der Ukraine. Und er sprach offen aus, was für ihn mehr war als Vermutungen. Er wollte ein europäisches Russland, das sich befreien sollte von den Schrecken der Vergangenheit. Weil er zu erkennen glaubte, dass Putin Russland in den Ruin führt, wollte er dem sein Bild einer alternativen russischen Zukunft entgegen setzen. Ihm war wohl bewusst, wie schwer es ist, gegen den Rausch des Nationalismus die Stärke der zivilisatorischen Vernunft geltend zu machen. Mit der Klarheit seines Denkens, der Offenheit seines Charakters und der Bestimmtheit seines Mutes hat er ein Zeichen gesetzt.

Am 1. März 2015 wollte Boris Nemcov für den Beginn eines politischen Frühlings in Moskau demonstrieren. Viele Zehntausende Moskowiter demonstrierten am Sonntag für Boris Nemcov, der ihnen eine Hoffnung war. Der Mörder - wer auch immer dahinter steckte - wollte mit seinen Schüssen die Sehnsucht nach einem anderen Russland töten. Dieser Mord wird nicht in der Verzweiflung enden. Die europäische Zukunft Russlands kann nicht ermordet werden.

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26 Leserbriefe

Kahlo schrieb am 03.03.2015
Die europäische Zukunft Russlands kann nicht ermordet werden? Richtig: Denn sie ist seit Putins Amtsantritt unter der Erde und vergessen.
Rita_Berlin schrieb am 03.03.2015
Mord ist keine Lösung, jedoch Methode, die von politischen Gegnern eines Systems genutzt wird, um dieses zu bekämpfenden und das System durch gezielte Propaganda und z.B. dann folgenden Sanktionen zu destabilisieren.
Natürlich kann auch diesmal an dem Mord von Boris Nemcov nur der Kreml, also Putin schuld sein.
Für wie blöd halten die Verbreiter dieser Behauptung eigentlich den Präsidenten Russlands, einen bekannten Oppositionellen direkt vor dem Kreml ermorden zu wollen?
Die Menschen in Russland, die hinter der Politik von Putin stehen, sind wohl zu mächtig geworden in ihrer Anzahl. Da muß man schnell Öl ins Feuer gießen.
Die Verhaftung des Oligarchen Chodorkowski hat Anlass gegeben, die Kampagne gegen Putin wieder auf volle Touren zu bringen.
Unmittelbar vor Putins Deutschlandbesuch wurde Politowska ermordet und unmittelbar vor dem Gipfeltreffen zwischen Rußland und den EU-Staaten folgte Liwinenko.Diese Morde nutzten mit Sicherheit nicht Putin.Und eine Anti-Putin Demonstration im Dez 2006 mit knapp 2000 Teilnehmern und dem schachgenie G. Kasparow war bei einer Stadt mit 18 Millionen Einwohnern auch nicht viel.
Am 1.März 2015 hatten sich zur Anti-Putin Demo noch viel weniger Teilnehmer gemeldet. Da mußte man doch schnell ein Mittel finden, die Öffenlichkeit wieder gegen Putin aufzubringen. Und wenn ich von diesem Artikel ausgehe, so wird weiter daran gearbeitet nicht nur von Seiten Amerikas.
Menschmeier schrieb am 03.03.2015
@Rita: Schon klar: Der Mann hat sich selbst hingerichtet. Nein halt: Das war die CIA. Die hat ja bekanntlich auch das World Trade Center... Aber wem sag ich das. Das wissen SIE doch längst alles, stimmt's?
manfred fischer schrieb am 03.03.2015
Können wir hier wirklich sagen, das war Putins Streich.
Wir können nur dann jemanden ab verurteilen, wenn die Fakten wirklich klar auf den Tisch liegen.
Alles alles sind VOR-URTEILE

Manfred Fischer
Jörn Haß schrieb am 03.03.2015
Die Kolumne von Gert Weisskirchen beschreibt ein gesellschaftliches Klima, in dem politische Morde vorkommen, nicht als Ausnahme, sondern als Regel. Er verdächtigt keineswegs den Präsidenten der russischen Föderation, die Morde selber begangen zu haben. Er bezichtigt ihn aber, wahrscheinlich zu Recht, mit seiner gelenkten Demokratie und seiner Propaganda dieses gesellschaftliche Klima gefördert zu haben. Endlich ein Sozialdemokrat, der klar und deutlich ausspricht, was ist.
Detlef Henning schrieb am 03.03.2015
... und warum hat Gert Weisskirchen dann am 16. März 2013 zusammen mit Tatjana Zhdanok in Riga gegen den dortigen "Faschismus" demonstriert, ausgerechnet mit Zhdanok, die als russische EU-Abgeordnete Lettlands in Straßbourg Putins Politik vertritt und sich als EU-Abgeordnete u.a. noch am 2. Mai 2014, kurz nach Ausbruch der Ukrainekrise, auf einer Veranstaltung der prosowjetischen Organisation „Sutj vremenji” („Wesen der Zeit”) für die Wiederherstellung der UdSSR als ausgesprochen hatte?

Detlef Henning
Ernest schrieb am 03.03.2015
Großartig der Beitrag von Gert Weisskirchen. Es ist der einzig angemessene Ansatz auf der Höhe der Zeit bei der Bewertung der Lage in Russland. Die putinsche Entwicklung über die Jahre hin zum Politführer, der in alter Potentatenmanier (weitere Namen der Vergangenheit und einige der Gegenwart gefällig?) Bevölkerung und Land als sein Eigentum ansieht, ist traurig und entwürdigend für die Russen selbst. Die Putinisten müssen wissen, dass ein Politführer, der seine Gegner verachtet, in letzter Konsequenz auch seine Anhänger verachtet. Es wäre schön, wenn Weisskirchens Ausblick auf die europäische Zukunft Russlands auch in öffentlicher Diskussion in den deutschen Medien zum Leitmotiv würde und nicht der Putinschen Motivik und Empfindlichkeit lange nachgeforscht wird. Alleine schon, dass Russland von westlichen Staaten mit neuster Waffentechnologie ausgestattet wurde (freilich auch als lukratives Business) entkräftet Schuldzuweisungen an Europa, man hätte ihm nicht genug Ehre erwiesen oder gar, Russland müsse sich von Europa bedroht fühlen. Russland hatte die Chance, im europäischen Kreis seine Rolle zu finden. Aber wir haben auch in Deutschland eine Russenfraktion. Gert Weisskirchen sollte innerparteilich durchaus nochmal diskutieren, ob seine Haltung sich mit dem parteistrategischen Ansinnen, deren Vertreter in die Bundesverantwortung zu holen, verträgt.
Schmidt schrieb am 03.03.2015
"Mit ihm sollte das andere Russland hingerichtet werden: Das Russland der Öffnung, der Demokratie, der Liberalität. "

Ein heutzutage völlig unbedeutender Oppositioneller, dessen Partei 2003 nicht mal über die 5 Prozenthürde kam und 2009 in seiner Geburtsstadt Sotschi mit 13 Prozent dem amtierenden Bürgermeister unterlag wird hier zu einer Figur aufgeblasen,deren Beudeutung weit entfernt in der schlimmen Jelzin-Ära zu suchen ist. Noch dazu wird er im Artikel und stellvertretend in den meisten anderen Gazetten und Kanälen als Verfechter der "zivilisatorischen Vernunft" und geradezu Fleischwerdung der demokratischen und freiheitlichen Werte gefeiert.

Was für ein Hohn, schaut man sich die Werke seiner Regierungsbeteiligung als Vize-Präsident unter Jelzin in Form der Verschleuderung des Volksvermögens und der Schaffung monopolistischer, oligarchischer Strukturen a la Chodorkowski u.a. an. Auch sein Wirken in der "Union der rechten Kräfte" mag in meinen Augen irgendwie nicht so Recht in die Form des Kämpfers für freiheitliche Werte und sozialdemokratische Standards passen, die dem Autor dieses Artikels Weisskirchen eine solche uneingeschränkte Sympathie und Vergötterung dieser Person beschert.

"Außerhalb jeder Verschwörungstheorie scheint klar, welches Ergebnis die eiskalt durchgeführte Operation am Herzen des russischen politischen Systems haben soll – Zensur durch Töten. Kritische Journalisten, Politiker, die sich dem Regime Putins nicht unterwerden wollen, zivilgesellschaftliche Gruppen – sie sollen eingeschüchtert werden."

Sie versuchen zu suggerieren, ein vorschneller Schluss in Bezug auf die Täterschaft und Motivlage würde Ihnen nicht unterkommen, und doch steckt der Text voller Verurteilungen und Schuldzuweisungen, die nur einen politischen Hintergrund des Mordes in Verbindung zur Person oder wenigstens zur Politik Putins zulassen.

So viel Voreingenommenheit und bewusst tendenziöse Darstellung der Ereignisse ist mir wirklich zu wider.
Rita_Berlin schrieb am 03.03.2015
@ Ernest.Na, da sieht man ja wie die Gleichschaltung zu funktionieren hat, hier bei uns. Wer bitte ist denn diese"Russenfraktion"?
Sie können doch nicht etwa die "Putinversteher"meinen, die unter den nicht verBildeten Deutschen durchaus zu finden sind, wie man weiß. Übrigens fühlt sich Putin durch die Nato bedroht, und das zu Rechtwenn man sich die Militärstützpunkte der Nato oder der USA auf der ganzen Welt anschaut. Rußland hatte die Chance, in Europa eine Rolle zu spielen, aber das stand den Interessen der USA entgegen.
Franck Talk II schrieb am 03.03.2015
Argumente: sehr schwach! Nur Russophobie und Putinophobie: Russia bashing, Putin bashing Amerika dicta, ite missa est. UE veritas, veritas UE. Gott sei dank, es gibt andere Medien und andere Expert-innen, die anderen Meinung als Herr WG sind, statt Spekulationen aus der kalten Kriegszeit.
Jens schrieb am 03.03.2015
@Rita_Berlin:
Putin fühlt sich durch durch die NATO bedroht - subjektiv mag das sein. Die NATO-Osterweiterung so wie sie sich entwickelt hat war nach dem Zerfall der Sowjetunion weder realistisch noch angestrebt. Die NATO mag Einfluss genommen haben auf Politiker ehemaliger Sowjetstaaten, deren Abspaltung und Distanzierung von Russland basiert aber einzig und allein auf dem Misstrauen und der Angst der Bürger dieser Länder gegenüber Russland. Genaugenommen ist es also keine NATO-Osterweiterung sondern eine Flucht und die Suche nach Schutz von nach Freiheit und Demokratie strebenden Bürgern.
Statt weiter mit der Dampfwalze das zarte Pflänzchen des Vertrauens zu zermalmen und seinen Stiefel auf den verdichteten Boden zu stellen sollte sich Putin gedanken darüber machen, WARUM die Menschen in der Nachbarschaft Russlands zum Westen streben. Dauerhaft gewinnen kann man Menschen nur dann, wenn man attraktiv ist und ihr Vertrauen gewinnt, Gewalt und Unterdrückung können keine dauerhaften Lösungen erzwingen.
Rita_Berlin schrieb am 03.03.2015
@jens:
Nach der Auflösung der Sowjetunion und der "Verteilung"des russischen Volksvermögens an die Oligarchen durch Jelzin, hat Putin versucht, notgedrungen, die Oligarchen mit ins Boot zu holen.Er hat jedoch verhindert, dass weiteres Volksvermögen ins Ausland "verschoben" wird und versucht, das Land aus dem ruinösen Zustand, der nach Jelzins chaotischer Regierung bestand, zu führen.entwickeln. Es wurde für "Ordnung" im Land gesorgt und dafür, dass es den Menschen wieder besser geht in Rußland, sie Arbeit haben und ihnen Löhne gezahlt werden.
Alle Menschen streben nach einem besseren Leben, wenn es ihnen schlecht geht.
Nicht umsonst kommen die Menschen aus dem Kosovo nach Deutschland, gingen die Ostdeutschen in den goldenen Westen. Auch die Chinesen möchten alle Auto fahren und die Menschen, in den Slams von Amerika möchten auch eine gute Schulbildung haben, so wie alle Menschen aber vor allem Frieden und gute Beziehungen zu ihren Nachbarn. Dass die Polen sich von den Russen bedroht fühlen, ist aus deren Geschichte verständlich. Aus heutiger Sicht aber nicht real.
Sie tragen jedoch heute mit ihrer Politik nicht zur Vertrauensbildung mit Rußland bei . Wer bereit ist, in der heutigen Situation amerikanische Raketenstützpunkte an seiner Grenze zu Rußland aufzustellen und an die Ukrainische Regierung Waffen zu liefern, um den Konflikt dort in der Ostukraine blutig zu lösen, bedroht nicht nur Rußland sondern ganz Europa und die nach Freiheit und Wohlstand strebenden Bürger Europas geraten durch solche Politik ins bittere Elend.
Die
Gert Weisskirchen schrieb am 04.03.2015
Lieber Detlef Henning,
auf Ihre Frage antworte ich gerne. Im März finden seit einigen Jahren in Riga Demonstrationen statt, in deren Rahmen Menschen mit Emblemen der SS marschieren. Ich nehme mir die Freiheit, gegen Rechtsextremismus meine andere Meinung zu setzen - in Deutschland und anderswo.
Es grüßt Sie freundlich
Gert Weisskirchen
jundi schrieb am 06.03.2015
@ Rita u.a.
Wer im Jahre 2015 noch immer auf Kremlpropaganda herein fällt, der hat Jahrzehnte
zaristisch - / sowjetrussischer Geschichte verschlafen, die von Großmachtstreben und Unterdrückung der Nachbarvölker geprägt war. Denn: Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem Stalin kroch.Nur ein paar Vorzeichen ändern sich unter dem Lügenbaron, der leider derzeit im Kreml residiert.
VG jundi
Rita_Berlin schrieb am 07.03.2015
@jundi..
nochfruchtbarer scheint der Schoß zu sein, aus dem Hitler, kroch samt seiner gestrigen und jetzigen Nachkommen. Lügen verbreiten u.a. vor allem Leute, die in Kiew sitzen und alles tun, um einen Krieg gegen das russische Volk zu inszenieren. Solche Leute schrecken auch vor keinem Mord zurück. Und was sind in deren Augen schon Menschen in der Ostukraine.
Von Hilfssendungen an diese Menschen habe ich bisher nur russische Konvois gesehen. Und darin haben die bösen Russen besstimmt wieder Waffen versteckt.
Davon, dass die Freundin von BorisNemzov in Kiew bedroht wurde, weil sie in Moskau der Polizei gegenüber eine Aussage zum Fluchtauto gemacht hatte, und nun dort, in Kiew unter Polizeischutz steht, wirft ja wohl auch ein Licht auf die Täter.
Aber glauben Sie nur weiter an den bösen bösen Russen, der all unsere Kinder auffressen will....
manfred fischer schrieb am 07.03.2015
Das ganze Dilemma besteht darin, dass aus allem Machen, schnell Macht und Machenschaften werden.
Und das besonders in der großen Politik, wo es jeder dem Anderen beweisen muss.
Der Homo sapiens - er hat bis heute in vielem nichts dazu gelernt.
Ganz vergessen hat, wozu er eigentlich erschaffen wurde.....

Manfred Fischer - Mannheim
jundi schrieb am 07.03.2015
@Rita
Ja, das ist so eine Sache mit den Schößen, die tatsächlich leider alle noch fruchtbar sind. Linke Gutmenschen sind allerdings auf dem Auge ziemlich blind, wo es um bolschewistisch-kommunistische Verbrechen geht. Und in deren Nachfolge sehe ich die Aggressionspolitik des derzeitigen Kreml - Machos, dessen Riesenreich nach Ihrer reichlich naive These von Kiew aus bedroht wird. Ich empfehle Ihnen - u.a. - das Interview der WELT mit Herta Müller zum Thema.
Aber nach Ihrem letzten Satz verbietet sich eigentlich jeder weitere Diskurs...
manfred fischer schrieb am 08.03.2015
wenn diese welt sich verändern soll - dann müssen wir das - b.brecht und das vor allen in unserem TUN....

wie wäre es denn, wenn jeder von uns herrn präsident putin einen brief schreiben würde, was uns sorge bei ihm macht, und was die große politik überall in der weltweit durch rüstung verursacht?

ohne rüstung müßte niemand mehr hungern

manfred fischer mannheim
Rita_Berlin schrieb am 09.03.2015
@ manfred fischer : wenn sich etwas in der Welt dadurch verändern würde, würde ich gern Herrn Barack Obama einen Brief schreiben, um ihm mitzuteilen, was mir Sorge macht.Im Vergleich zu Herrn Putin ist seine militärische Macht um ein Vielfaches größer, besonders die, die von seiner Lufthoheit ausgeht. Aber selbst er kann das, selbst wenn er möchte,nicht ändern. Daran hindern ihn schon die Republikaner in seinem Land und hinter denen stehen die Rüstungskonzerne und das sind die, die an jedem Krieg etwas verdienen, egal ob Verteidigungs- oder Angriffskrieg.
In einem Land wie Rußland ist das Interesse an einem aus Provitgier geführten Krieg nicht vorhanden. Das heißt : Herr Putin ist an einem Krieg generell nicht interessiert. Er wird aber alles tun, um sein Land zu verteidigen und muß notgedrungen dann auch die Rüstungsausgaben wieder hochfahren, was nicht im Interesse seiner Bürger liegen kann.
Meine Angst besteht also eher darin, dass die amerikanischen Kriegshetzer, die auch an einem Krieg verdienen, den Mund nicht voll genug bekommen können und die Ukraine nur benutzen, um ihre Gier nach den russischen Bodenschätzen zu befriedigen.
Denen ist es auch egal, ob durch die jetzige westliche Politik gegen Russland Europas Wirtschaft geschwächt wird. Wirtschaftliche Beziehungen Europas mit Rußland sind aber der amerikanischen Aggressionspolitik ein Dorn im Auge.
Wenn diese Welt sich verändern soll, dann müßten vor allem diese Agressions-und Einmischungsbestrebungen der Großmacht USA ein Ende haben.
Dann wären wir schon einen Schritt weiter.
Aber das, so sehe ich es, sind zur Zeit Wunschtäume, denn diese Macht ist leider schon zu mächtig und Respekt hat sie z.Z. nur vor den Ländern, die wie sie selbst, über die schrecklichste aller Waffen, die Atomwaffen, verfügen. Was meinen Sie, wo diese Herren sonst schon wären???
Rita_Berlin schrieb am 09.03.2015
@jundi
So soll es denn sein.
Aber :
Zum Glück gibt es noch andre Informationsquellen als "Die Welt" und Herta Müller.
manfred fischer schrieb am 09.03.2015
Hallo Rita

Ich kann Ihnen nur recht geben - Alles zielt auf Übermacht bei allen Großmächte dieser Welt hinaus.
Was die Mächtigen vergessen haben, wir alle entstammen aus der einen Quelle,aus der alles Leben kommt, sind Teil der Natur - und somit mit allem Leben verwoben.

Vielleicht ist irgendwann die Zeit dafür reif, wo wir uns in einem ganz neuen Bewusst-Sein bewegen - aus Waffen Pflugschalen werden können.
Besonders für die, die große Verantwortung für diesen Planeten haben.......

Manfred Fischer - Mannheim
Rita_Berlin schrieb am 09.03.2015
@manfred fischer
Für die Mächtigen sind wir als Einzelne nichts. Wenn es uns nicht gelingt, für unsere Menschenrechte vereint mit allen Menschen dieser Welt gegen diese Mächtigen aufzutreten, werden wir untergehen.
Für die, denen wir die Verantwortung für uns Menschen übertragen haben, für unsere Politiker, muß klar sein, dass sie ohne uns die nächste Wahl nicht überstehen. Die Mächtigen auf dieser Welt sind jedoch die Konzerne, die Banken. Ihnen müssen durch unsere Politiker Grenzen gesetzt werden, damit diese in ihrer unbegrenzten Profitgier nicht unsere Welt zerstören.
Dass wir das von unseren Politikern fordern, kann jeder Bürger mittragen, z. B. durch seinen Protest an der jetzigen Politik, die in Europa z.Z. zur Ausgrenzung Rußlands führt.
manfred fischer schrieb am 10.03.2015
Jede Art von Gewalt vom wem sie auch immer sei, ist immer zugleich das Ende aller Vernunft.
Und das gegenüber anderen sich aufbauen zu müssen, erinnert doch sehr ans Tierreich, wo scheinbar der Stärkere immer nur gewinnen kann.

Was jeder von uns tun kann, was Kriegsgelüste von Großmächten ausmacht, ist, sich direkt bei den Beteiligten anzumelden - z.B. Russische - oder Amerikanische Botschaft in der BRD.

Manfred Fischer - Mannheim
Andreas von Buelow schrieb am 12.03.2015
Mit einiger Wahrscheinlichkeit haben wir es bei Mordfällen dieses Zuschnitts um Fälle psychologischer Kriegführung zu tun. Sympathieträger der Opposition werden per Mord meist durch Kriminelle in den Märtyerhimmel geschossen und können so als Kristallisationskern einer regime changes Bewegung à la Kiew zu dienen. Wenn sich deutsche Außenpolitiker doch einmal auf den Hosenboden setzten, um sich mit der entsprechenden Literatur vertraut zu machen. Sie müssten allerdings in Kauf nehmen, von interessierter Seite als Verschwörungstheoretiker traktiert zu werden.
Rita_Berlin schrieb am 13.03.2015
@ manfred fischer :
Wenn ich an den amerikanischen Botschafter denke, so glaube ich nicht, dass ihn irgendwelche Apelle von Bürgern überhaupt tangieren, so überzeugt schien er mir von der Richtigkeit der Politik seiner Regierung. Und der russische Botschafter hat schon genug Kritik von Seiten deutscher Medienvertreter seit der Ukraine-Krise einzustecken gehabt, die Rußland ja nicht verursacht hat.
Rußland hat nicht agiert, sondern reagiert auf die besorgniserregenden Ereignisse in der Ukraine, die ja bekanntlich von westlicher Seite, EU und USA einseitig unterstützt wurden.
Aber: Danke für den Hinweis. man soll ja nichts unversucht lassen.

Rita Abert aus Berlin
Rita_Berlin schrieb am 13.03.2015
@ manfred fischer.
Selbst Herr Steinmeier fand wenig Verständnis für seine Vorstellungen bzgl. der Beilegung der Ukraine- Krise und der Nichtentsendung von jeglichen Waffen u.a. an die Ukraine seitens der USA.
Ich glaube einfach nicht, dass diese Regierung sich von Protesten der Bürger abhalten läßt, ihre Waffen weiterhin auf unschuldige Menschen zu richten.
Sie haben es in Vietnam getan, im Irak und möchten es zu gern auch an der russischen Grenze tun.
Trotz alledem.