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Warum Assad keine Alternative zu ISIS ist

Mit einer Stabilisierung Assads in Syrien ginge die Strategie des Regimes auf. Das wäre nicht nur unmoralisch, sondern würde auch nicht für Stabilität in der Region sorgen.

Vom Saulus zum Paulus? Syriens wiedergewählter Präsident Bashar al-Assad.

Es war eine vorhersehbare Wiederwahl: Am 16. Juli wurde der syrische Präsident Bashar al-Assad für eine dritte Amtszeit vereidigt. Ebenso wenig wie sein Wahlsieg sechs Wochen zuvor überraschte seine Antrittsrede vor mehr als tausend geladenen Gästen im Präsidentenpalast in Damaskus. Assad erklärte das syrische Volk zum Sieger in einem „schmutzigen Krieg“, und diejenigen, die ihn wiedergewählt haben, als die wahren „freien syrischen Revolutionäre“, die sich der ausländischen Verschwörung widersetzt haben. Er warnte den Westen und arabische Staaten, sie würden „einen hohen Preis“ für ihre Unterstützung der Rebellen zahlen. Seine Armee werde gegen den Terrorismus kämpfen, bis die Sicherheit im Land wiederhergestellt sei. 

Eine der vielen rhetorischen Fragen lautete: „Mussten wir drei Jahre warten und für die Kurzsichtigkeit einiger Personen das Blut unserer Kinder, unser Leben, unsere Wirtschaft, Sicherheit und unseren Ruf opfern, um zu begreifen, dass das, was passiert, eine Verschwörung gegen unser Land und nicht der sogenannte ‚Frühling‘ für Frieden und Demokratie ist? Mussten und müssen wir einen derart hohen Preis zahlen, damit diese Personen verstehen, dass wir als Ergebnis ihrer Ignoranz nun Brutstätten des Terrorismus  und ein Sprungbrett für Aggression haben?“

Bashar al-Assad bedarf der Bedrohung durch die Islamisten, um sich dem Westen gegenüber als „Beschützer der Minderheiten“, insbesondere der Christen, und als Garant für einen säkularen Staat zu präsentieren.

Inhaltlich unterscheidet sich die Rede nur unwesentlich von der, die Bashar al-Assad Ende März 2011, kurz nach den ersten friedlichen Protesten, die unmittelbar brutal unterdrückt wurden, vor dem syrischen Parlament hielt. „Ausländische Verschwörung“ und „Bedrohung durch islamistische Terroristen“ sind nach wie vor die zentralen Stichworte. Geändert hat sich hingegen die Realität. Diese scheint dem Diskurs des Präsidenten Recht zu geben: Mehr ein Drittel Syriens ist inzwischen unter Kontrolle der islamistischen Terrorgruppe „Islamischer Staat in Irak und Syrien“ (ISIS), die im Norden und Osten des Landes mit brutaler Gewalt und einer extremen Auslegung des Islam die Bevölkerung in Angst und Schrecken versetzt. Dass diese überregionale Organisation von Extremisten der übelsten Sorte auch eine Bedrohung für den Rest der Welt darstellt, ist offensichtlich.

 

Ist Assad das kleinere Übel?

Daher fragen sich nun auch in westlichen Regierungen Politiker, ob Bashar al-Assad nicht doch das kleinere Übel sei, und ob angesichts der aktuellen Lage eine Stärkung seines Regimes der erste Schritt in Richtung Stabilität und Sicherheit in der Region sein könne. Diesen Überlegungen liegen jedoch entscheidende Fehlwahrnehmungen der syrischen Realität zugrunde.

Zunächst einmal stehen sich das Assad-Regime und die Islamisten nicht als polare Alternativen gegenüber, sondern bedingen sich vielmehr gegenseitig in ihrer Existenz. Bashar al-Assad bedarf der Bedrohung durch die Islamisten, um sich dem Westen gegenüber als „Beschützer der Minderheiten“, insbesondere der Christen, und als Garant für einen säkularen Staat präsentieren zu können. Auch innenpolitisch nutzt er die Angst vor ISIS, um sich die Unterstützung der religiösen Minderheiten zu sichern. Mit diesem Argument zieht das syrische Regime im Übrigen nicht erst seit Ausbruch des Konfliktes ins Feld. Der Kampf gegen den Terror wurde bereits zuvor, insbesondere nach dem 11. September 2001 – ein Jahr nach der Machtübernahme Bashar al-Assads –, regelmäßig medienwirksam in Szene gesetzt. Auf der anderen Seite braucht ISIS das Feindbild des alawitischen Regimes, um seine Anhänger für den Jihad, den Kampf gegen die Ungläubigen in Syrien anzuwerben. – Dass sich ihre Aggression vor allem auch gegen ihre sunnitisch-muslimischen Glaubensbrüder richtet, erkennen viele der ausländischen ISIS-Kämpfer erst, wenn sie vor Ort sind.

Wenn westliche Politiker und Regierungen eine Stabilisierung des syrischen Regimes ernsthaft in Erwägung ziehen, wird die Strategie des Regimes von Erfolg gekrönt.

Es gibt allerdings auch ganz konkrete gemeinsame Interessen. Die Beweise für die Verbindungen zwischen dem Regime und den islamistischen Gruppen sind zahlreich und reichen von systematischen Freilassungen islamistischer Anführer aus syrischen Gefängnissen 2011 und 2012 bis hin zu gegenseitigem Gewährenlassen oder gar militärischer Zusammenarbeit zwischen ISIS und den syrischen Streitkräften, die nur in Ausnahmefällen in einer direkten Konfrontation zueinander stehen. Über die Verbindungen der irakischen, iranischen und syrischen Geheimdienste zu ISIS ist der Öffentlichkeit wenig bekannt. Dass diese bestehen, ist angesichts der materiellen Austattung und grenzüberschreitenden Logistik, über die ISIS verfügt, jedoch äußerst naheliegend. ISIS zu unterstützen scheint eine kurzsichtige Strategie zu sein, denn in letzter Konsequenz kann ein sunnitischer islamischer Staat, der seine Ambitionen zunächst nach Bagdad und irgendwann auch in Richtung Damaskus ausbreiten wird, nicht im Interesse des syrischen Regimes und seiner schiitischen Unterstützer im Iran und der Regierung Maliki im Irak sein. Es sei denn, die Bedrohung ist so groß, dass sich westliche Mächte auf die Seite der in Bedrängnis geratenen Regime stellen. Die jüngsten Entwicklungen im Irak zeigen, dass die Rechnung aufgehen kann, und auch der Iran präsentiert sich dem Westen als Partner in der Bekämpfung des sunnitischen Terrors.

 

Moral ausblenden?

Wäre die Stabilisierung des syrischen Regimes also eine mögliche Option für den Westen? Voraussetzung für diese Überlegung ist zunächst, Fragen der Moral außer Acht zu lassen und das unermessliche Leid der Opfer sowie die Tatsache, dass Bashar al-Assad in weiten Teilen des Landes seine Legitimität unwiederbringlich verloren hat, auszublenden. Die Vorstellung, das syrische Regime sei in der Lage, das Land vollständig zurückzuerobern, ist außerdem unwahrscheinlich, angesichts der Tatsache, dass die Armee bisher nicht einmal die Vororte von Damaskus unter ihre Kontrolle zu bringen vermag. Wahrscheinlicher wäre eine Verfestigung der Teilung des Landes in regime-kontrollierte Gebiete und solche außerhalb der Kontrolle des Regimes. Aber selbst wenn es Bashar al-Assad mit massiver Unterstützung aus dem Ausland gelänge, Syrien zu befrieden, wäre die Zukunft eine durch Druck und Angst erzeugte Stille, die jederzeit wieder eskalieren könnte und somit sicher keine Garantie für Stabilität und Sicherheit in der Region darstellen würde.

Wenn westliche Politiker und Regierungen eine Stabilisierung des syrischen Regimes ernsthaft in Erwägung ziehen, wird die Strategie des Regimes von Erfolg gekrönt. Eine solche Entscheidung wäre nicht nur unmoralisch, sondern würde auch nicht die erwünschten Ergebnisse bringen. Hilfreicher im Hinblick auf eine langfristige Lösung wäre es, Druck auf das syrische Regime, beziehungsweise seine Unterstützer Iran und Russland auszuüben und die moderaten und säkularen Kräfte im Land und in der syrischen Opposition zu stärken. Denn nur ein geschwächtes oder sich bedroht fühlendes Regime wird sich letztendlich auf Verhandlungen über eine politische Lösung einlassen. So klein die Hoffnung auf einen diplomatischen Ausweg aus der syrischen Krise auch ist, es sollte nichts unversucht bleiben, um die Chancen für einen solchen herbeizuführen. Alles andere wird das Leiden der Bevölkerung und die bedrohlichen Entwicklungen in Syrien und der Region weiter andauern lassen und das Undenkbare wahr werden lassen – dass eine Katastrophe, so fürchterlich sie sein mag, immer noch schlimmer werden kann.

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22 Leserbriefe

Frank schrieb am 29.07.2014
Der Westen steht für Demokratie und Freiheit und hat die moralische Pflicht den moderaten Rebellen in Syrien und den gemäßigten Teilen der Opposition zu helfen! Der syrische Diktator Baschar al Assad ist für den Tod von über 170.000 Menschen verantwortlich und so lange er in Syrien an der Macht bleibt, kann es in diesem Land keinen Frieden geben. Richtig ist, dass die radikalen Kräfte innerhalb der Rebellen (ISIS, Al-Nusra-Front etc.) ebenfalls bekämpft werden müssen, aber das alles kann nur funktionieren, wenn der Westen die gemäßigten Rebellen mehr als bisher unterstützt!
Berta Brahmer schrieb am 29.07.2014
Hallo Frank, was du schreibst ist das Vorlesen der "Bibel", sprich die richtige Theorie, die es zu wünschen wäre.
Und nun kannst du ja noch etwas zur Praxis schreiben, dazu dies:
Deinen Worten entnehme ich, daß du lupenreiner Demokrat bist. Schau doch bitte mal nach, was lupenreine Demokraten mit Undemokraten immer machen, mit ihren Widersachern, wo die doch gleich entsorgt werden könnten und vor allem wie.
Das Ergebnis dürfte hier sicher weiterhelfen, wenn wir großzügig sind, wäre das dann ein Hinweis, der zwar nicht deinem obigen Kommentar entspricht, aber sehr wohl genau darauf aufbaut, mit dem Blick auf das GANZE, nicht nur auf Assad, die paar Alewiten und paar Christen dort ...
Und:
In dieser Welt sucht sich bitte nicht einfach jeder seine Rebellen aus, zumal ein solcher "gemäßigter" wohl eher kein Rebell ist, wie die Realität das zeigt (Die ich rief die Geister machen nun keine Revolution, da waren noch andere, die den Ruf auch hörten, die werd ich nun nicht los ...)

ZumText der Autorin:
Ich lese da auch wieder die gegenwärtig so furchtbar strapazierte "Druck"-Theorie der "globalen Drückerkolone":
"Hilfreicher im Hinblick auf eine langfristige Lösung wäre es, Druck auf das syrische Regime, beziehungsweise seine Unterstützer Iran und Russland auszuüben".
Wer soll denn dazu prinzipiell befugt sein, die, das das Schlachten ständig vormachen?
Mal abgesehen davon, daß die Menscheit sich als eine permanent kooperierende soziale Ganzheit installiert hat und nicht als "Druckspüler für nicht mehr Benötigtes", ist Ihnen doch schon aus dem Physikunterricht bekannt, was passiert, wenn ein "Druck erzeugt" wird:
Druck erzeugt grundsärtzlich - na? Nichts anderes als Gegendruck.
Verstehe ich Sie richtig, daß sie genau das empfohlen haben?

Das Problem dabei ist, daß ein solcher Gegendruck - na? Auch wieder Gegendruck erzeugt, wir nennen das spätestens ab da Eskalation.

In diesem Zusammenhang wäre interessant, was Sie dazu für Vorstellungen haben, Wer wie wo gegen was Druck ausüben soll.
So ich das erkennen kann, sind Sie für die Friedrich-Ebert-Stiftung tätig, eine weltweit als seriös und autark bekannte und oft erfolgreich hilfreiche Einrichtung, die stets angetreten ist, um vorhandenen Druck abzubauen, nicht um mehr davon zu empfehlen.
Zwar bin ich kein Freund von Assad, und mir ist sehr wohl geläufig, daß er viele Menschenleben zu verantworten hat, die, wenn ich auch das richtig sehe, sich zunächst selber dafür "angeboten" hatten, denn irgendjemand muß doch dem Assad mal versucht haben, weg zu schießen, oder fand das nicht statt, hatte da niemand bei geholfen?

Sie werden sagen, es sind inzwischen soviele Tote und Vertriebene, da muß mal Schluß sein. Richtig. Müßte.

Und das soll mit Druck auf eine (?) Seite gehen? Pardon, das halte ich für eine passable Ironie, die nicht sehr viel mit Friedrich Ebert zu tun haben dürfte.

Soweit bekannt, geht das seit einigen Jahrzehnten nicht mehr danach, wieviel Tote inzwischen angefallen sind, sondern alle militärischen Konflikte konnten seit Jahrzehnten nur dadurch beendet werden, daß alles Fremde das Land wieder verließ, weil es da weder was zu suchen noch etwas gefunden hatte.

Wenn es nach der Anzahl der zivilen Opfer z.B. in Afghanistan oder Irak ginge und dabei die Assadschen Anzahl an Toten angelegt worden wäre, hätten diese beiden Kriege bereits nach 3 Wochen beendet sein müssen durch "Druck" - ja, aber auf wen da?

Sicher verstehen Sie meinen Sarkasmus, aber wenn das der Weisheit letzter Schluß sein soll, der Druck ..., und das die Zukunft der Konfliktbeseitigung - gleichzeitig immer mehr ohne UNO - mit Verlaub, daran nehme ich nicht teil, weder als "Drücker" noch als "Bedrückter", obwohl, wie Sie eventuell erkennen können, ich über Ihre mit diesem Text zugegebene Ausweglosigkeit sehr wohl bedrückt bin.
Dies besonders, da es sich dabei offensichtlich auch um eine neue Allzweckwaffe einer Pandora handelt, überall nur noch "Druck" ausgeübt werden soll, um zu deeskalieren?

Was bitte würden Sie sagen, wenn jeder hergelaufene Fremde meinen würde, er müsse nun mal "Druck ausüben", damit Sie gefälligst das schreiben, was der will?

Bei den meisten deutschen Massenmedien scheint das schon erfolgreich im Gange zu sein, die wissen nicht mehr, was anderswo z.B. gemeint wird , besser: Sie verkneifen es sich, möchten es gar nicht erst glauben und zitieren sich lieber gegenseitig als Journalismus.
An der Uni Leipzig gibt es eine umfangreiche Studie zu diesem Problem, aufgerollt am sogenannten "Elitentroß" der Teilnehmer an den "Weltkonferenzen" ...

Hansjoachim Friedrichs, eine personelle Größe, die sicher auch Ihnen Respekt signalisiert, hätte den gesamten Rundfunk-/TV-Zauber, der hier gerade von TV-Beamten (!) veranstaltet wird, mit 3 bis 4 Nachrichtensendungen völlig auseinander genommen und das aktive MItwirken von Journalisten, besonders von massenhaft einäugigen, an der Globalen Eskalation unterbunden, besser: während seiner Tätigkeit wäre durch Textqualität und zweckmäßige Intonationes es nie soweit gekommen, hätte es nicht einmal Bedarf danach gegeben.
Wieso ich diesen Mann hier erwähne?
Weil mich hier etwas "drückt", neben Ihren ordentlich recherchierten Fakten,aber dicht daneben.
Nein - keine "Alternative", die drückt gerade einige andere Verbummler, die annehmen, sie machten Politik, während diese Leute "drücken" ...

Ist Ihnen geläufig, wie der erste Kanzler der Bundesrepublik reagierte, als er recht heftig auf "Alternativen" zum Rassegesetz-Kommentator Globke angesprochen wurde?
Etwa so: "Man muß nehmen was da ist ..."
Es wäre denkbar, daß man lange darüber nachdenkt, sogar ohne ihm schließlich beizupflichten, muß er da etwas gemeint haben.

Und wer bitte hatte da gemeint, der Assad sei eine "Alternative" zu ISIS? Er könnte ja auch eine Alternative zu etwas anderem sein, haben Sie schon daran mal gedacht?
Übrigens ist er nicht die aktuelle Sau, die durchs globale Sommer-Dorf getrieben wird, offenbar muß zunächst an anderer Stelle "gedrückt werden"
Es gibt Länder, die "drücken" schon seit Jahrzehnten, und wundern sich, was dabei herauskommt
Saliba schrieb am 01.08.2014
Als Syrer der erst letztes Jahr wieder in Syrien war kann ich ihnen mit absoluter 100 %iger Sicherheit bestätigen, das die weite Mehrheit der Syrischen Bevölkerung, absolut nicht, eine Erhöhung des Drucks, eine Erweiterung und Eskalation wollen.

Mehrere Millionen Flüchtlinge, zig Tausende Tote, zerstörte Gesellschaften, Leben, Einzelschicksale, Horrorerlebnisse, die einen ins Mark fahren, lassen die große Mehrheit der Syrischen Bevölkerung den Westen darum bitten den Krieg der auf so vielen Fronten gegen Syrien geführt wird, wirtschaftlich, militärisch, direkt und indirekt, bitte zu beenden.

Zehntausende an Ausländischen Kämpfer kommen über die Türkische und Jordanischen Grenze nach Syrien, Jihadis und junge radikalisierte Muslime aus allen Ländern der Welt, sehen auch durch die Berichterstattung und Journalistische Meinungsmache in den Medien, es als ihre Muslimische Pflicht in den "Heiligen Krieg" zu gehen. Dieser "Heilige Krieg" ausgerufen von Al Kaida ist in Syrien.

Diese militanten Gruppen werden in der Türkei und Jordanien durch den Westen mit Hilfe der Golfstaaten finanziert, ausgebildet und bewaffnet. Ausgerüstet und ausgebildet werden angeblich nur Militante Kämpfer die versprechen für das Gute in Syrien zu kämpfen.

Stehen die Syrer nicht schon unter oben genannten Voraussetzungen unter genug Druck und Eskalation?

Wenn der Westen es schafft die Syrische Regierung und dadurch den Staat, Stabilität, Sicherheit, Recht und Zivile Ordnung noch kollabieren zu lassen, soll das auch noch gut sein für die Menschen in Syrien.

Da muss erst der Syrische Staat zerstört werden, alle "guten" Militanten Kämpfer die "bösen" Militanten Kämpfer besiegen, eine Gruppe an die Macht kommen die dem Westen gehorcht, dann die Interessen Russland, Chinas und Iran gebrochen werden, und dann, ja dann wenn dies alles mal geschehen ist, dann endlich haben wir Frieden, Sicherheit und Stablität "verdient"?

Nein sehr geehrte Autorin. Die Syrer brauchen jetzt sofort ein Ende des Krieges.

Eine Revolution kommt von innen eines Staates. Sie kann dem Volk nicht aufgezwungen werden. In den letzten Jahren haben die mächtigen USA, Europa, UK, Jordanien, Israel, Türkei, Saudi Arabien, Katar, Al Kaida und ihre Verbündeten alles versucht um Syrien zu stürzen.

Ohne der Unterstützung in der Bevölkerung für den Staat, der Regierung, der Armee, der Polizisten, des Präsidenten, der militärischen als auch zivilien Institutionen, hätte Syrien diesem riesigen Bollwerk der Kriegsführung mit Sanktionen, Bombardierungen, Bewaffnung, Schmuggel, Medialen Krieg, Autobomben, Finanzierung und Terror nicht standhalten können.

Es wird Zeit das der Westen erkennt das Bashar Al Assad, die Regierung und der Staat große Unterstützung in der Bevölkerung hat.

Russland und Iran können Geld leihen, unfaire UN Resolutionen veto'n, Waffen verkaufen, aber was sie nicht machen können ist den Staat durch das Volk tragen zu lassen, durch den schlimmsten Krieg der Neuzeit, Krieg Stunde um Stunde, Tag für Tag, Monat für Monat, Jahr für Jahr, ohne Unterstützung der Bevölkerung wäre ein Staat wie Syrien komplett auseinander gefallen, in Chaos, Anarchy geendet.

Es ist an der Zeit für den Westen einzusehen das eine ewige Unterstützung der Kämpfe nichts als mehr Leid mehr Trauer mehr Schmerz verursacht.

Die Syrer haben keine Wahl, vielen Syrern geht es gar nicht darum ob der Präsident Assad, Bssad oder Cssad heisst! Die Syrische Armee, eine Armee mit Wehrpflichtigen die das gesamte Mosaik der Syrischen Gesellschaft und Religionen vereint hat so eine unvorstellbar große Leistung und Opfer gebracht weil es ein Kampf ist von Zivilisation gegen Anarchie, der Kampf von einer Modernen Gesellschaft gegen Radikalismus, ein Kampf von modernen Frauenrechten gegen Mittelalterliche radikalisierte Ansichten, ein Kampf von einem Sekulären Staat der Glauben und Religion von der Gesetzgebung trennt, gegen die Gesetze der Sharia, ein Kampf von Unabhängigkeit und Selbstbestimmung, gegen die Kolonialmächte. Ein Kampf von friedlichen kontinuierlichen Reformen, gegen Reformen durch Autobomben und sinnloser Gewalt.

Wenn sie noch meinen mehr Druck in Syrien sei die Lösung, möchte ich sie noch darauf hinweisen das andere Länder in dieser Region, wie zum Beispiel Saudi Arabien, das mit ihren Petrodollars den Kampf für "Demokratie und Freiheit" in Syrien auf ihre Fahnen geschrieben hat, das in diesen befreundeten und Allierten Ländern des Westens in dieser Region, Frauen das Haus nicht verlassen dürfen alleine, und ausgepeitscht werden zur Strafe dafür das sie vergewaltigt werden.

Und diese Länder wollen den Syrern Freiheit, Demokratie und Frauenrechte beibringen, Syrien, die fortschrittlichste Gesellschaft in dieser Region bis 2011, wo Frauen Unternehmer sind, die höchsten Ämter des Staates einnehmen, Bier trinkend in einem Bikini an Strände gehen konnten.

Der Westen hat kaum jemanden in Syrien mit seiner Scheinheiligkeit und Kriegsbeführwortungs Ausreden überzeugt, deswegen ist es allerhöchste Zeit für den Westen zurückzurudern, seine Militanten Kräfte und Unterstützung wie als irgendwie möglich zurückzurufen und die Syrer im Kampf gegen den Terrorismus zu unterstützen.

Ich flehe die Autorin dieses Artikels mit blutendem Herzen an ihre Plattform und Möglichkeiten in Zukunft dazu zu nutzen, um für Frieden zu sprechen, für Frieden zu plädieren, sich für die Wünsche und Meinung der Syrer einzusetzen. Frieden, Stabilität, Sicherheit, friedliche Reformen und Unterstützung ist es was die Syrer möchten.

Ich bitte sie noch zu googlen oder auf youtube nachzusehen was der vorherige Französche Außenminister zu Syrien vor einem Jahr gesagt hat.
Albert Begic schrieb am 04.08.2014
Sehr geehrte Frau Stolleis,

was Sie da schreiben ist ein typischer Fall von Ideologie. Es wäre vielleicht schön, wenn alles nach Ihren und den Wertvorstellungen des Westens laufen würde. Aber das tut es nicht und wird es auch nie tun, zumindest nicht außerhalb des Westens.

Natürlich ist Assad das kleinere Übel und sollte unterstützt werden.
Natürlich kann man nicht zwischen guten und bösen Rebellen unterscheiden, da sich bösen von den guten die Waffen holen, die der Westen geliefert hat - ohnen zu fragen - oder die guten werden mal auch ganz böse.
Natürlich hat der Westen bisher im Nahen Osten nur Fehlschläge fabriziert. Oder können sie mir eine einzige gute Entwicklung zeigen?

Wo leben Sie? Auf einer fernen Insel? Wollen sie wirklich ideologisch passend machen, was nicht passt?

Und zuletzt: Wir sollten uns um die Christen kümmern, die am meisten verfolgt und getötet werden, und zusammen mit den Russen gegen ISIS vorgehen. Denn: der "Westen" basiert auf dem Christentum und nur in christlich geprägten Ländern gibt es tatsächlich Demokratie (mit sehr wenigen Ausnahmen, wie etwa Israel, das aber auf dem Judentum basiert, was wiederum die Basis der jüdisch-christlichen Kultur ist).
Pseudonym schrieb am 04.08.2014
Sehr geehrte Frau Stolleis,
"Warum Assad keine Alternative zur ISIS ist?"
Ich bin unsicher, warum Sie die Frage so gestellt haben! Hätten Sie nicht fragen sollen"Warum die ISIS keine Alternative zu Assad ist?"
Ein wenig bedrückend, weshalb Sie zu dieser sehr naheliegenden Betrachtung nicht gekommen sind. Ich dachte es ginge um eine Alternative zu Assad! Ich will nicht mutmaßen, da ich Ihre Beweggründe nicht kenne.
Sie werden sich nur selbst beantworten können, was Sie sich dabei gedacht haben. Ihre gedankliche Einleitung und versuchte Annäherung zu diesem sehr komplexen Thema kann dadurch nicht nur sehr provozierend sondern auch reduzierend wirken. Ich bin ganz sicher, dass wir alle auf beides angesichts dieses grausamen Konfliktes und seiner vielen Opfer gut verzichten können. Ich bin auch unsicher, ob Ihnen an einer Provokation oder Reduzierung überhaupt gelegen war.

Ich würde es noch einmal versuchen und vielleicht stellt sich für Sie dann auch die Frage, wie dieser Konflikt gelöst werden kann.

Natürlich ist "Druck ausüben" immer eine Möglichkeit einen Konflikt zu lösen, wenn man auch bereit ist, Worten Taten folgen zu lassen und man über das entsprechende Machtpotential verfügt. Sind Sie bereit einen militärischen Machteingriff zu befürworten? An wen haben Sie gedacht, der diesen Machteingriff vornehmen soll? Und dann, wie stellen Sie sich eine eine nachhaltige Stabilisierung nach dem Machteingriff vor?

Viele Fragen und schwierig sind die Antworten auch! Jetzt wird fühlbar, wie gefährlich das Terrain ist und welche Gefahren dort warten! "Druck ausüben," jetzt ist unserem Druck unsere tiefe Unsicherheit gefolgt. Das was bleibt, ist unser tiefes Verlangen,das dieser Wahnsinn endlich enden mag und die "guten Menschen" regieren. Tja, jetzt sind wir beim Wünschen angelangt und der Druck und die Angst überkommt uns selbst!

Reale Politik, die kann verdammt weh tun, aber sie hat auch ihren Wert! Grund sich weiter Gedanken zu machen, um Lösungen zu finden und dazu zunächst die richtigen Ausgangsfragen zu stellen. " Warum Assad keine Alternative zur ISIS ist?" Wir ahnen es, diese Frage ist nicht hilfreich und ihre Antworten können deshalb auch nicht zielführend sein!

Pseudonym
Berta Brahmer schrieb am 06.08.2014
@Frau Friderike Stolleis,
fühlen Sie sich nicht ertappt, wenn Sie dies schreiben:
"Hilfreicher im Hinblick auf eine langfristige Lösung wäre es, Druck auf das syrische Regime, beziehungsweise seine Unterstützer Iran und Russland auszuüben und die moderaten und säkularen Kräfte im Land und in der syrischen Opposition zu stärken. Denn nur ein geschwächtes oder sich bedroht fühlendes Regime wird sich letztendlich auf Verhandlungen über eine politische Lösung einlassen. "
Nun ist es mal offiziell ausgesprochen, die "Putin-Doktrin":
Wenn Assad weg soll (stört die Expansion von Nethanjahu), müssen seine Unterstützer weg:
Iran wird "gekauft" mit Lockerung der Sanktionen, China nicht beachtet (zu groß, kann die USA kaufen), und Putin muß mit "Sanktionen diszipliniert werden, bis Russland reif für die Übernahme ist (Schlag nach bei Kissinger, nicht weit weg von diesem Text!).
Das Schwarze Meer ist dann samt Krim ein Nato-Meer, das Mittelmeer auch, dem Expansionsbedürfnis der israelischen Nationalisten steht dann nichts mehr im Wege, nicht mal ein russischer Flottenstützpunkt in diesen Meeren - halt, bis auf eine Kleinigkeit:
Wenn dann alles so weit ist, steht anstelle von Assad die ISIS auf dem Golan und in Jordanien, mit schwarzen Fahnen, die eine weiße Aufschrift tragen und deren Fahnenstangen rot verklebt sind ....

Dank der Abhöraufwände der NSA zu deutschen Politikern, der UNO und und, war leider keine Kapazität frei, diesen ISIS-Aufmarsch geheimdienstlich rechtzeitig zu ermitteln - oder hatte die NSA gerade Urlaub, oder fehlte ihr der erforderliche "DRUCK", der in eine nützliche Richtung?
Oder ist der Sachverhalt ganz anders? (laß die mal an Assad ran, auf die Syrischen Menschen ist eh ...)

Kennen Sie die blogs der israelischen Nationalisten?
Falls nicht, wird es Zeit, dann wissen Sie, wo wirklich "Druck" gemacht wird, schauen Sie mal vorbei, auf

heplev-abseits vom Mainstream
http://heplev.wordpress.com/2014/08/04/unrwa-schule-deja-vu-wieder-berichten-die-medien-unkritisch-lugen/
(täglich mehrere neue Pamphlete aus der Quelle)
oder
"Tapfer im nirgendwo" - vom Künstler Gerd Buurmann
um nur 2 zu nennen.
Es wird sicher eine Bereicherung Ihrer Drucktheorie ...
Erst damit wird das Verhalten Nethanjahus, Rasmussens, Obamas usw. "stimmig" und verständlich, wird klar, wieso Kerry erst kostenlos die Waffen für den Gazakrieg liefert und dann - inzwischen auch von "Freunden" abgehört" und vom schnelleren UNO-Generalsekretär blamiert - die Grausamkeiten seiner Freunde beklagt.

Manche Politiker in der Welt haben offensichtlich nicht ausgeschlafen, sich verfangen im archivierten Kalten Krieg und das in der Meinung, "(falscher) Druck auf den Irak" hat schon einmal einen unnützen Krieg pseudolegitimiert, das klappt auch nochmal, die Menschheit ist so dumm, die nimmt uns das nochmal ab, die ist so wie unser USA-Mittelbürgerfeld: Die haben eh keine Ahnung, z.B. daß die Ukraine nicht in Australien liegt (US-Studie!).
Der Kissinger allerdings sieht das etwas anders, als "Fachmann" - nur warum gerade jetzt?
Der sogenannte "Druck" kann sich sehr schnell verdrücken, und keiner kennt dann zuvor die Richtung - wenn ich Kissinger verstanden habe ...
Ja, man kann mit dem Drücken auch ganz schön was vermerkeln, eben leider -wohl wegen des Urlaubs - hat das für Gaza nicht geklappt, das mit dem DRUCK
Berta Brahmer schrieb am 06.08.2014
Zum Abschluß eine kleine Leseprobe aus der Analyse eines Experten, hier zu "Kriegslügen":
"Doch auch wenn man nicht gewillt ist, so weit in die Vergangenheit zurückzugehen, findet sich auch in jüngerer Zeit kaum ein Konflikt bzw. eine Militärintervention mit westlicher Beteiligung, in dem Kriegslügen nicht eine wesentliche Rolle gespielt haben, um die augenscheinlich angestrebte Eskalation herbeiführen und legitimieren zu können: Die Brutkasten-Lüge (Irak-Krieg 1990[2]), das angebliche „Massaker“ von Racak (Jugoslawien-Krieg 1999[3]), Saddam Husseins angebliche Massenvernichtungswaffen (Irak-Krieg 2003[4]) und die vorgebliche Bombardierung von Zivilisten (Libyen-Krieg 2011[5]) sind hier nur einige „Highlights“ in diesem Zusammenhang.

Selbst der auf den ersten Blick „eindeutigste“ Fall, der Angriff der USA auf Afghanistan (2001) aufgrund der Unterstützung Osama Bin Ladens durch die Taliban, wirft bei näherer Betrachtung eine Menge Fragen auf. Denn in jedem Fall entspricht die Behauptung, die Taliban seien nicht zur Auslieferung Bin Ladens bereit und ein Angriff somit – aus US-Sicht – unumgänglich gewesen, nicht der Wahrheit. Schon vor dem 11. September 2001 kam es mehrfach zu Verhandlungen mit den USA, in denen die Taliban die Auslieferung Bin Ladens angeboten hatten[6] und auch danach blieb diese Tür durchaus offen, sie wurde jedoch von den USA bewusst zugeschlagen, obwohl – oder wohl besser: weil – hierdurch ein Krieg hätte verhindert werden können.[7]

Zuletzt wurde die syrische Regierung beschuldigt, Chemiewaffen gegen Aufständische eingesetzt zu haben. Doch auch dieser Vorwurf stand mit der Zeit auf immer wackligeren Beinen, während sich die Indizien mehrten, dass tatsächlich die Aufständischen selbst die Urheber waren, um hierdurch eine westliche Militärintervention zu ihren Gunsten herbeizuführen."

Und noch mehr im Detail wie global dazugehörige Merkwürdigkeiten daraus finden Sie hier:

http://www.imi-online.de/2014/07/18/flugzeugabschuss-steilvorlage-fuer-naechsten-eskalationsschritt-im-ukraine-konflikt/
Beobachter schrieb am 12.08.2014
Etwas relevantes über Präsident Bashar Hafiz al-Assad:

- geboren am 11.09.1965 in Damaskus;
- in den 80-Jahre Studium der Medizin in Damaskus;
- Fortbildung als Augenarzt in London;
- verheiratet mit Asma Fawaz al-Akhras,eine in Großbritannien geborene
und aufgewachsene moderne,ausgebildete Frau(Finanzanalystin).Drei Kinder.
- technisch begabt mit besondere Vorliebe für Computer.
Er gründete 1989 die Syrien Computer Society,die sich die Verbreitung
von Computern und Internet zum Aufgabe gemacht hat!!
- ab Juli 2000 Generalsekretär der Baath-Partei(sozialistisch!) und als
Präsident von Syrien gewählt;
- ab 2001 begann in Syrien eine Zeit von Liberalismus Redefreiheit,Reformen,die als DAMASZENER FRÜHLING bekannt wurde,einmalig für die arabische Welt!
- am 31.Januar 2011 forderte er ein Umdenken unter den arabischen Machthabernhin zu mehr Liberalität! Das haben viele arabische Despotten entsetzt,besonders in ultrakonservativen Länder wie Saudi-Arabien und Quatar!
- seine Politik ist säkular, reformierbar,tolerant gegenüber alle ethnische
Minderheiten und Religionen;
- hat mehrfach Bereitschaft für Dialog,für friedliche Lösungen gezeigt!

- seine größen Fehler: die Beziehungen mit der Hitzbollah-Gruppen aus
Libanon,sowie mit der Mullahs-Regierung aus Iran,beide vollständig
unnaturlich für ein säkulare,relativ moderne Staat wie Syrien!
Diese anormalen Beziehungen sind Folgen der gespannten Politik
gegenüber Israel,sowie die Invasion der sunnitischen Terror-Gruppen,
wie ISIS-Terroristen,über Syrien.

- Präsident Assad ist sicherlich nicht perfekt,aber reformenbereit,progressiv,dialogfähig
berechenbar!
Für die arabische Welt,wo die Despotten,Korrupten,fanatische Islamisten
leider in Mehrheit sind, ist der Präsident Bashar Hafiz al-Assad ein wahrer
Pionier,Galionsfigur für eine moderne,tolerante,säkulare arabische Welt.

Die "Organisation für ISLAMISCHE Zusammenarbeit" braucht aber dieser Art von moderner,ausgebildeter,toleranter arabischer Präsident nicht!
Die Islamisten träumen von eine vollständig islamisierte Welt,mit viel Moscheen,Minaretten, Mullahs,Scharia,Burka,"Ungläubigerfrei",etc.,etc.!

Die Welt,besonders die arabische Welt,braucht mehr "Diktatoren"/POLITIKER wie
Präsident Assad.
Das müssen alle Politiker,Journalisten,Mass-Medien endlich verstehen und
entsprechend handeln!
Serdar M. schrieb am 13.08.2014
Sehr geehrte Frau Stolleis,

das Assad mit der ISIS zusammenarbeitet ist soweit hergeholt und an den Haaren herbeigezogen, daß es mich vor Wut fasst vom Hocker gehauen hat.

Als ob wir nicht alle wüssten, daß die ISIS und die al Nusra Brigaden von Katar finanziell unterstützt werden. Und als ob die Türkei mit Erdogan und Davutoglu die ISIS und all ihre sunnitisch radikalen Kämpfer nur aus Spaß an der Freude an der Syrisch-Türkischen Grenzregion Hatay/Gaziantep jahrelang frei schalten und walten ließ.

Alle Grenzposten zwischen der Türkei und Syrien wurden in den ersten Kriegsmonaten an der türkisch syrischen Grenze abgezogen, damit die Gotteskämpfer an den Grenzen unerkannt blieben. Türkische Oppositionspolitiker wurden vor zwei Jahren in einige Flüchtlingslager gar nicht erst hineingelassen, weil radikalislamische Kämpfer diese als Kampfzentralen nutzten. Welchen Grenzübergang benutzen denn die verblendeten vermeintlichen "Gotteskämpfer" aus Deutschland wenn sie nach Syrien zum Kämpfen reisen? Fast immer die türkisch-syrische Grenzregion! All das können Sie in der Presse nachlesen. Sogar die USA haben die Zusammenarbeit mit Erdogan auf Eis gelegt, weil dieser immer noch die islamistischen Kämpfer unterstützt.

Und sie stellen es so dar al ob Assad mit der ISIS zusammenarbeitet. Schämen Sie sich für solch eine tendenziöse politische Kommentierung!

Es mag Ihnen nicht gefallen, aber es ist Tatsache, daß die Minderheiten in Syrien, gerade auch die christlichen, alle zu Assad stehen.

Nein Assad ist kein Demokrat, sein Vater war es auch nie! Ich glaube auch, daß die anfänglichen Demonstranten in Syrien durchaus einen demokratischen Wandel wollten. Diese wurde aber sehr schnell von den reaktionär, konservativ, sunnitisch islamischen Regierungen in Katar, Saudi Arabien und Ägypten unter Mursi und auch Erdogan´s Türkei (auch ein Muslimbruder!) vereinnahmt.

Hier geht es um die Vorherrschaft in der Region!

Wie Sie wissen, aber vielleicht verdrängen, gab es auch In Bahrain und den Emiraten Demonstrationen gegen die Herrschenden. Diese wurden mit Panzern der Nachbarn Katar und Saudi Arabien niedergeschlagen. Damals gehörten die aufständischen zur Bevölkerungsmehrheit der Shiiten und die Herrschenden zur Minderheit der Sunniten! Wussten Sie, daß auch bei den Gezi Park Demonstrationen in der Türkei, fasst ausschließlich Aleviten getötet wurden? Nein? Dann empfehle ich Ihnen eine etwas gründlichere Nachforschung.

Leider sind die Alternativen in der Region derzeit nicht Demokratie zu Diktatur, sondern Laizismus zu religiös konservativem Gottesstaat. Das ist ein Faktum!

Der Kampf zwischen diesen beiden Polen fing schon kurz nach dem sogenannten "arabischen Frühling" in Tunesien, Libyen und Ägypten an. Auch in der Türkei läuft dieser Kampf, wo Erdogan die laizistisch geprägte Türkei immer weiter in einen sunnitisch geprägten konservativ religiösen Staat zu verwandeln versucht. Wie ein Wolf im Schafspelz natürlich zunächst als Demokrat. Er wie auch die Hamas in Gaza, Mursi in Ägypten sind alle Anhänger der Muslimbrüder und werden ausnahmslos von den Herrschenden in Katar unterstützt! (Hierzu empfehle ich die gestrige Dokumentation in PHOENIX "Strippenzieher aus der Wüste").

Nur ein konsequentes eintreten für Laizismus wird eine Befriedung im Nahen Osten bringen und mittelfristig auch demokratische Strukturen und schließlich stabile Staaten hervorbringen.

Übrigens ist es kein Zufall, daß die nordirakische Kurdenregion keine religiösen Auseinandersetzungen kennt. Die sind nämlich laizistisch!

Aber bekanntlich sind die Gegner der Laizisten nicht nur in den Golfstaaten zu finden!
Saal schrieb am 14.08.2014
ISIS ist Synonym für Sharia, d.h. kein selbstständiges Autofahren für Frauen, Burka-Verhüllung, und quasi legale Vergewaltigungen in und außerhalb der Ehe. Mal schauen, ob die Autorin Friederike ihre Meinung weiter vertreten wird, wenn ISIS und Saudi Arabien gewinnt.
Lilith schrieb am 17.08.2014
Liebe Frau Stolleis,
Ihr Artikel hört sich in meinen Ohren ein wenig so an wie: "Wenn die eine Möglichkeit nicht perfekt ist, dann können wir auch gleich die deutlich schlechtere Alternative geschehen lassen und darauf hoffen, dass der Silberstreif am Horizont von selbst irgendwann Realität wird."

Zugegeben, Assad ist bestimmt kein Heiliger, aber ist die Alternative (IS) wirklich besser oder wenigstens genau so gut? Ich fürchte nicht.

Was sie schreiben ist, dass man die moderaten und säkularen Rebellen unterstützen sollte.
Wunderbare, geniale Lösung! Wenn sie jetzt noch ein absolut tragfähiges Konzept präsentieren, wie das zuverlässig realisiert werden kann und nicht wieder so grandios in die Hose geht wie damals zu den Hochzeiten des Syrienkonflikts, wo die westliche Unterstützung vor allem IS bzw. Vorgängerorganisationen zugute kam, dann haben sie meine volle Unterstützung!
Falls nicht muss ich ihre Aufforderung leider als heiße Luft abtun.

Alternativ könnte man natürlich noch mit westlichen Truppen einmarschieren, IS platt machen und auf den IS Gebieten dann eine moderate und säkulare Regierung einsetzen, wie das ja im Irak schon so wunderbar geklappt hat.

In Ägypten hat sich die demokratisch gewählte Muslimbruderschaft ja auch absolut vorbildlich bewährt.

Tut mir leid für den Sarkasmus, aber so wie ich das sehe hat sich Ihr Vorschlag leider einfach nicht in der Realität bewährt.

Aufgrund dieser Tatsachen würde ich tatsächlich für eine Unterstützung Assads plädieren, da er mir als kleinstes Übel erscheint und dies machbar erscheint. Allerdings würde ich die Unterstützung an Bedingungen knüpfen, dass der Demokratisierungsprozess weiter vorangetrieben wird und vor allem die freie Bildung gestärkt wird. (Solche Bedingungen sollten übrigens auch an andere Handelspartner wie Saudi Arabien gestellt werden!)
Ich glaube, dass gute Chancen bestehen, dass Assad sich auf solche Bedingungen einließe. Dass er kooperationsbereit ist hat er ja bereits bei den Chemiewaffenbeständen gezeigt.
paedoecus schrieb am 18.08.2014
Wie es in einigen Medien heißt, sei der vorgeblich „Islamische Staat“ (IS, ehem. ISIS) ein Projekt des US-Geheimdienstes und werde von der US-Botschaft in Ankara aus gesteuert. Der Kalif von IS, Abu Bakr al-Baghdadi, sei vom israelischen Geheimdienst Mossad ausgebildet. Welches Interesse haben die USA und ihr zionistischer Schoßhund („Israel“) daran, eine solche Terrororganisation hochkommen zu lassen? – Den Nahen Osten ins Chaos zu stürzen und sunnitische und schi´itische Muslime gegeneinander aufzuhetzen, bis sie sich gegenseitig umbringen und dann zu geschwächt und zu uneins sind, um dem zionistischen Regime entgegenzutreten. Weiterhin wird damit das Zerrbild der islamischen Religion weiter vertieft, so daß die meisten Muslime die Forderung nach Errichtung eines wirklich islamischen Staates aufgeben. Der in Wien lebende Gelehrte und Prediger Adnan Ibrahim meinte in seiner letzten Freitagspredigt, 99 Prozent der Muslime weltweit seien gegen den vorgeblich „Islamischen Staat“ (IS).
Der Prophet Muhammad war bemüht, bei jedem bewaffneten Konflikt der ersten muslimischen Gemeinde die Opfer auf beiden Seiten so gering wie möglich zu halten und Menschenleben zu schonen. Angriffe auf Zivilisten – gleich welcher Religions- oder Volkszugehörigkeit – sind streng verboten. Als man ihm einmal nach einer Kampfhandlung eine getötete Frau zeigte, wurde er zornig und sagte: „Diese würde nicht gekämpft haben.“ Kriegsgefangene sind menschenwürdig und gut zu behandeln. Als die Muslime unter des Propheten Nachfolgern weite Gebiete eroberten, die von Christen bewohnt waren, schlossen sie mit diesen Verträge, in denen ihnen freie Religionsausübung, der Schutz ihrer religiösen Symbole und eigene Gerichtsbarkeit in bestimmten Bereichen zugesichert wurden. Diese Vorgehensweise wurde dann auch auf jegliche anderen Religionsgemeinschaften, z. B. auch Hindus, angewandt. IS tut genau das Gegenteil von alledem. Anscheinend geht es ihnen darum, so viele Menschen wie möglich zu töten, und um ihre gutgläubigen Anhänger und Kämpfer dazu zu bringen, dies zu tun, erklären sie alle – auch andere sunnitische Muslime –, die anderer Meinung sind als sie selbst, zu „Ungläubigen“, die vogelfrei seien und die zu töten eine gottgefällige Tat darstelle. Das ist jedoch genau das Gegenteil von dem, was der Islam lehrt, und was Allahs Gesandter praktizierte. Er warnte sogar vor solchen Leuten, die einmal in der Zukunft auftreten würden, durch die der Islam hindurchgeht, wie ein zu kräftig abgeschossener Pfeil, der sein Ziel durchschlägt, ohne darin steckenzubleiben. So geht der Islam durch jene Leute hindurch, ohne in ihren Herzen seine Wirkung zu entfalten, und sie sind nur äußerlich Muslime und ermorden im mißbrauchten Namen der Religion unschuldige Menschen.
christian h. schrieb am 20.08.2014
ich habe hier viele interessante kommentare gelesen. im grunde kann ich nur, für mich, herauslesen das alle überfordert sind .
von politischer seite gibt es keinen ernsten willen, das so welche verbrechen unterbunden werden. ich sehe niemanden der wirklich hart durchgreift, um das leid z.b. in syrien ein für allemal zu unterbinden.
es wird nie ein friedliches miteinander geben. ich sehe das so, vieleicht irre ich mich. ich würde es mir wünschen!!! es wird immer unterdrücker und unterdrückte geben. im namen der religion oder rasse... was auch immer. einen duselligen grund findet sich immer. wenn man lange genug sucht !
es bestürzt mich das , z.b. 100 menschen gut klarkommen , sich gut verstehen , dann kommt einer auf die idee nein, ich will aber alles anders . er kann das, was bisher gut war stürzen/kaputt machen... wenn jedoch 100 "böse" menschen einen guten unter sich haben ... geht er gnadenlos unter.
ich sehe diese situation rein von meinem menschlichen seite aus... die ich für gut halte. es bestürzt mich wie ohnmächtig wir alle sind . es sterben menschen während ich hier schreibe. es wird verhandelt ! wo regierungen sich streiten über IHRE interessen ... nicht über die der sterbenden unschuldigen menschen. es wächst wieder und noch eine kriegsgeneration heran. nach den ganzen kriegen die schon passiert sind... haben wir nichts gelernt ! nur einzuordnen wie schlimm verbrechen sind vom holochaust bis "einfachen " mord.
zumindest wissen wir das es falsch ist !!! ein wichtiger fortschritt. das wir schnell handeln müssen wir schleunigst lernen...

der schaden wenn aus nachbarn feinde/kriegsgegner werden ist so hartneckig das er geschmeidig über generationen vererbt werden kann.
hass ist eine immer wieder aufkeimendes gefühl ,welches nicht viel nahrung braucht ! nur ein paar unbedachte äusserungen ... und es lodert wieder in seiner wiederlichen voll pracht !

mensch wach auf !!
Berta Brahmer schrieb am 22.08.2014
Ja, ja, "Mensch wach auf" ist in der Tat angebracht!

So gibt es da eine - nach Meinung sozialdemokratischer Politiker "antidemokratische" - Einrichtung: Die vorgeblich "nur" wirtschaftsliberale "Bertelsmannstiftung" (nun auch mit G. Westerwelle vornweg), die sich als "Denkfabrik" zum Um(herum)denken (wie Umschiffen) der deutschen und europäischen Demokratie durch direkte VORabsprachen mit Politikern (unter Umgehung der gewählten demoktratischen Gremien) betätigt, die sehr konkrete Vorstellungen mit bestimmten US-amerikanischen Armeekreisen dazu teilt, wie die Staaten des mittleren Ostens territorial völlig neu zu ordnen sind.
Wer mehr darüber erfahren möchte, auch
- wieso Waffen nach Kurdistan nunmehr "unbedenklich" sein sollen (müssen),
- wieso die bestehenden middle-east-Staaten alle zugunsten neu zu gründender (US-geprägter Holding) Staatengebilde große Teile ihrer Öl- und Gaslagerstätten abgeben sollen, um angeblich damit ihre Macht im mittleren Osten und ihren vorgeblich religiösen Konkurrenzkampf "zu beschneiden", und
- warum das Bismarcksche Prinzip der Grenzveränderung "von oben" nach ausschließlich ethnologischen Gesichtspunkten unbedingt jetzt auf den mittleren Osten angewandt werden soll (die Ukraine und Russland werden dabei nicht erwähnt ...) und
- das unter Führung und "Sicherung" US-amerikanischer Armeeteile erfolgen soll,
wer dazu mehr erfahren möchte, der darf diesen Link aufsuchen und sich dort über die diesbezüglich von einem maßgeblichen US-Militär propagierten und in die Bertelsmannstiftung "vermittelten" Plan anhand der beliebten "vorher - nachher"-Landkarten informieren:
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=10136

Laut Wikipedia will
"Die Stiftung ... zur Lösung aktueller gesellschaftlicher Probleme alle Lebensbereiche nach den „Grundsätzen des Unternehmertums und der Leistungsgerechtigkeit“ und dem Leitbild „so wenig Staat wie möglich“ umgestalten."
... und dazu einige Staaten mehr bilden durch Zerschlagung vorhandener ...

Ein Schelm, wer danach noch meint, ein Regime Assad störe vor allem wegen der Menschenrechte, oder der Irak des S. Hussein war vor allem ein Menschenrechtsverletzer mit Massenvernichtungsmassen...

Warum das hier erwähnt wird?

Weil derartige Vorgänge, bereits längst zum Teil in der
- Türkei (angebliche -gesperrte- Flüchtlingslager als Ausbildungscamps und Startbasis des IS mit dafür -!!- offenen Grenzen zu Syrien, über die auch europäische und deutsche Dhihadisten hinein unde herausreisen),
- dem Iran (veränderte Sanktionen bei Atomverhandlungen),
- dem Irak (Zerschlagung des Staatsgebildes und Separierung nach vorgeblich ethnologisch-religiösen Kriterien) und
- Syrien (fehlgeschlagener Versuch der importierten Revolution und Zerschlagung der Staatsherrschaft der Alewiten)
durch "Aktivitäten von außen" sich vollziehende Prozesse im Fachbeitrag der Fachautorin für Nahost leider keinerlei Einbindung bzw.Erwähnung finden, obwohl über das gesamte dortige politisch-geographische Feld ausführlich resümiert wird, was irgendwie etwas artig laienhaft geglättet anmutet aber wohl kaum so gedacht war.

Sicher ist middle-east von den seinerzeitigen Kolonial- und "Schutz"-Mächten England und Frankreich bei deren damaligen erzwungenem Rückzug aus der Region in unverantwortlicher territorialer Zerstückelung und in menschenfeindlichen Staatenbegründungen "hinterlassen" worden.
Jedoch nach Jahrzehnten dieser Zustände mit neuen gewachsenen - auch problematischen - Strukturen unwürdigen Menschenbehandlungen ist das deshalb noch lange kein Experimentierfeld für vom "Weltsteuermann" geprägte Staatenneubildungen, erst recht nicht, solange ähnliches in der Ukraine als "völkerrechtswidrig" beschrien und beschimpft wird, auch wieder ohne auf die Notlage der betroffenen Menschen Rücksicht zu nehmen.
Fazit:
Ein neues "freies Kurdistan" (wie z.B. Kossovo) von USA und EU-Gnaden mit mIlitärischer Durchsetzung soll wohl sein, ein politisch ähnlich "freies" ostukrainisches Gebilde: Nein.

In Artikeln zu solchen Themen sollte mehr Hintergrund zu bestehenden weltpolitisch bekannten Vorstellungen zu erwarten sein, da sich seltsamerweise dann die Fragestellungen, z.B. zu sogenannten "Revolutionen" in Syrien gegen Assad völlig anders stellen, und damit evtl. "Unterstützungen" sich völlig anders preisgeben, besonders, wenn sie wie schon zigmale zuvor schon wieder in die Hose gingen und gehen und anstelle der bestellten "gemäßigten" Revoluzzer plötzlich Al Kaida und nun hier die Mordbanden des dhihadistischen IS die angebliche Revolution "übernehmen" - nun aber gegen die iszenierenden Regisseure ...
Die ich rief die Geister, werd ich nun nicht (mehr) los - zum über 30isten male seit 1945

Die Frage, ob Assad eine Alternative sei, stellt sich längst nicht mehr, die verfehlte Außenpolitik des Westens hat sie längst entschieden (auch wenn ein Putin ihn erst darauf hinweisen mußte):
Assad ist gegenwärtig die einzigste Alternative, komischerweise auch hinsichtlich der Beteiligung am Schutze Israels vor dem wild um sich schlagenden IS, und wer weiß, wovor noch
antioc schrieb am 23.08.2014
Ich unterstütze SALIBA zu 100%. Du sprichst mir aus der Seele.
Der Westen denkt nicht an Demokratie, sondern nur an Ausbeutung und Versklavung, wie immer in der Geschichte.
Tolles Statement->das ist die Realität und die Wahrheit.
Claus Kral schrieb am 24.08.2014
Die Autorin dieses Beitrags macht es sich sicherlich nicht einfach, kommt aber am Ende meiner Meinung nach doch nicht zu den richtigen Empfehlungen. Assad ist nicht ideal, sowie es auch Putin nicht ist...und trotzdem ist er fuer die Masse der Menschen besser als das Chaos. Radikale Veraenderungen sind zu 90% mit Chaos verbunden, wir beobachten es immer wieder. Und die Opferzahlen sind dann um ein Vielfaches hoeher als bei schrittweisen Veraenderungen. Ein paar Jahre Assad werden besser sein als ein unendlicher Buegerkrieg.
Berta Brahmer schrieb am 25.08.2014
Antwort auf Claus Kral schrieb am 24.08.2014:
"Ein paar Jahre Assad werden besser sein als ein unendlicher Buegerkrieg.", und ein paar "Jahre Obama" konnten daran nichts verändern!
Das sollte nie vergessen werden, so wie die vielen Toten und Flüchtlinge, die sich evtl. nicht Assad, aber erst recht keinesfalls diese von außen nach Syrien getragene militärische Eskalation vorgestellt haben, als sie mal anfingen, auf die Straßen zu gehen.
Was kam bei der importierten syrischen "gefrühlingten" "Revolutionseskalation" bisher heraus, neben unsäglicher Zerstörung, Vertriebener und Toter?
Nun, z.B. daß in Kürze mit diesem "Regime Assad" sowohl die Türkei wie die USA wie die EU zusammen gegen IS vorgehen muß - wieso eigentlich nicht gleich, von Anbeginn so??

Da hat wohl die NSA nicht nur bei IS sondern auch in der Abschätzung der syrischen und gesamten middle-east-Situation einen längeren Betriebsurlaub gehabt, eventuell in der Ukraine oder so, oder deutet das auf Überforderung hin?

Effektiv ist die Unterstützung ihrer Präsidenten-Crew durch die NSA trotz unerhörter verschlungener Ressourcen nicht zu nennen, wozu das alles dann, wenn keine (friedlichen!) Alternativen, z.B. zu Assad, "erdacht" oder "erfunden" werden, die praktikabel sind und die mehrheitlich Achtung aller maßgeblichen Beteiligten gewinnen?
Berta Brahmer schrieb am 03.09.2014
Kleine bescheidene Anfrage:

Gibt es Sie noch, Frau Friederike Stolleis?
Eventuell mit aktuellen Erkenntnissen?
Protivniza schrieb am 28.09.2014
typische Situation, auch zu Ukraine so: LeiDartikel der professionellen buchstäblich dazu in "Seminaren", Konferenzen" geschulten US-Propagandisten und ein Shitstrom wütender Leser, die offenbar weit mehr wissen als der "zum Nachrichtenverbreiten Priviligierter"..
Es ist klar, dass alle "Rebellen" in Syrien d. USA organisiert und finanziert wurden, auch wenn arabische Hände dazwischen geschaltet wurden. Auch die false flag mit Sarin ist die Tat der CIA. Das Ziel ist klar: alle Länder dort, eigentlich alle außer USA zu destabilisieren
Berta Brahmer schrieb am 06.10.2014
@Protivniza schrieb am 28.09.2014
"Das Ziel ist klar: alle Länder dort, eigentlich alle außer USA zu destabilisieren"
Das scheint mir ein großer Irrtum zu sein, denn DAS ist nicht DAS Ziel!
DAS Ziel formulierte der Oberbama (nicht zum ersten und nicht zum letzten Male) öffentlich, für die Landes- und Weltöffentlichkeit bestimmt, auf WESTPOINT:
Wir werden iüberall auf der Welt (nur) das machen, was den NATIONALEN Interessen der USA nützt und diese schützt.
Also letztlich weniger etwas "für die Demokratie".

DAS ist das eigentliche Ziel, und
"alle Länder dort, eigentlich alle außer USA zu destabilisieren" ist "nur" die Methode, das Mittel, wie man IM JEWEILIGEN ANDEREN LAND die "Interessen der USA" erfolgreich meint, durchsetzen zu können, auch wenn genau das bereits seit über 65 Jahren regelmäßig und ohne Ausnahme schief ging und auch in der Gegenwart gerade wieder dabei ist, anstelle den "USA zu nützen", dieser alle Fälle davonschwimmen zu lassen, einschließlich des abgebrökelten Demokratie-Anstriches, auf den wir doch immer so gern stolz sein wollten.

Destabilisation anderer als eigene Stabilisation - was für eine undemokratische Methode, eine Entblößung einer im Kern - sogar laut eigenem Bekunden - nationalistischen Weltpolizei.
Was tut es da, wenn wieder ein paar selbstgezeugte "Rebellen" irgendwo ausbüchsen und versuchen, nun ihr eigenes Ding ohne Mutter CIA zu machen, das regelt man dann eben, zusammen mit sogenannten Allianzen der Willigen, mit Drohnen, Raketen und Bomben "aus der Luft", wenn es sein muß, inzwischen sogar reichlich verschämt mit dem Segen Assads und dessen "Methode": Aus der Luft.
Lusru schrieb am 09.10.2014
Wie jetzt:
Ist IS nun eine ursprüngliche "Kreation" eines NATO-Staates und anderer ausgewiesener Freunde von NATO-Staaten, um eine schlagkräftigere Truppe von "Revolutionären" gegen Assad zu bekommen, die - wie immer seit Jahrzehnten - sich ebenfalls umgehend "abgenabelt" hat, um ihr eigenes Ding zu machen, oder wie ist das Verhalten der NATO in Gestalt von Türkei nun zu deuten?
Wie trottelig kann man denn (mit NSA) noch sein, sich immer wieder solche Läuse in den eigenen Pelz zu setzen ...
Könnte da ein orts- und sachkundiger Mensch dazu etwas aufklären?
Das "Syrien-Projekt der Friedrich-Ebert-Stiftung" ist doch seit langem eng dran - oder etwa auch nicht?
Schweigen, großes Schweigen nach dem Pfeifen im Wald.
Alexa schrieb am 29.09.2015
Ich finde mich in dem Text von Saliba wieder....:-)
ich wünsche mir, dass sich viel mehr Menschen AUS Syrien an dieser diskussion beteiligen...
damit die Mumassungen ein bisschen weniger chaotisch sind.....
wie war euer Leben in Syrien, vor diesem Krieg?
wer hat eureo Montagsdemonstrationen unterbunden und wie?
etc....